Feuerwerk: Vorsicht ist geboten
Mit Lampions, einem Lichtermeer und der traditionellen Feier auf dem Münsterplatz feiert die Stadt offiziell den morgigen 1. August. Feuerwehr und Polizei warnen vor fahrlässigem Umgang mit Feuerwerk.Am morgigen Nationalfeiertag führt die Stadt Bern gemeinsam mit der Organisation Procap, der Innenstadtorganisation Berncity und Bern Tourismus die offizielle 1.-August-Feier durch. Der Lampionumzug, der insbesondere bei Kindern sehr beliebt ist, beginnt um 21 Uhr am Bärengraben und führt via Gerechtigkeits- und Kramgasse hoch zum Zytglogge-Turm und danach via Hotel- und Münstergasse abwärts zum Münsterplatz. Um 21.30 Uhr wird dort die Feier abgehalten mit der traditionellen Rede des Stadtratspräsidenten, dieses Jahr Peter Künzler. Erstmals WaisenhausplatzDas Aareleuchten findet heuer nicht statt, denn nach den letzten Überschwemmungen im Mattequartier dürfen die Papierschiffchen nicht bei den Schwellen eingelassen werden. Hingegen organisiert Procap, die grösste schweizerische Selbsthilfeorganisation von Behinderten, ein Lichtermeer auf dem blauen Teil des Waisenhausplatzes. Dort sollen gegen 22 Uhr rund 5000 Lichter brennen. Die Einnahmen durch den Verkauf der Lichter kommt den Treffpunkten von Behinderten im Kanton Bern zugute. Um 22.30 Uhr werden die Feuerwerksspezialisten zur Sache kommen und von einem verankerten Floss beim Schwellenmätteli aus sechs Feuerwerksbilder abfeuern. Sechs Sponsoren haben die Durchführung ermöglicht. Als ideale Aussichtspunkte empfehlen die Organisatoren Münsterplattform, Nydegg- und Kirchenfeldbrücke sowie Marzili und Rosengarten. Gegen den LeichtsinnPolizei und Feuerwehr warnen vor einem leichtsinnigen Umgang mit Feuerwerk, denn die schönen langen Sommertage haben auch ausgetrocknete Wiesen und Bäume hinterlassen. Nicht nur in den südlichen Gegenden der Schweiz, sondern heuer auch in der Stadt Bern besteht erhöhte Brandgefahr. Die Berufsfeuerwehr empfiehlt, nur fest eingerichtete Feuerstellen zu benutzen, das Feuer ständig zu beobachten und die Feuerstellen nur in gelöschtem Zustand zu hinterlassen. Ebenso gelte es, Kinder mit Feuerwerk zu beaufsichtigen. Die Feuerwehr ruft die Bevölkerung auf, keine Feuerwerkskörper in der Nähe von abgeernteten Stoppelfeldern oder begrünten Dächern und Wäldern abzubrennen. Die Stadtpolizei mahnt, die Feuerswerkskörper ausschliesslich am 1. August abzufeuern. In den letzten Jahren habe sich die «Unsitte» verbreitet, auch in den Tagen davor und danach Feuerwerkskörper abzuschiessen. «Die Knallerei ist insbesondere für Kleinkinder, Kranke und Betagte unangenehm», heisst es in einer Mitteilung, und ab 22 Uhr gelte Nachtruhe. www.espace.ch 31.07.20061. August Feier
Demonstranten fordern Ende des Libanonkriegs
Mehrere tausend Personen haben am Samstag in Bern den bewaffneten Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah verurteilt und ein sofortiges Ende aller kriegerischen Handlungen gefordert. Die Demonstration verlief friedlich.Der Demonstrationszug bewegte sich von der Schützenmatte vor der Reithalle via Korhausplatz zum Bundesplatz, wo sich mehrere Rednerinnen und Redner zum Konflikt äusserten. Die Polizei schätzte die Zahl der Demonstrierenden auf 3000, die Organisatoren sprachen von 4000 Personen. Es gehe darum, Solidarität mit der leidenden Zivilbevölkerung in Libanon, im Gaza-Streifen und in Israel zu zeigen, sagte Louise Schneider von der Gruppe Schweiz ohne Armee (GSoA), der Hauptinitiantin der Demonstration. Rund 30 weitere Organisationen hatten sich angeschlossen. Bundesrat am PrangerViel Kritik musste der Bundesrat wegen seiner zögerlichen Haltung einstecken. Die Demonstrierenden verlangten vehement, die militärische Zusammenarbeit mit Israel sei aufzugeben. Insbesondere sei auf den Kauf von Rüstungsgütern in der Höhe von 150 Millionen Franken aus Israel zu verzichten. Lob erhielt von der Landesregierung einzig Aussenministerin Micheline Calmy-Rey für ihre zu Beginn der Gewalteskalation in Nahost bekundete dezidierte Haltung. In den Reden und auf Transparenten gab es teilweise harte Kritik an Israel und den USA. Der Weltpolizist sei der grösste Terrorist, hiess es etwa, oder was Israel betreibe, sei Völkermord. Vorherrschend war an der Demo die libanesische Fahne, aber auch die Friedensfahne in den Regenbogenfarben war gut vertreten. Völkerrecht eingefordertDie Angriffe der israelischen Armee auf Libanon und im Gaza- Streifen hätten bereits Hunderte von zivilen Opfern gefordert, hiess es auf Transparenten und in Flugbättern. Hunderttausende befänden sich auf der Flucht, und die Schäden an der Infrastruktur seien enorm. Eine Lösung des Nahost-Konflikts auf dem Verhandlungsweg könne erst dann erfolgreich sein, wenn die Menschenrechte eingehalten würden, das Völkerrecht zur Anwendung gelange und die Gewalt gegen die Zivilbevölkerung in Libanon, in den besetzten palästinensischen Gebieten und in Israel aufhöre. www.baz.ch 30.07.2008
Bundesfeiern in Bern 2006
Kinder-Lampion-Umzug vom Bärengraben zum ZytgloggeMusikkorps: Musikgesellschaft Bern-Bümpliz Besammlung: ab 20.30 Uhr beim Bärengraben (auf dem Trottoir des Aargauerstaldens) Start des Umzugs: 21.00 Uhr Umzugsroute: Bärengraben – Nydeggbrücke – Gerechtigkeitsgasse - Kramgasse – Hotelgasse – Münstergasse Beim Münsterplatz erhalten die Kinder, die am Lampion-Umzug teilgenommen haben, eine Glace. Bitte nur die kleinen Kinder begleiten. Kinder, die sich erst an der Route am Umzugbeteiligen wollen, sind gebeten, hinten anzuschliessen. Bundesfeier auf dem MünsterplatzBeginn: 21.30 Uhr Programm: Eröffnung durch Musikgesellschaft Bern-Bümpliz Ansprache von Stadtratspräsident Peter Künzler Zum Abschluss der Feier läuten die Münsterglocken. Von 18.00 – 24.00 Uhr findet auf dem Münsterplatz eine Festwirtschaft statt. Bei schlechtem Wetter findet der Kinder-Lampion-Umzug nicht statt und die offizielleBundesfeier wird ins Münster verlegt. Auskunft gibt am 1. August ab 18.00 Uhr Telefon 1600/5 Salutschiessen des Artillerievereins BernStart: 21.00 Uhr Der Artillerieverein Bern schiesst vom Sportplatz Schwellenmätteli 26 Kanonenschüsse als Gruss der Bundesstadt an die Kantone ab. Procap Lichtermeer auf dem Waisenhausplatz Start: 22.00 Uhr Feuerwerk im SchwellenmätteliDauer: 22.30 – 23.00 Uhr Feuerwerk in 6 Bildern Die schönsten Aussichtspunkte: Münsterplattform, Rosengarten, Nydeggbrücke, Marzilibad, Kirchenfeldbrücke undAarstrasse Die Englische Anlage ist ab 20.00 Uhr gesperrt. Bei zweifelhafter Witterung gibt Telefon 1600 Auskunft über die Durchführung desAnlasses www.bern.ch
100. Ausgabe bewegungsmelder Bern
Am Donnerstag, 27. Juli 2006 erschien in Bern die 100. Ausgabe bewegungsmelder – das stadtmagazin. Erstmals erschienen im Frühling 1998 berichtet der bewegungsmelder seit über acht Jahren für den Grossraum Bern über junge Themen und das vielfältige Kulturangebot.Ergänzt durch die neusten Bewegungen in den Bereichen Fashion und Design, Music und Movies, Games und Comics und vielen anderen mehr ist der bewegungsmelder für Junge und Junggebliebene Monat für Monat die Bibel für Freizeit, Kultur und Trends. Was vor über acht Jahren als Projekt begann, erlebt mit seiner 100. Ausgabe einen Höhepunkt: bewegungsmelder – das stadtmagazin. Inspiriert durch Guides aus Grossstädten wie Berlin, Barcelona und London haben sich Ende 1997 eine Handvoll Leute zusammengetan, mit dem Ziel, etwas ähnliches für Bern und die Region zu schaffen. Vergleichbares war nicht vorhanden, die Medienlandschaft im Vergleich zu heute eine völlig andere. «Der Bund» und die «Berner Zeitung» waren mit Titeln wie Ansager oder Berner Woche mehr oder weniger erfolgreich. «Der bewegungsmelder füllte und füllt immer noch eine Lücke, war und ist nahe an der Szene und hat bis heute ohne finanzielle Unterstützung, geschweige Beachtung seitens der Kulturbehörden in Stadt und Kanton Bern, geschafft zu überleben», so Marcel Wirth, Geschäftsführer der bewegungsmelder ag . Eine unglaubliche Leistung, bedenkt man die zunehmende kommerzielle Konkurrenz durch Gratiszeitungen oder der hoch subventionierten «Berner Kulturagenda». Letztere kann offensichtlich die Bedürfnisse der Kulturveranstalter der Stadt Bern und – ironischerweise – dem städtischen Kulturbeauftragten und vehementen Befürworter dieses Konstruktes, nicht erfüllen. So jedenfalls muss man den offenen Brief an die Espace Mediengruppe vor nicht allzu langer Zeit interpretieren. Der bewegungsmelder hat sich im Jahr 2002 entschieden, nach Zürich und Lausanne zu expandieren um auch dort über kulturelle Bewegungen zu berichten. In Zürich ebenfalls mit dem Brand bewegungsmelder, in Lausanne unter dem Namen «what' s up». Im Laufe der letzten acht Jahren hat der bewegungsmelder zahlreiche Veranstaltungen durchgeführt. Von Parties, über DJ-Contests, Ausstellungen zu Themen wie Video-Culture und DJ-Culture bis hin zu Modeschauen. Zudem bietet der bewegungsmelder jungen Menschen die Möglichkeit, mittels Praktikas den Einstieg in die Medienlandschaft zu wagen oder in den Bereichen Redaktion, Grafik, Covershooting und Styling erste Erfahrungen zu sammlen. Der bewegungsmelder freut sich auf weitere 100 Ausgaben und ist gespannt, wie sich die Kulturberichterstattung in der Stadt und Region Bern in der nächsten Zeit entwickeln wird. Ständig in Bewegung, offen für Anregungen, Kritik und bereit zum Dialog wünscht der bewegungsmelder sich selbst und der Kulturstadt Bern eine kreative Zukunft. www.bewegungsmelder.chwww.whatsupmag.ch
100 Jahre BLS
RM-Fusion und NEAT als neue Herausforderungen: Ein Jahr vor der Eröffnung der Lötschberg-NEAT feiert die BLS ihr 100-jähriges Bestehen. Wie 1906 steht das nunmehr zweitgrösste Schweizer Bahnunternehmen auch heute vor grossen Herausforderungen.Alles begann mit der Gotthardbahn: Ab 1882 schnitt sie die Bundesstadt vom Hauptstrang des internationalen Nord-Süd-Verkehrs ab. Um von der Wirtschaftsentwicklung nicht abgekoppelt zu werden, suchte der Kanton Bern nach einer eigenen Alpentransversale. Zu den Ideen gehörten ein Durchstich unter dem Wildstrubel, schliesslich setzte sich aber das Projekt einer Alpenbahn vom Kandertal ins Wallis durch. Initiant war der Berner Oberländer und frühere Regierungsrat Wilhelm Teuscher. Der Bund wehrte sich zunächst gegen Konkurrenz zum Gotthard - der Kanton Bern musste das notwendige Kapital deshalb zu guten Teilen bei französischen Bankiers beschaffen. Zum Bau und Betrieb der Lötschberglinie wurde im Berner Rathaus am 27. Juli 1906 die «Berner Alpenbahngesellschaft Bern-Lötschberg-Simplon» gegründet. Wenige Wochen später Begann der Bau des Lötschbergtunnels, der am 19. Juni 1913 offiziell eröffnet werden konnte. Seither entwickelte sich die BLS zum modernen Transportunternehmen, das Höhen und Tiefen erlebt hat: So wurde wiederholt diskutiert, ob der Kanton Bern eine eigene Staatsbahn braucht. Finanzielle Enpässe von Privatbahnen und der Siegeszug des Automobils liessen in den 40er Jahren erstmals das Thema einer Fusion mit der SBB aufkommen. Im Jahr 2000 konnten BLS und Kanton Bern einen Zusammenschluss abwenden. Ende 2004 kam es zu einer Neuverteilung der Aufgaben: Sie wies den Fernverkehr der SBB und den Regionalverkehr der BLS zu. Der Bundesrat entschied sich in Sachen Bahnlandschaft Schweiz zudem für das Modell, dass neben der SBB einigen wenige konzessionierte Transportunternehmungen vorsieht. www.sda.ch 27.07.2006
Schlechte Noten - Bern Platz 39
Vergleicht man die Lebensqualität von 100 Schweizer Städten, kommt Bern nur auf Platz 39. Besser wohnen lässt es sich in Zürich.Bern ist etwa so attraktiv wie ein müder, alter Bär. Das geht aus einer Studie hervor, die im Auf- trag des Wirtschaftsmagazins «Bilanz» erstellt wurde. Im Ranking wurden 100 Schweizer Städte auf ihre Lebensqualität hin untersucht. Berücksichtigt wurden Steuerbelastung, Sozialstruktur, der Erholungswert und auch der öffentliche Verkehr. Bern belegt dabei gerade mal Platz 39 – weit abgeschlagen hinter den Metropolen Genf (3), Zürich (5) und Basel (26). Stadtpräsident Alexander Tschäppät stellt die Aussagekraft der Vergleichsstudie allerdings in Frage. Zu viel Gewicht wurde seiner Meinung nach der Steuerbelastung zugemessen: «Mit Steueroasen am Zürichsee kann man uns nicht messen», sagt er. Tatsächlich ist auffallend: Sechs der zehn vordersten Plätze belegen Zürcher Gemeinden und Städte. Es sind Küsnacht, Zollikon, Meilen, Zürich, Thalwil und Stäfa. Die beste Berner Gemeinde ist Muri auf Platz 13, gefolgt von Bern (39), Ostermundigen (57), Köniz (65), Münsingen (74) und Worb (77). Um die Ortschaften ausserhalb der Agglomeration Bern ist es sogar noch schlechter bestellt. Solothurn kommt im landesweiten Städtevergleich lediglich auf Rang 79, Thun auf 82, Biel auf 98, Burgdorf auf 100. Da wirken die Worte von Urs Geissmann wie Balsam für die Berner Seele: «Solche Ratings sind fragwürdig», sagt der Direktor des Schweizerischen Städteverbands. «Je nachdem, welche Kriterien angewendet werden, kommt man zu ganz unterschiedlichen Resultaten.» Geissmann attestiert der Bundesstadt eine sehr hohe Lebensqualität und sagt: «Ich würde hier nie wegziehen.» www.espace.ch 26.07.2006
Unspunnen - Die «Olympiade der Schweizer Volksbräuche»
Das Fest, welches nur alle zwölf Jahre ausgetragen wird, nennt sich im Volksmund auch «Olympiade der Schweizer Volksbräuche». Vom 1. bis 3. September findet die 9. Auflage in Interlaken statt.Drei Tage lang wird das Bödeli zur eindrücklichen Kundgebung des schweizerischen Brauchtums. Die starken Mannen werden den Unspunnenstein stossen, sich im Schwingen messen, fröhliche Frauen, Männer und Kinder in ihren schmucken Trachten tanzen, musizieren, singen und jodeln - zur eigenen Freude und zum Vergnügen aller Gäste. Höhepunkt des dreitägigen Trachten- und Alphirtenfestes ist der grosse Festumzug entlang der Höhematte in Interlaken. Bereits zu Beginn des 13. Jahrhunderts hatten auf der Burgwiese zu Unspunnen Feste der Versöhnung und der Freundschaft stattgefunden. Es galt, Spannungen und Gegensätze - vornehmlich zwischen Stadt und Land und zwischen Regierenden und Regierten - abzubauen. Ähnlich war es auch kurz vor dem ersten traditionellen Unspunnenfest im Jahre 1805: Die Berner Oberländer hatten sich schon früher immer wieder gegen die stadtbernische Vorherrschaft aufgelehnt. Sie wollten selbstständig sein und bildeten deshalb zwischen 1798 und 1803 in der Helvetischen Republik einen eigenen Kanton. Daraufhin organisierte der bernische Schultheiss, Niklaus Friedrich von Mülinen, das erste Unspunnenfest, um die Ländler und Städter zu versöhnen. Die Erfüllung dieses Wunsches blieb ihnen allerdings versagt. Der gegenseitige Missmut verstärkte sich sogar noch bis in die Zeit des Wiener Kongresses (1815). In kultureller und wirtschaftlicher Hinsicht hingegen wurden die ersten Unspunnen- feste ein grosser Erfolg. Sie begründeten den Weltruf des Fremdenverkehrsortes Inter-laken. Die grossen Landesverbände der Schwinger, Jodler und Alphornbläser, aber auch die Heimatschutzbewegung mit der Schweizerischen Trachtenvereinigung, verdanken ihren wesentlichen Ursprung dem Unspunnenfest. Die Feste folgten aber nicht wie ursprünglich geplant «alle zwei, drei Jahre». Der Geist von Unspunnen wurde erst knapp ein Jahrhundert später, im Jahre 1905, wieder wach. Damals wurde die Jahrhundertfeier als Eidgenössisches Schwing- und Älplerfest organisiert. Seine eigentliche Auferstehung fand das farbenprächtige Kulturereignis erst im Jahre 1946: als Schweizerisches Trachten- und Alphirtenfest. Es stand im Zeichen des Friedens, auf den man nach den schweren Kriegsjahren so innig hoffte. Ehrengast war damals General Guisan. Nach 1946 wurde das Unspunnenfest regelmässig wiederholt: 1955, 1968, 1981 und 1993. Das Interesse und die Besucherzahlen stiegen wieder an und jede der Veranstaltungen wurde ein durchschlagender Erfolg. Unwetterbedingt musste letzten Herbst das Jubiläumsfest verschoben werden. Gemeldet waren 5000 aktive Trachtenleute, 2000 Jodlerinnen, Jodler, Fahnenschwinger und Alphornbläser, 200 aktive Schwinger und Steinstösser. 10 000 Zuschauer finden in der Schwinger-Naturarena Platz und 70 000 Besucher werden entlang der Umzugsroute erwartet. Nebst 200 Medienschaffenden aus der Schweiz sollen auch 100 Journalisten im Ausland vom Fest berichten und für den Tourismus in der Schweiz und im Berner Oberland im besonderen werben. www.bielertagblatt.ch Markus Dähler 24.07.2006www.unspunnenfest.ch
Berner Wanderwege - Ein 10'000-Kilometer-Abenteuer
Manche ziehts jetzt ans Wasser, andere in die Berge zum Wandern. Der Verein Berner Wanderwege und sein Heer von Freiwilligen hegt und pflegt die kleinen gelben Zeichen und die tadellos beschrifteten Wegweiser.Ausserirdische landen in Frankreich oder Italien oder Spanien. An den Bäumen entdecken sie geheimnisvolle Zeichen. Bis zu fünf solche Symbole sind (über- und nebeneinander) in einen Stamm eingeritzt, auf einen Stamm aufgemalt oder gesprayt. Mal sinds Kreuzchen, mal Striche, mal Kreise. Die Gäste aus dem All lassen sich von den mystischen Zeichen führen. Doch plötzlich verschwinden die Symbole, der Weg führt ins Nichts. Ganz anders geht es jenen Ausserirdischen, die in der Schweiz landen. An den Bäumen finden sie aufgemalte gelbe Rhomben. Die sind immer exakt gleich gross. Sie folgen ihnen auf tadellos präparierten Pfaden. Diese münden in immer neue, von Schildern beschriebene Wege. So haben sie vor dem Rückflug ins All das ganze Land kennen gelernt, während die Kollegen in Spanien, Frankreich oder Italien in irgendwelchen Büschen oder Bachbetten hängen geblieben sind. Das NetzSie haben es gemerkt: Dieses kleine Märchen ist ein Loblied auf das Schweizer Wanderwegnetz. Wer immer im Ausland Wanderferien machte – oder machen wollte –, stimmt dieses Lied an. Die Wanderwege in der Schweiz bilden ein wohl organisiertes Netz von 62'000 Kilometern. Etwa ein Sechstel dieser Strecke führt durch den Kanton Bern. Hier sind es über 1200 Routen, die zusammen über 10'000 Kilometer lang sind (siehe Grafik). Um die Markierung und den Ausbau kümmert sich seit 1937 der Verein Berner Wanderwege (BWW). Dort arbeiten bloss acht fest Angestellte, dafür aber ein Heer von Freiwilligen in den drei Kreisen Mittelland, Oberland und Jura-Seeland. Die KlebstreifenDen drei Kreisleitern sind 78 Bezirksleiter unterstellt. Jeder von ihnen betreut eine Wegstrecke von 100 bis 200 Kilometern – ehrenamtlich. Der Bezirksleiter sorgt dafür, dass die gelben Rhomben jedes Jahr aufgefrischt werden. Dies tut er nicht etwa mit einer Schablone. Er befestigt ein Klebeband in Grösse und Form des Normrhombus am Stamm. Dann malt er die Form mit einem Pinsel aus. Das Gleiche gilt für die weiss-rot-weiss markierten Bergwanderwegzeichen, die ebenfalls die BWW betreuen. «Alle anderen Methoden haben sich als untauglich erwiesen», sagt Oberland-Kreisleiter Bruno Maerten. Die GeschwindigkeitDie Bezirksleiter halten auch die Wegweiser instand. Auch hier gibts keine Zufälligkeiten: Für jeden Wegweiser gibts ein Blatt, auf dem steht, zu welcher Kategorie er gehört, wie er beschriftet sein und in welche Richtung er weisen muss. So füllen die 11'000 Wegweiser 78 Ordner, die im BWW-Hauptsitz an der Moserstrasse in Bern gelagert werden. Übrigens: Die auf den Wegweisern angegebenen Zeiten werden per Tabelle errechnet. Diese geht von einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 4,2 Stundenkilometern aus und bezieht die Höhendifferenz mit ein. Für den Wegunterhalt sind die Gemeinden zuständig. Der Verein Berner Wanderwege ist das Kontrollorgan. Jede Route müssen die Bezirksleiter mindestens einmal im Jahr bewandern und schauen, ob alles in Ordnung ist. Allein schon für die Markierungen werfen die BWW über 400'000 Franken im Jahr auf. Eine wichtige Einnahmequelle sind die Beiträge der 11'000 Mitglieder. Die GeburtKreisleiter Bruno Maerten plant auch neue Wanderrouten. Dies ist keineswegs eine Hauruckübung. Zuallererst muss die gewünschte Strecke ins bestehende Routennetz passen. Dann wird mit den betroffenen Grundeigentümern verhandelt. Von ihrem Goodwill hängt viel ab, schliesslich erhalten sie keine Entschädigung, wenn ein Wanderweg über ihren Grund führt. Im Weiteren wird abgeklärt, ob ein Vorschlag bei den kantonalen Fachstellen überhaupt eine Chance hat. Erst dann wird das Baugesuch eingereicht. Sogar für die Aufhebung eines bestehenden Wanderwegs brauchts ein offizielles Gesuch. Die Zahl der Routen im Kanton Bern stagniert. «Wir setzen auf Qualität statt auf Quantität», sagt Bruno Maerten. So werden zurzeit viele bestehende Wanderrouten von Teerstrassen auf Wege mit natürlicher Oberfläche verlegt. Die TrendsWandern liegt gerade wieder mal im Trend. Grosser Beliebtheit erfreuen sich lange Routenwanderungen wie der Jakobsweg oder der Weg der Schweiz. Im Kontrast dazu boomt auch Nordic Walking, das über kurze Distanzen führt. Zudem gibts immer mehr Pauschalangebote, die Wandern als Erlebnispaket verkaufen. So wird eine Wanderung gerne mit einer Panoramafahrt verknüpft, mit einer Fahrt auf der Rodelbahn oder mit einem Gourmetausflug. www.espace.ch Katharina Merkle 22.07.2006
Deutschland Europameister in Bern
Die deutsche U19-Frauen-Nationalmannschaft ist Europameister. Im Endspiel besiegte die Mannschaft von Maren Meinert im Berner Neufeld-Stadion Frankreich deutlich mit 3:0.Die Tore für das DFB-Team erzielten die Kerschowski-Zwillinge. Isabel Kerschowski traf in der 13. und 53. Minute, Monique Kerschowski erzielte den 3:0-Endstand 15 Minuten vor dem Spielende. Führung für DeutschlandFrankreich hatte eigentlich den besseren Start in die Partie erwischt und sich leichte optische Vorteile erspielt. Trotzdem traf Deutschland nach einem Eckball durch Isabel Kerschowski zur Führung und gab der Partie damit die entscheidende Wende. Frankreich geschocktDie Französinnen verloren nach dem Gegentreffer ihren Spielrhytmus und gerieten nach dem zweiten Tor der Meinert-Elf endgültig auf die Verliererstrasse, als Isabel Kerschowski eine schöne Einzelleistung kurz nach Beginn der zweiten Hälfte mit dem Treffer zum 2:0 abschliessen konnte. Entscheidung in BernFrankreich bäumte sich zwar noch einmal auf, musste jedoch nach einem Konter der deutschen U19 den dritter Gegentreffer hinnehmen. Monique Kerschowski machte die Galavorstellung der Kerschowski-Zwillinge perfekt und setzte mit dem 3:0 in der 75. Minute den Schlusspunkt unter einen letztendlich verdienten Sieg der deutschen U19-Nationalelf. de.uefa.com 22.07.2006
Anti-Israel-Demonstration in Bern
In Bern haben am Freitag rund 1200 Personen gegen die kriegerischen Handlungen Israels im Libanon demonstriert. Das Vorgehen Israels wurde als völkerrechtswidrig kritisiert. Zur Kundgebung aufgerufen hatten libanesische und pro-palästinensische Organisationen.In Ansprachen auf dem Bundesplatz wurde ein sofortiges Ende der Kampfhandlungen gefordert. Israel habe die Entführung zweier Soldaten durch die Hizbullah zum Vorwand genommen, um den Libanon anzugreifen. Danach zogen die Demonstranten auf einem lautstarken Umzug durch die Innenstadt. Zu sehen waren libanesische und palästinensische Fahnen und Plakate, aber auch jene der Hizbullah. Der grüne Zürcher Nationalrat Daniel Vischer rief den Bundesrat dazu auf, die Rüstungszusammenarbeit mit Israel zu stoppen und die wissenschaftliche und wirtschaftliche Zusammenarbeit zu überprüfen. Die Schweiz müsse sich weiter für einen sofortigen Waffenstillstand einsetzen. Zudem solle sie ihre humanitären Anstrengungen im Nahen Osten verdoppeln. www.nzz.ch 22.07.2006
Bernischer Kantonal-Musikverband BKMV
Die Aufnahme in das Rekrutenspiel ist der Wunsch vieler jugendlicher Musikanten. Doch dazu hat man vor der Rekrutierung die Aufnahmeprüfung zu bestehen. Wie kann man sich optimal darauf vorbereiten?Der Bernische Kantonal-Musikverband (BKMV) organisiert und führt spezielle Vorbereitungskurse für die Trompeter- und Schlagzeuger-Fachprüfung durch. Der Vorbereitungszyklus umfasst Informations-tagung, Beratung und Prüfungssimulation. Schon mit 16 oder 17 Jahren kann man, begleitet von Eltern, Dirigenten oder Fachlehrern die Veranstaltung besuchen. Als fachgerechte Anschauungsbeispiele ist der Besuch der jeweiligen RS-Konzerte im Kongresshaus Biel oder im Kursaal Bern sehr zu empfehlen. Der Informationskurs findet am 26. August in der Kaserne Bern, Kompetenzzentrum Militärmusik, Papiermühlestrasse 13, statt. Eine spezielle Anmeldung ist nicht erforderlich. Von 13.30 bis 15.00 Uhr wird über Aufgaben, Pflichten und Ausbildung in der Militärmusik informiert. Themen sind: der Aufnahmeprüfungsablauf, geeignete Stückwahl und die grundsätzlichen Anforderungen, um ins Rekrutenspiel aufgenommen zu werden. Bernischer Kantonal-Musikverband (BKMV)
Orange Cinema Bern
Stadt zeigt sich grosszügig: Orange Cinéma gastiert gratis auf der Uniterrasse – Basel oder Zürich bitten den Organisator zur Kasse.Stünde die Leinwand auf dem Bundesplatz, würde dies bis 10'000 Franken Miete pro Tag kosten. Für öffentliche Grünflächen aber zieht die Stadt Bern keine Gebühren ein, auch nicht bei kommerziellen Veranstaltern. Für einmal zeigt sich die Stadt Bern von der grosszügigen Seite. Die Cinerent Openair AG, welche unter dem Label Orange Cinéma ab diesem Freitag wieder Filme zeigt, muss für die Wiese auf der Grossen Schanze keinen Franken Miete bezahlen. Einzig die Wiederherstellungskosten werden von der Stadtgärtnerei in Rechnung gestellt. Würde das Open-Air-Kino auf einem Platz in der Altstadt durchgeführt, sähe die Situation anders aus. Für die Durchführung von Veranstaltungen auf öffentlichem Boden verlangt die Stadt Bern je nach Ort zwischen 50 und 10'000 Franken pro Tag – ausgenommen sind Anlässe zur «Ausübung der ideellen Grundrechte», Kundgebungen oder Unterschriftensammlungen zum Beispiel. Das teuerste Pflaster ist Berns Bundesplatz. Bis zu 10'000 Franken pro Tag muss hier ein Organisator abliefern. Andere Plätze in der Altstadt kosten bis 800 Franken pro Tag, Strassenmieten zwischen 50 und 500 Franken. So genannte «Grünflächen» wie die Grosse Schanze aber sind in der Stadt Bern vom Gebührenreglement ausgenommen. Ihre Benützung wird auch nicht über die Gewerbepolizei, sondern über die Stadtgärtnerei geregelt, und diese verlangt gewöhnlich keine Mietkosten. «Ausser den Instandstellungskosten verrechnet die Stadtgärtnerei nichts», sagt der stellvertretende Stadtgärtner Kurt Huber. Am teuersten ists in ZürichAndernorts verlangen die Städte Abgaben für die Benützung des öffentlichen Raumes. In Basel, wo das Orange Cinéma auf dem Münsterplatz logiert, wird dem Veranstalter «der übliche Tarif von Fr. 1.10 pro Quadratmeter und Tag berechnet», sagt Marc Keller, Informationsbeauftragter des Baudepartements; total rund 51'000 Franken. In Zürich sind nicht nur die Einzeleintritte mit 22 Franken am teuersten aller fünf Schweizer Orange-Cinéma-Standorte (Bern und Basel 19, Lausanne 18 und Genf 17 Franken), sondern auch die Abgaben. «Zwischen fünf und zehn Prozent des Ticketerlöses» kostet der Platz am Zürihorn, sagt Erich Maag vom Mediendienst der Stadt Zürich. Laut dem «Tages-Anzeiger» waren bis vorgestern bereits 50'000 der rund 53'000 Karten verkauft. Das lässt darauf schliessen, dass Cinerent in Zürich über 100'000 Franken Abgeltung zahlt. Die Stadt Lausanne partizipiert mit fünf Prozent am Gesamtumsatz der Veranstaltung. Wie viel sie im einzelnen genau zahlen, wollten die Organisatoren nicht sagen. «Zur Miete der Standorte geben wir, wie zu den erzielten Umsätzen, Sponsoren-Leistungen usw., grundsätzlich keine Auskunft. Ich hoffe, Sie haben dafür Verständnis. Selbstverständlich stehen wir Ihnen für sonstige Fragen zu unseren Veranstaltungen gerne zur Verfügung», lautete die schriftliche Antwort von Daniel Höltschi von der Cinerent Openair AG auf die Anfrage des «Bund». Auch die Orange-Pressestelle wollte keine Auskunft geben. www.espace.ch 19.07.2006www.orangecinema.ch/de/bern.htm
Heute heissester Tag
Die Schweiz schwitzt. Gestern haben die Temperaturen an diversen Messstationen neue Jahreshöchstwerte erreicht. Doch der heisseste Tag des Sommers erwartet uns erst heute. In Genf, Bern, Zürich, St. Gallen und Lausanne wurden gestern so hohe Temperaturen gemessen wie noch nie in diesem Jahr: Genf etwa schwitzte unter 33,3 Grad, wie ein Sprecher von Meteo Schweiz auf Anfrage sagte. In Zürich-Kloten wurden 32,1 Grad gemessen, in Bern 31,2 Grad und in Lausanne 31,1 Grad. Auf dem Flughafen Basel - auf französischem Boden - gab es gar 34 Grad, genau so viel wie am 4. Juli im aargauischen Buchs beim bisherigen Temperaturrekord dieses Jahres gemessen wurden. Das schöne und warme Wetter ist in der Schweiz in den letzten Wochen zum Dauerzustand geworden: Die erste Hälfte des Sommers war überdurchschnittlich warm, bis zu vier Grad wärmer als der langjährige Schnitt. Viel weniger heiss als 03Trotzdem könne man nicht wirklich von einem «aussergewöhnlichen» Sommer sprechen, schreibt Meteo Schweiz in einem Übersichtsbericht. Im Vergleich zum Hitzesommer 2003 sei die heurige Hitzewelle viel schwächer. Im Sommer 2003 seien 30 Grad beinahe der Durchschnitt gewesen, dieses Jahr wurde dieser Wert bloss relativ selten erreicht. Im Mai und Juni 2003 etwa wurde laut Meteo Schweiz die 30-Grad-Marke in Genf 20 Mal, in Bern 10 Mal und in Sitten 17 Mal überschritten. In diesem Jahr waren es 5 Mal, 1 Mal und 3 Mal. Allerdings dauert der Sommer 2006 noch an: Heute erwarten die Meteorologen den heissesten Tag des Jahres. Die Höchstwerte dürften verbreitet zwischen 30 und 33 Grad liegen, teilte SF Meteo, die Wetterredaktion des Schweizer Fernsehens mit. Im Mittelwallis dürften sogar 34,5 Grad erreicht werden. www.tagesanzeiger.ch 19.07.2006
Leicht weniger Einwohner in der Stadt Bern
Ende Juni wohnten 127'758 Personen in der Stadt Bern, das sind 82 weniger als letzten Monat. Es kamen 132 Babies zur Welt und 138 Menschen starben. 27'224 Personen oder 21.3 Prozent der Stadtberner Bevölkerung haben eine ausländische Nationalität. Es starben 6 Menschen mehr als geboren wurden, 1'100 Personen zogen weg und 1'024 zogen zu, was einen Bevölkerungsrückgang von 82 Personen ergibt. Im Vergleich: Im Juni 2005 hatte die Stadt Bern einen Bevölkerungsrückgang von 153 Personen zu verzeichnen. Ende Juni 06 wohnten 570 Menschen mehr in der Stadt Bern als noch vor einem Jahr. Im Juni 06 wurden 64 Knaben und 68 Mädchen geboren, darunter 28 Kinder ausländischer Nationalität. Gestorben sind insgesamt 138 Personen, 80 Einwohnerinnen und 58 Einwohner, darunter acht Personen ausländischer Nationalität. www.espace.ch 18.07.2006
Europaweiter Flussbadetag in Bern und Sion
«Big Jump» ist das Motto des europaweiten Flussbadetags. Zum Tag der sauberen und lebendingen Flüsse organisiert der WWF Bern im Berner Lorrainebad ein grosses Flussschwimmen. Gleichzeitig lädt auch Sion zum grossen Sprung.200 Personen haben in Bern in der Aare schwimmend für saubere Flüsse demonstriert. Die Schwimmdemonstration forderte eine Revitalisierung von Flüssen für besseren Hochwasserschutz und für mehr Lebensraum. Zudem müssten die geltenden Gewässervorschriften strikt umgesetzt und Ökostrom gefördert werden. Als Wasserschloss Europas soll sich die Schweiz der Bestrebung, bis 2015 alle Flüsse ökologisch aufzuwerten, anschliessen, heisst es in einer Mitteilung des WWF Bern vom Dienstag. www.grenchner-tagblatt.ch 16.07.2006Bäder in Bern und Umgebung
YB siegt beim FC MIKA
Die Young Boys stehen mit einem Bein in der 2. Quali-Runde zum UEFA-Cup. Die Berner gewannen das Hinspiel der 1. Runde beim FC MIKA Aschtarak in Erewan mit 3:1 und können dem Rückspiel in zwei Wochen beruhigt entgegensehen.Den Führungstreffer für YB schoss der Brasilianer Marcos Dos Santos «Marquinhos» bereits nach 20 Minuten. Die Spielberechtigung für den Neuzugang war erst kurz vor dem Spiel eingetroffen. Die weiteren Berner Treffer erzielten Raimondi und der eingewechselte Sermeter nach der Pause. Beim Gegentor patzte YB-Keeper Wölfli. MIKA Aschtarak - YB 1:3 (0:1) Republikan-Stadion, Jerewan. - 5000 Zuschauer - SR Saliy (Kas). - Tore: 20. Marcos Dos Santos 0:1. 49. Raimondi 0:2. 86. Sermeter 0:3. 93. Grygoryhn 1:3. MIKA: Hakobjan; Mikaeljan (56. Nascimento), Fursin, Petikjan, Da Silva; Dawtjan, Melojan, Antonjan (55. Grygoryhn); Adamjan; Schachgeldjan, Juschkow. YB: Wölfli; Portillo, Tiago, Gohouri, Hodel; Magnin, Delfim; Varela (83. Sermeter), Häberli (78. Hochstrasser), Raimondi, Marcos Dos Santos (61. Jun Shi). Bemerkungen: YB ohne João Paulo, Simpson (beide verletzt) und Yakin (angeschlagen). Verwarnung: 23. Antonjan (Foul).
WK-Soldaten bewachen wieder Botschaften
Weil es an Durchdienern fehlt, müssen im Herbst erneut WK-Soldaten Botschaften in Bern und Genf bewachen.Erst Anfang dieses Jahres hatte das Eidg. Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) angekündigt, dass für die Botschaftsbewachung ab 1. Juli grundsätzlich keine WK-Truppen mehr eingesetzt werden sollen. Diese Aufgaben sollten Durchdiener und Profis der Militärischen Sicherheit übernehmen. Wegen des Mangels an Durchdienern müssen nun aber bereits unmittelbar nach Einführung des neuen Systems wieder WK-Soldaten vor den Botschaften stehen, wie das VBS mitteilte. Und dies auch noch in grösserem Umfang als je zuvor: Bisher wurden lediglich 10 bis 30 WK-Soldaten bei der Botschaftsbewachung eingesetzt. Insgesamt sind daran rund 500 Armeeangehörige beteiligt. Maximal 300 Soldaten Der Einsatz von maximal 300 Milizionären sei nur während weniger Wochen vorgesehen, sagte Heeres-Sprecherin Kirsten Hammerich auf Anfrage. Ob der Einsatz von WK-Soldaten wiederholt werden müsse, hänge von der Zahl von Durchdienern ab. Für die Durchdiener-Rekrutenschule 2006 konnte lediglich eine Kompanie gebildet werden. Damit die WK-Verbände ihre Ausbildung wie geplant durchführen können, werden gemäss dem VBS-Communiqué zur Botschaftsbewachung nur Ameeangehörige eingesetzt, die keinem aktiven Truppenkörper mehr angehören. www.nachrichten.ch 14.07.2006
Bern schafft Rat fuer Seniorinnen und Senioren
Der Gemeinderat will in der Stadt Bern einen Rat für Seniorinnen und Senioren schaffen. Das neue Gremium soll den Gemeinderat «auf dem Weg zu einer altersgerechten Stadt» beraten und unterstützen. Um die Belange von Seniorinnen und Senioren kümmert sich heute eine städtische Fachkommission. Mit dem Senioren-Rat soll Wissen direkt an der Basis der Betroffenen eingeholt werden, wie Gemeinderätin Edith Olibet (SP) auf Anfrage sagte. Der Rat für Seniorinnen und Senioren soll 12 bis 15 Mitglieder umfassen. Zusammengesetzt wird der Rat für Seniorinnen und Senioren aus Vertreterinnen und Vertretern politischer Parteien und Altersorganisationen sowie aus interessierten Seniorinnen und Senioren. Mitglied des Rats kann werden, wer mindestens 60 Jahre alt ist und in der Stadt Bern wohnt. Der Gemeinderat strebt an, dass die vorstehend erwähnten Gruppen zu je einem Drittel vertreten sind und eine Geschlechterquote von 50 Prozent sowie auch eine angemessene Vertretung von Migrantinnen und Migranten erreicht wird. Der Rat für Seniorinnen und Senioren soll an ihren Sitzungen «bedeutende Vorhaben mit alterspolitisch relevanten Aspekten behandeln und dem Gemeinderat dazu Empfehlungen abgeben», heisst es in einer Mitteilung der Stadt Bern vom Donnerstag. Laut Olibet soll der Rat beispielsweise Stellung zu Bauprojekten oder Verkehrsfragen nehmen. Andererseits sei es auch wünschenswert, wenn der Senioren-Rat selber Ideen einbringt. Bis Ende Jahr will der Gemeinderat die Mitglieder der neuen Kommission wählen. www.mzbern.ch 14.07.2006
Richtig baden lernen
Ertrinken ist bei Unfällen mit Kindern die zweithäufigste Todesursache. Zwölf Kinder ertrinken in der Schweiz im Schnitt pro Jahr.Das Programm «Das Wasser und ich» der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft (SLRG) und der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) hat zum Ziel, Kinder im Vorschulalter mit den Risiken vertraut zu machen und gleichzeitig ihr Interesse am Schwimmen zu wecken sowie die Freude am Wasser zu fördern. Viele Unfälle lassen sich vermeiden: Nie erhitzt ins Wasser springen, kleine Kinder stets im Auge behalten, sich nicht auf aufblasbare Schwimmhilfen verlassen, weder mit vollem noch mit leerem Magen schwimmen gehen, nie in trübe oder unbekannte Gewässer springen, lange Distanzen nicht alleine schwimmen. Die BFU-Broschüre «Im Wasser» kann kostenlos bestellt werden unter shop.bfu.ch oder mit einem frankierten C5-Antwortkuvert bei: BFU, «Im Wasser», Laupenstrasse 11, 3008 Bern. www.wochen-zeitung.chwww.das-wasser-und-ich.chBäder in Bern und Umgebung
Sonnenkraftwerk auf dem Stade de Suisse in Bern wird ausgebaut
Das Sonnenkraftwerk auf dem Dach des Stade de Suisse Wankdorf in Bern wird ausgebaut. Die Produktion kann so von rund 800 000 kWh auf 1,2 Millionen kWh gesteigert werden.Die gesamte Stromerzeugung des Sonnenkraftwerks auf dem Stade de Suisse sei innerhalb von 14 Monaten, rascher als erwartet, verkauft worden, heisst es in einer Mitteilung des Energieunternehmens BKW Energie AG. Wegen zunehmender Nachfrage fasst die BKW nun den bereits vor Jahresfrist angekündigten Vollausbau ins Auge. Die Inbetriebnahme des erweiterten Solarkraftwerks ist für Sommer 2007 geplant. Die Anlage ist das weltgrösste, in einem Stadiondach integrierte Solarkraftwerk. www.sda.ch 12.07.2006
Accor baut noch mehr
Die Hotelkette Accor plant einen zweiten Standort in Bern. In Ausserholligen entstehen zwei Hotels neben Büros und Kultur. Die Autobahnausfahrt Bern-Bümpliz liegt nahe, die S-Bahn- und Busstationen Ausserholligen liegen vor der Tür, und der Europaplatz in Ausserholligen wird auch Ort eines kulturellen Zentrums sein: Ein Gebäudekomplex von 12 Etagen plus 200 Parkplätzen ist geplant. Ein Teil davon ist vorgesehen für das «Haus der Religionen», in dem sechs Weltreligionen einst einen Treffpunkt haben, ergänzt durch Cafeteria, Bibliothek und Seminarräume. Ein weiterer Teil ist geplant für Büros. Den grössten Anteil jedoch wird voraussichtlich die Hotelkette Accor in Beschlag nehmen. Dass Accor nach dem Guisanplatz ein zweites Standbein in Bern aufbaut, ist seit einiger Zeit bekannt. Wie aus gut informierten Kreisen zu erfahren ist, wird dies am Europaplatz in Ausserholligen der Fall sein. Dort sollen ein Etap- und ein Suitehotel entstehen. Die drei Accor-Hotels Ibis, Etap und Novotel neben der BEA-Expo waren und sind in ihren bisherigen zwei Jahren mit durchschnittlich 76 Prozent gut ausgelastet. Entgegen den Befürchtungen blieben die Hotels in der Innenstadt trotz Accor gut besetzt. Die Expansion begründet Accor damit, dass Tourismus und Business weiter zunehmen und die Nachfrage nach Unterkünften stetig steigt. www.espace.ch 11.07.2006
Bern jubelt auf italienisch
Das Duell der Tricoloren strapazierte gestern auch in Bern die Nerven der Fussballfans. Ein Stimmungsbericht aus der Aarbergergasse.Am Brandenburger Tor in Berlin und in Rom jubelten Hunderttausende gestern beim WM-Finalmatch Frankreich - Italien. Zu einer kleinen Version der Berliner Fanmeile wurde die Berner Aarbergergasse. Hunderte Anhänger der «Squadra Azzurra» verwandelten die Altstadt in ein blaues und rot-weiss-grünes Farbenmeer. Statt auf einer grossen Leinwand flimmerte der Match über viele TV-Bildschirme, die die Restaurants aufgestellt hatten. Im «Moléson» assen die Gäste noch während der ersten Halbzeit seelenruhig ihren Muscheltopf, während andere inbrünstig das erste Tor der «Azzurri» bejubelten. Dazwischen balancierten die Kellner ihre Tabletts durch die Menge. Fans der «Equipe Tricolore» waren kaum zu sehen. Eine Stunde vor Anpfiff strömten die Fans in die Altstadt. Viele in blauen Trikots oder in die italienische Flagge gehüllt. Einige Optimisten formierten sich bereits auf dem Anfahrtsweg zu einem Autokorso. Lange vor Spielbeginn waren die Sitzplätze in der Aarberggergasse belegt, Stehplätze gab es noch in den Lauben. Daniela Cesarano und ihre Kollegen hatten welche ergattert. «Seit dem Achtelfinale kommen wir zum Feiern in die Innenstadt», sagte die 19-jährige Halbitalienerin. «Die Stimmung ist einfach toll.» Sie zeigte stolz auf ihre rot-weiss-grünen Schuhe: «Die sind selbst gemacht.» Daniela weiss, «wir haben mit den Franzosen bisher keine guten Erfahrungen gemacht». Aber Hauptsache: «Italien ist im Finale!» Das «Divino» war bis auf den letzten Platz mit in Blau gekleideten Fans besetzt. Statt Bier wurde Kaffee getrunken, Kinder waren dabei, das Spiel wurde italienisch kommentiert. Als die italienische Nationalhymne ertönte, stimmte das Lokal mit ein. Schrill wurde bei der Marsellaise gepfiffen. Annika Hesse verzog kurz das Gesicht. Vom Spiel bekommt die Kellnerin wenig mit: «Keine Zeit», rief die 21-Jährige und füllte ihr Tablett mit Gläsern. Während der gesamten WM hat sie gearbeitet, heute trägt sie ein blaues Trikot – ist sie also Italienfan? «Nein, ich war für Deutschland.» Gegen Ende der zweiten Halbzeit steigerte sich der Geräuschpegel um ein Vielfaches, verwandelte sich die Aarbergergasse in ein tobendes Stadion. Jeder Angriff der «Azzurri» wurde lauthals unterstützt. Die Nachspielzeit zerrte an den Nerven, erst das Penalty-Schiessen brachte die Erlösung für die italienischen Fans. Aus der Anspannung wurde ekstatische Freude über den ersten WM-Titel seit 1982. Zeitgleich startete der Autokorso auf Berns Strassen. «Deutlich mehr Zuschauer» Die Fussball-WM 2006 wird als die Weltmeisterschaft der öffentlichen Fussballübertragungen in Erinnerung bleiben. Kaum ein Restaurant, das nicht TV-Apparate in den Garten stellte, kaum ein Lokal, das keine Extra-Leinwand aufzog. Und noch nie haben so viele Leute ausser Haus Fussball geschaut wie diesen Frühsommer. Der Aarbergerhof gehört zu den Dinosauriern unter den Lokalen mit Fussballübertragung. Hier wurde schon Fussball übertragen, als es noch nicht hip war, in den Trikots der diversen Nationalmannschaften herumzulaufen. Doch trotz der «riesigen Konkurrenz», die dieses Jahr geherrscht habe, sagt der stellvertretende Geschäftsführer Patrick Schaad: «Es war wie immer, wenn WM ist – nur noch etwas verrückter.» Und: «Bei Topspielen hätten wir das Haus sicher fünfmal füllen können.» Nachdem die Verhandlungen mit der Stadt über den Platz vor dem Restaurant gescheitert waren, lagerte das Lokal «im Juli» im Berner Breitenrainquartier sein WM-Studio auf die Kasernenwiese aus. «Zum Glück war die Armee unkomplizierter als die Stadt», sagt der WM-Verantwortliche This Dauwalder. Auch dank dem grossen Wetterglück sei der Anlass rundum gelungen. «Unser Fussball-Zelt ist während der WM zum Quartiertreff geworden», sagt Dauwalder. Es habe eine wunderbare Stimmung geherrscht und kaum Reklamationen gegeben, «obwohl wir mitten in einem Wohnquartier waren». YB-Fangesänge im WankdorfOhne dass ein Live-Fussballspiel stattgefunden hätte, sind in den vergangenen vier Wochen über 20 000 Fussballfans ins Wankdorfstadion gepilgert, um sich auf den dortigen Leinwänden die WM-Spiele anzuschauen. «Friedlich, schön und ein voller Erfolg» sei der Anlass gewesen, sagt die Medienverantwortliche des Stade de Suisse, Marianne Gut. Mit so vielen Leuten habe man nicht gerechnet. «Und die Stimmung war phantastisch», schwärmt Gut, immer wieder seien Fangesänge angestimmt worden, «ja sogar die YB-Viertelstunde wurde hinuntergezählt». Noch mehr Leute hat Radio BE1 in die alte Curlinghalle gelockt, wo die WM-Spiele übertragen worden sind. «Wir hatten über 40'000 Besucher», sagt Bernhard Krättli, kommerzieller Leiter bei BE1. Und auch hier das Fazit: «Voller Erfolg, deutlich mehr Zuschauer als in früheren Jahren.» Die Stimmung sei «sensationell» gewesen, «länderübergreifend und trotzdem immer friedlich». Etwas ruhiger gings im Klubhaus des FC Sternenberg in Schlatt bei Schliern zu und her, wo Christoph Spycher Fussballspielen gelernt hat. «Zwischen 30 und 300 Leute waren hier», sagt Ko-Organisator Marc Ringgenberg. «Vor allem bei den Schweizer Spielen war die Euphorie riesig.» Gleiches vermeldet auch das Bierhübeli. «Es ist noch besser gelaufen als an der letzten EM», sagt die Event-Verantwortliche Nicole Bergdorf, und fügt an: «Trotz allem bin ich froh, dass es jetzt vorbei ist.» www.espace.ch Anne-Careen Stoltze 10.07.2006
Gurten goes Solarpower
Neben einem abwechslungsreichen und attraktiven Musikprogramm in der einmaligen Atmosphäre überzeugt das Gurtenfestival am Berner Hausberg auch mit sauberer und ökologischer Energie. Das Festival wird mit Sonnenstrom von 1to1 energy, produziert im Solarkraftwerk des Stade de Suisse Wankdorf, gespiesen.Wenn von Donnerstag bis Sonntag die Headliner James Blunt, Stiller Has, Wir sind Helden, Xavier Naidoo, Mattafix, Joy Denalane, Dada (ante Portas), Sportfreunde Stiller, Billy Idol, Wurzel 5, Bela B. Y los Helmstedt, Fettes Brot, Reamonn, Manu Chao Radio Bemba Sound sowie Wilial White und Mousse T am Gurtenfestival sounden, ist dies nicht nur ein Hörgeschmack ohne Vergleich, sondern erst noch ökologisch. Denn neben dem starken Musikprogramm, der einmaligen Atmosphäre und dem grosszügigen kulinarischen Angebot, engagieren sich die Organisatoren um Philipp Cornu auch für die Umwelt. Wenn die Boxen dröhnen, dann kann der Sound doppelt genossen werden. Denn der Strom für das Festival ist sauber – ökologisch sinnvoll. «Solarpower macht 'weniger Dräck'», schreiben die Organisatoren in ihrem Pressetext. Das Engagement entstand durch die Partnerschaft mit der BKW FMB Energie AG unter der Angebotsmarke 1to1 energy. Bezogen wird der saubere Strom vom Sonnenkraftwerk der BKW auf dem Dach des Stade de Suisse Wankdorf in Bern. Das Festival braucht dadurch erheblich weniger Leistung aus den Dieselgeneratoren – und mindert damit auch den CO2-Ausstoss. Ziel: «zero emission»-FestivalDie «zero emission»-Kampagne vom WWF Schweiz ist Teil der nationalen WWF-Klimakampagne. Schweizweit sparen Jugendliche zuhause, in der Schule oder in ihrer Jugendgruppe bis eben hin zum Gurtenfestival Energie und dadurch CO2, das wichtigste Treibhausgas und leisten so einen Beitrag fürs Klima. 650 Tonnen CO2 verursachen die vier Festivaltage. Im vergangenen Jahr wurden 40 Prozent der 650 Tonnen CO2 kompensiert. Das reichte noch nicht ganz, um das Festival zum «zero emission»-Festival zu machen. Aber klimafreundlich war es allemal! Damit das Ziel eines CO2-neutralen Openairs realistisch wird, bemühen sich auch die Veranstalter des Gurtenfestivals, den CO2-Ausstoss möglichst gering zu halten. Sei dies mit dem erwähnten Solar-Strom, aber auch durch die Verwendung von Mehrweggeschirr, Reduktion der Transportfahrten und einem Angebot von Bio-Food. Und trotz allem Engagement bleibt der Gurten so wie er immer war, ohne grössere spürbare Veränderungen und Einschränkungen – aber dennoch, ökologischer und sauberer! www.jungfrau-zeitung.ch 05.07.2006www.gurtenfestival.ch
Bundesplatz-Baenkli: Hilft die Kantonalbank?
Die Betonklötze auf dem Bundesplatz werden immer noch als Sitzbänke zweckentfremdet – gefährlich nahe am Verkehr. Heute soll entschieden werden, wie das Problem während dem Bundeshaus-Umbau gelöst wird.Doch die Bänkli haben sich als Bedürfnis erwiesen. Laut Stadtbehörden wird es aber keine geben, weil der Platz als Gesamtkunstwerk ohne Bänke konzipiert ist. Ob das tatsächlich in Stein gemeisselt ist, will SVP-Stadtrat Erich Hess nun in einem Vorstoss vom Gemeinderat wissen. Möglich wäre, dass die Kantonalbank einspringt: Statt Werbetafeln könnte sie in ihren Lauben beim Hauptgebäude Bänke montierten, die das Platz-Gesamtbild nicht stören. «Eine gute Idee», sagt eine Sprecherin der Bank. «Allerdings gibt es für solche Bänke natürlich öffentliche Auflagen.» www.20min.ch 05.07.2006
Europa sucht Bureau in Bern
Der österreichische EU-Diplomat Michael Reiterer steht kurz vor seiner Ernennung zum ersten Vertreter der Europäischen Union (EU) in Bern.Was Brüssel noch fehlt, sind Büroräume in der Bundesstadt. Die Botschaft möglichst in der Nähe des Bundeshauses sollte noch dieses Jahr eröffnet werden. Wenn EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso am Montag Bundespräsident Moritz Leuenberger in Brüssel zum Staatsbesuch empfängt, wird er ihm sehr wahrscheinlich den Namen des zukünftigen Vertreters der EU-Kommission in Bern mitteilen können. Denn gemäss Emma Udwin, der Sprecherin von EU-Aussenkommissarin Benita Ferrero-Waldner, steht das Ernennungsverfahren für den ersten «EU-Botschafter» in Bern kurz vor dem Abschluss. Die EU-Kommission hat ihn bereits ernannt, voraussichtlich am Freitag werden die EU-Staaten konsultiert. Ihre Zustimmung gilt als Formsache. Von Japan in die SchweizIn Brüssel verdichten sich die bereits seit Monaten kursierenden Gerüchte, dass die Wahl auf den österreichischen EU-Diplomaten Michael Reiterer gefallen ist. Der 51-jährige Jurist ist gegenwärtig stellvertretender Leiter der EU-Delegation in Japan. Offiziell bestätigt wird die Wahl nicht. «Wir geben den Namen erst bekannt, wenn die Zustimmung der Schweiz vorliegt», sagt Udwin. Laut dem Sprecher des Eidgenössischen Departements für Auswärtige Angelegenheiten (EDA), Lars Knuchel, dauert das Verfahren für das so genannte Agrément, die Zustimmung der Schweiz als Gastland, mindestens fünf Wochen. Federführend ist die Abteilung Protokoll im EDA. Lange Zeit in GenfReiterer kennt die Schweiz, genauer das kosmopolitische Genf gut. Er hatte hier studiert, für das UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge gearbeitet und war zu Beginn der 90er-Jahre österreichischer Unterhändler in der Uruguay-Runde der WTO-Vorläuferorganisation GATT. Reiterer ist in seiner diplomatischen Karriere im Auftrag Österreichs und der EU sehr weit in der Welt herumgekommen: Er war nicht nur lange in Asien, sondern auch in Westafrika, Wien und Brüssel stationiert. Neben seiner Tätigkeit als EU-Diplomat ist er gegenwärtig Dozent für internationale Beziehungen an der Universität seiner Heimatstadt Innsbruck. Botschaft gesuchtBrüssel wird also einen Mann mit weitem Horizont nach Bundesbern schicken. Noch aber hat man keine passende «Botschaft» gefunden. Die Suche läuft laut gut informierten Kreisen auf Hochtouren. Man hat zehn Objekte in Bern geprüft und teilweise aus Sicherheitsgründen verworfen. Ein Objekt wäre geeignet gewesen, aber Brüssel hatte mit der Zusage zu lange gezögert. Gesucht werden Arbeitsräume für bloss sechs Personen in der Nähe des Bundeshauses - die «EU-Botschaft» wird man sich also eher bescheiden vorstellen müssen. Die Eröffnung soll noch in diesem Jahr stattfinden. Wenigstens eine Wohnstätte für Reiterer hat Brüssel bereits entdeckt: Die Residenz des zukünftigen «EU-Botschafters» liegt laut gut informierten Kreisen am kleinen Egelsee im Osten Berns. www.swissinfo.org Simon Thönen Brüssel 06.07.2008
Hessen macht den Lehrer krank
54-Jähriger aus Wetzlar unterrichtet trotz Frühpensionierung in BernDass man in Hessen in den Neunzigerjahren (unter Rot-Grün) nicht, im schönen Bern in der Schweiz aber sehr wohl unterrichten konnte, das würde auch Kultusministerin Karin Wolff (CDU) nicht behaupten. Ein 54-Jähriger Berufsschullehrer aus dem Lahn-Dill-Kreis freilich sieht es so: Er wurde 1998 aus gesundheitlichen Gründen beurlaubt, setzte jedoch ohne Wissen der hiesigen Behörden seine Lehrtätigkeit in der Schweizer Hauptstadt fort. Dort wiederum wusste man nichts von der Pensionierung des neuen Kollegen. Finanziell lohnte sich die Reise in den Süden für den Pädagogen allemal, denn er kassierte fortan nicht nur Pension aus Hessen, sondern auch ein gutes Lehrergehalt bei den Eidgenossen. Bis das Staatliche Schulamt dem Mann auf die Schliche kam - ein anonymer Hinweis, angeblich von seiner geschiedenen Frau. Mit dem Doppelgehalt war bald Schluss: Seine Pension wurde auf 20 Prozent gekürzt, und selbst diese wurden eingefroren. Und das Land betrieb seine Wiedereinstellung in Hessen, gegen die der 54-Jährige jedoch klagte. Mit Erfolg: Das Verwaltungsgericht Giessen gab ihm Recht, da ein Gutachter bestätigt hatte, dass der Mann in Hessen nicht unterrichten könne. Seine psychiatrischen Gesundheitsstörungen resultierten aus den Erfahrungen in Hessen. In der Schweiz dagegen seien die Bedingungen besser, befand die 5. Kammer des Gerichts. Hessens Schulbehörden verstehen nun die Welt nicht mehr und gehen, sobald die schriftliche Urteilsbegründung vorliegt, auf jeden Fall in Berufung. Sollte der ehemalige Staatsdiener dort wieder Recht bekommen, müssten die eingefrorenen Beträge aufgetaut, sprich nachgezahlt, werden. Mehr aber nicht, denn die Anrechnung seines Schweizer Gehaltes auf die Pension sei normales Beamtenrecht, so Wolffs Sprecher Christian Boergen: «Es geht hier aber gar nicht um Geld, sondern darum, dass einer entweder im Ruhestand ist oder arbeitet, eins geht nur.» Dem Vernehmen nach sorgt der Fall inzwischen nicht nur in Hessen, sondern auch in Bern für Aufhebens. An der Wirtschafts- und Kaderschule Bern war gestern allerdings keine Auskunft zu bekommen. www.hna.de Petra Wettlaufer-Pohl 03.07.2006
Bern Mobil fährt mit Biogas
In der Stadt und Region Bern fährt der erste von 32 mit Biogas betriebenen GelenkautobussenBern Mobil, EWB, ARA und Volvo haben gestern in Bern den ersten Biogasbus in Betrieb genommen. Dank dem Ökofonds der Stadt Bern ist das Gemeinschaftsprojekt für alle vier Partner auch ökonomisch interessant. Die Strombezüger in der Stadt Bern sowie die Gasverbraucher in Stadt und Region Bern haben das Gemeinschaftsprojekt indirekt mitfinanziert: über den Ökofonds. Das Instrument zur Förderung erneuerbarer Energie, von den Stimmberechtigten der Stadt Bern mit der Ausgliederung der Stadtwerke 2001 beschlossen, nimmt Energie Wasser Bern (EWB) in die Pflicht: EWB muss zehn Prozent des Gewinns für den Ökofonds zurückstellen, rund drei Millionen Franken pro Jahr. Der Fonds hat die Umrüstung der Busflotte von Diesel auf Biogas begünstigt: «Der Ökofonds ermöglicht Projekte, die aus rein ökonomischem Interesse nicht umgesetzt würden», räumte EWB-CEO Kurt Bill bei der gestrigen Inbetriebnahme des ersten Busses ein. Dass der Bus nicht nur mit Erdgas, sondern mit Biogas fährt, verleiht dem Projekt doppelten Pioniercharakter. Laut Bill ist das CO2-neutrale, steuerlich begünstigte einheimische Produkt ein preiswerter Treibstoff. EWB beteiligte sich sowohl an den Investitionen in die Abwasserreinigungsanlage ARA Neubrück als auch an der Umrüstung des Busdepots von Bern Mobil am Eigerplatz. Der Kanton als Besteller der Fahrzeuge leistete keinen zusätzlichen Beitrag. Hingegen unterstützte das Bundesamt für Energie den Buskauf, der zur Verbesserung von Luftqualität und Klima beiträgt. Gastankstelle im Depot Die für die Busflotte benötigte Menge Biogas wird in der ARA aus Klärschlamm produziert und ins Erdgasnetz eingespeist. Physikalisch sind Biogas und Erdgas identisch. Im Depot Eigerplatz mussten erhebliche Einrichtungen für die rationelle und sichere Betankung installiert werden: Kompressoren für 48 Betankungsplätze, Hunderte Meter Rohre und Leitungen, Sensoren und Belüftungskanäle. Im Endausbau sind 62 Gasbetankungsplätze vorgesehen. Die Busse werden nachts vollgetankt. Tagsüber stehen Schnellbetankungssäulen zur Verfügung. Auf dem Dach wurde ein Gasdepot von 20 Tonnen installiert – der Bedarf für einen Tag. Es handelt sich laut dem Leiter Technik bei Bern Mobil, Markus Anderegg, um die erste Inhaus-Gasbetankungsanlage der Schweiz. Sie liegt mitten in einem Wohngebiet und muss spezielle Sicherheitsanforderungen erfüllen. Bis Ende Jahr will Bern Mobil 32 Gasgelenkautobusse des Typs Volvo in Betrieb nehmen. Die Fahrzeuge wurden in Polen gefertigt, sind mit neuster Motorentechnik ausgerüstet und – dies mag die Fahrgäste besonders freuen – verfügen über einen klimatisierten Innenraum. Für 2007 ist der Kauf weiterer 13 Gasautobusse geplant. Nach Umbau des Bahnhofplatzes sollen die letzten Dreckschleudern – Busse ohne Partikelfilter – aus dem Verkehr genommen werden. Bern-Mobil-Direktor René Schmied lobte die vorbildliche Zusammenarbeit unter vier Partnern. Gemeinderätin Regula Rytz erinnerte daran, dass letztlich alle, auch die Bewohnerinnen in den Regionsgemeinden, von besserer Luft profitieren könnten. www.espace.ch 05.07.2006
Felsenauviadukt wird vorerst nicht verbreitert
Der Felsenauviadukt der A1 im Norden Berns wird vorerst nicht verbreitert. Eine ETH-Studie setzt Fragezeichen hinter das Projekt. Die Sanierung der Autobahntangente im Norden der Bundesstadt verzögert sich damit mindestens um ein Jahr. Die ETH-Studie empfiehlt, auf die Verbreiterung des 1,1 Kilometer langen Viadukts um beidseitig zwei Meter zu verzichten, wie das bernische Amt für Information am Donnerstag mitteilte. In Auftrag gegeben hatten die Studie der Bund und der Kanton Bern. Zwar erachte der Experte die Verbreiterung als machbar, er stelle aber die Verhältnismässigkeit in Frage. Jede Veränderung des statisch weitgehend ausgenutzten Bauwerks sei mit erheblichen technischen und finanziellen Risiken behaftet. Der über 30-jährige Viadukt würde zudem als Pionierwerk des Brückenbaus grundlegend verändert. Auf Grund der Expertise soll auf die Verbreiterung vorerst verzichtet werden. Der Zustand des Viadukts wird in den kommenden Monaten zudem vertieft überprüft. Südumfahrung als AlternativeBis in zwei Jahren soll auf Grund dieser Abklärungen entschieden werden, ob eine Verbreiterung realisiert oder eine Alternativlösung ins Auge gefasst wird, wie Jürg Röthlisberger, Vizedirektor des Bundesamts für Strassen, auf Anfrage sagte. Mögliche Alternativen seien unter anderem ein zweiter Viadukt oder der Bau einer südlichen Autobahnumfahrung der Bundesstadt. Die ansonsten unbestrittene Sanierung der nördlichen Stadttangente verzögert sich um ein bis drei Jahre. www.mzbern.ch 29.06.2006
Berner Stadttheater erhaelt 12 Millionen
Der Berner Regierungsrat hat Gestern den Finanzeckwerten für die grossen Kulturinstitutionen zugestimmt. Insgesamt belaufen sich die Ausgaben auf etwas mehr als 26 Millionen Franken. Davon erhält das Stadttheater fast 12 Millionen.Im Rahmen der Anhörung der regionalen Kulturkonferenz RKK hat der Regierungsrat des Kantons Bern den vorgeschlagenen Finanzeckwerten 2008 bis 2011 für die grossen kulturellen Institutionen zugestimmt. Die definitive Genehmigung der finanziellen Eckwerte der RKK erfolgt im August. Die Ausgaben für den Kanton Bern belaufen sich pro Jahr auf insgesamt 26,13 Millionen Franken. Davon erhalten das Stadttheater Bern 11,88 Millionen Franken, das Berner Symphonie Orchester 6,315 Millionen Franken, das Kunstmuseum Bern 3 Millionen Franken, das Bernische Historische Museum 2,18 Millionen Franken und das Zentrum Paul Klee 2,755 Millionen Franken. www.espace.ch 29.06.2006
Der kleine Coiffeur und die grosse Liebe
Die Freilichtaufführung auf dem Gurten zeigt Dällenbach Kari als klassisch-tragischen LiebesheldenDällenbach Kari als Schutzheiliger der unglücklich Verliebten: Ein himmeltrauriger Abend der leisen Lacher ist Livia Anne Richards gelungene bernische Variation von «Die Schöne und das Biest». Als Dällenbach Kari seine Annemarie zum ersten Mal küsst, zwitschern auf dem Gurten die Vögel. Ein Sonnenuntergang rückt das junge Liebesglück ins schönste Licht, und einen Moment lang scheint auch eine Zukunft möglich für das so unterschiedliche Paar: Die Fabrikantentochter hat dem Coiffeur ihre Halskette mit dem goldenen Herzlein geschenkt und dessen Heiratsantrag mit einem inbrünstigen Ja angenommen. Doch den beiden ist keine Zukunft beschieden. Wegen «dem Zeug da», wie Dällenbach seine Hasenscharte nennt, jenes Mal in seinem Gesicht, das auch seine Seele gebrandmarkt hat. Hätte der Coiffeur nicht sein Leben mit dem Sprung von der Kornhausbrücke beendet, seine Anekdoten wären wohl schnell in Vergessenheit geraten. 75 Jahre nach seinem tragischen Tod kommt das Coiffeur-Original von der Neuengasse gleich zweimal zu einem grossen Auftritt: Anders als die Bühne Lyssach, die im April dieses Jahres mit ihrem «Dällenbach Kari» ein facettenreiches Schicksal zeigte, beschränkt sich der Text und die Inszenierung der Berner Theaterfrau Livia Anne Richard auf die unglückliche Liebe Dällenbachs. Der Bauernsohn und Coiffeurmeister, so viel ist überliefert, durfte seine grosse Liebe Annemarie Geiser, eine Tochter aus gutem Hause, nicht heiraten. Richard hat nun aus der Fülle der Geschichten und Legenden eine schnörkellose Liebesgeschichte herausgeschält, die an den gesellschaftlichen Konventionen zerbricht. Menschenkenner und TräumerEine poetisch fragile Figur ist dieser Dällenbach (1877–1931), ein Träumer und Philosoph, den – wie so viele tragische Helden der Weltliteratur, die an der Liebe zugrunde gehen – das Unglück grösser macht. Äusserst sparsam zeichnet Richard den Coiffeur mit dem grossen Herzen, dem in seinem Unglück jene nicht entgehen, die im Leben zu kurz kommen. Für die Welt dieses tragischen Helden mit tschechowschen Dimensionen genügen auf dem Gurten ein paar wenige Requisiten (Bühne: Markus Keller). Ein altes Velo, ein noch älteres Trichtergrammofon, zwei Strassenlaternen und ein paar Beizentische illustrieren Karis kleine Welt. Sogar der Coiffeursalon wird ausgeblendet. Wie perfekt er sein Handwerk beherrschte, soll auch der echte Dällenbach gelegentlich in der Wirtsstube demonstriert haben. Dällenbachs Unglück wird auf der Gurtenbühne an einem einzigen Abend im Wirtshaus vorgeführt. Ein letztes Mal ist Kari dort, gezeichnet vom Krebs. «Magekräbs. Weisch Annemarie, so säge si däm, we eim der Härzschmärz i Buuch abe rütscht.» Den Tod vor Augen, kommen noch einmal alle jene Erinnerungen hoch, mit denen er nicht fertig geworden ist. Und der Schmerz ist noch so heftig, als wäre es gestern gewesen, dass Annemarie ihn geküsst und dann doch einen anderen geheiratet und ihr Vater ihn gedemütigt hat. Immer wieder lässt Anne Livia Richard Dällenbach mit seinen Erinnerungen aus dem Beizentrott ausbrechen, und die Welt um ihn herum erstarrt, wenn ihn die Sehnsucht nach dem verlorenen Glück übermannt. Mal scheu und linkisch, mal hellsichtig und aufbrausend, mal weich und verletzlich taucht Markus Maria Enggist als Kari mit weidwundem Blick und berührender Glaubwürdigkeit durch dieses Meer der herben Enttäuschungen. Mit ihrem schwärmerischen, forschen Überschwang ist die junge Nina Bühlmann als Annemarie eine ideale Ergänzung, und die beiden geben in ihrer Gegensätzlichkeit über weite Strecken ein überzeugendes Liebespaar ab – trotz den allzu kurz gehaltenen Szenen der Annäherung. Volkstheater im besten SinnÄhnlich stark konturiert und typisiert wie das Liebespaar sind die übrigen Figuren, mit denen der Regisseurin Volkstheater im besten Sinne gelingt: der eitle Nationalrat, der arme Verbrecher, der herrische Vater, die spröde Mutter und die warmherzige Wirtin werden zum Chor, der dem «himmeltraurigen Abend», wie einmal einer von Karis Kumpeln moniert, dieser gelungenen bernischen Variation von «Die Schöne und das Biest» einen stimmigen Rahmen schafft. Der bewährte Kunstgriff der eingefrorenen Bilder, den Richard schon bei früheren Inszenierungen eingesetzt hat, funktioniert auch hier, verpasst er doch den leisen Momenten genügend Raum in einer Umgebung, die mit Sternenhimmel, Gänseblümchen und Grillen wie geschaffen ist für diese traurigschöne Geschichte, der man ein paar Schwächen gern nachsieht. Zum Beispiel die paar holprigen und platten Stellen im Text, wenn einer von Karis Kumpanen immer wieder sagt: «Gib no eine zum Beschte, Kari», oder sich Christine Lauterburgs Auftritte als Lieder- und Lustweib allzu dominant in die Länge ziehen. Wenn Dällenbach dann für immer im Dunkeln verschwindet, die Rechnung mit seinem verunglückten Leben mit dem Sprung von der Brücke begleicht, zwitschern die Vögel längst nicht mehr und auch die Grillen sind verstummt. Und die unglücklich Liebenden haben einen neuen Schutzheiligen. www.ebund.ch 02.06.2006
Auktion bei Kornfeld in Bern
Mit vierzehn Zuschlägen oberhalb der Millionengrenze und einem Umsatz von 67,1 Millionen Franken erwies sich die Auktion mit Moderner Kunst bei Kornfeld in Bern als ein Erfolg, wie ihn bislang noch kein anderes Auktionshaus in der Schweiz verzeichnen konnte.Zum glanzvollen Resultat trug der vollständige Verkauf von 55 Werken Chagalls aus dem unverteilt gebliebenen Nachlass seiner Tochter Ida wesentlich bei, der mit 35,7 Millionen Franken fast das Doppelte der Gesamttaxe einspielte. An dem Konvolut, das 42 Ölbilder und Gouachen sowie dreizehn illustrierte Bücher aus allen Phasen von Chagalls Schaffen umfasste, zeigte sich vor allem eine britisch-französische Händlergruppe um Micky Tiroche aus Israel interessiert, die dreizehn Lose, bei jeweils mehr als verdoppelter Taxe, für insgesamt 9,35 Millionen Franken an sich brachte: Zu den teuersten zählte «Le Songe» von 1984, für das sie 2,45 Millionen Franken (Taxe 1 Million) zahlte - den höchsten Preis für einen Chagall in der Schweiz bisher. Neben zahlreichen Sammlern griff in das Geschehen immer wieder ein Herr mit Handy ein, dessen Mandant sich aus dem marktfrischen Angebot sechs Werke für insgesamt 7,94 Millionen Franken pflückte, darunter das figurenreiche «Le rêve au cirque» von 1980 für 2,3 Millionen Franken (1,5 Millionen). Braque löst Beckmann abAuch im zweiten Teil der Auktion konnte Kornfeld einen Hausrekord verbuchen. Braques selten grossformatiges, 1948 begonnenes Gemälde «La Terrasse» trotzte der New Yorker Händler Richard Feigen einem Konkurrenten im Saal für 6,1 Millionen ab, zur fast verdreifachten Taxe. Damit übertraf das Bild deutlich den bisherigen Höchstpreis von 5,3 Millionen Franken bei Kornfeld, den im Juni 1990 Beckmanns Gemälde «Der Wels» brachte. Beachtlich war auch das Gebot von 1,7 Millionen Franken für Noldes Blumenbild «Mohn und Rosen» von 1917, das die Galeristin Ingeborg Henze-Ketterer in Erinnerung an ihren verstorbenen Vater übernahm, der es in den sechziger Jahren an einen Sammler in Caracas verkauft hatte. An sie fiel auch Kirchners «Berghirte im Herbst» von 1921 mit der Ansicht der Stafelalp oberhalb von Davos bei 620'000 Franken (600'000). Bemerkenswert waren die Zuschläge für drei graphische Arbeiten von Munch, die sich der Osloer Händler Haaken jeweils zu Preisen deutlich oberhalb der Schätzung sicherte. So waren ihm die Lithographie «Auf der Brücke» 210'000 (50'000) und der farbige Druck «VampyrII.» 500'000 Franken (200'000) wert; in den farbigen Abzug von «Angst - Angstgefühl» investierte er gar 680'000 Franken (200'000). Auf 185'000 Franken (50'000) kletterte Feiningers Tuschzeichnung «Sonnenaufgang - Kirchplatz in einer kleinen Stadt», die in Hamburger Privatbesitz wanderte. Für die Urfassung der «Femme de Venise» mit dem Titel «FigurineII, très petite» von Alberto Giacometti legte ein Zürcher Händler im Auftrag 840'000 Franken (500'000) aus, eine spätere Version des Titels «Femme debout, sans bras» wurde einem anderen Bieter schon für 600'000 Franken (700'000) gegeben. Elektromotörchen mit Drum und DranRecht begehrt waren zum Schluss der Auktion die Fingermalereien von Louis Soutter, an denen etwa ein Schweizer Sammler derartig Gefallen fand, dass er via Mobiltelefon für das Blatt «Il est né» 210'000 (125'000) und kurz darauf für die grossformatige Arbeit «Le Geste terrible» mit gestikulierenden Figuren 270'000 Franken (100'000) offerierte. Auch für Tinguelys Produktionen wurde in einer Schweizer Auktion noch nie so viel Geld bezahlt wie jetzt für zwei gewichtige Hängelampen mit farbigen Birnen, Elektromotörchen und weiterem Drum und Dran, die für 100'000 und 210'000 Franken jeweils deutlich oberhalb der Taxen an eine junge Dame im Saal gingen. Diese beiden Zuschläge erstaunten insofern, als dieselbe Person bereits im vergangenen Jahr am selben Ort für zwei ebenfalls auf 50'000 und 60'000 Franken geschätzte Exemplare dieser Art gerade einmal etwas mehr als die jeweiligen Schätzpreise bezahlt hatte. Insgesamt nahm Kornfeld im zweiten Teil der Auktion weitere 21,6 Millionen Franken ein und realisierte damit dreissig Prozent mehr als die Gesamtpreiserwartung. www.faz.net Erdmann Neumeister 01.07.2006
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