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4.11.09

Blumenwiesen

Über 38'000 Personen fordern die Rettung der letzten Blumenwiesen.

Mehr als 38'000 Personen haben die Petition von Pro Natura und des Schweizer Vogelschutzes SVS/BirdLife Schweiz zur Rettung der letzten Blumenwiesen unterschrieben. Sie wurde am 3. November in Bern der Bundeskanzlei überreicht. Die Unterzeichnenden fordern vom Bundesrat, den Rückgang der Trockenwiesen und -weiden (TWW) endlich zu stoppen. In den vergangenen 60 Jahren sind rund 90 Prozent dieser besonders artenreichen Wiesen verschwunden.

Die Blumenwiesen der Schweiz sind ein typisches Merkmal der Schweizer Landschaft und haben einen enormen ökologischen und touristischen Wert. Rund 40 Prozent aller Pflanzenarten und 50 Prozent aller Tierarten der Schweiz kommen auf diesen farbenprächtigen Wiesen vor, darunter zahlreiche Rote-Liste-Arten.

Verschwinden die letzten Blumenwiesen, rauben wir diesen Tieren und Pflanzen ihren Lebensraum. In den letzten 60 Jahren sind rund 90 Prozent der Trockenwiesen und -weiden (TWW) verloren gegangen, weil die Flächen im Tal intensiv bewirtschaftet werden oder in höheren Lagen verbuschen.

Bevölkerung will Farben auf den Wiesen

Die Petition zur Rettung der letzten Blumenwiesen der Schweiz haben über 38'000 Personen unterzeichnet – in nur vier Monaten Sammelfrist. «Das ist ein gewaltiges Zeichen der Bevölkerung an die Politik, endlich den Schutz dieser wertvollen Wiesen zu besiegeln», sagte Otto Sieber an der Übergabe der Unterschriften in Bern. Konkret fordert die Petition von Pro Natura und Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz, dass die seit 2004 versprochene Verordnung zum Schutz der Trockenwiesen und -weiden und das Inventar umgehend in Kraft gesetzt und die finanziellen Mittel für die Umsetzung bereit gestellt werden. «Wir erwarten, dass der Bundesrat nun endlich ernst macht mit seinem alten Versprechen», fasste Werner Müller, Geschäftsführer des SVS, die Forderung der über 38'000 Personen zusammen. Die Zeit drängt: Alleine seit Beginn der Inventarisierung der Trockenwiesen und -weiden 1994 (siehe Box) sind schätzungsweise 10 bis 20 Prozent der wertvollen Wiesen verschwunden.

Der unvollendete gesetzliche Schutz der Blumenwiesen

Die Trockenwiesen und -weiden (TWW) gehören zu den fünf national bedeutenden Biotoptypen, zusammen mit den Hochmooren, Flachmooren, Auen und Amphibienlaichgebieten. Diese sind im Natur- und Heimatschutzgesetz seit 1966 verankert. Der gesetzliche Schutz der TWW hinkt aber den anderen vier geschützten Biotoptypen hinterher. Die noch unvollendete Geschichte des gesetzlichen Schutzes der TWW:

  • 1994: Der Bund startet das Projekt TWW von nationaler Bedeutung.
  • 1994 - 2004: In allen Kantonen wurden die TWW kartiert, es entstand ein Inventar von 22'941 Hektaren TWW (rund 3’000 Objekte).
  • 2004: Bundesrat verspricht die Verordnung zum Schutz der TWW.
  • 2007: Die Verordnung wird in die Vernehmlassung geschickt und mit allen Beteiligten bereinigt.
  • 2009: Noch immer hat der Bundesrat das Inventar und die Verordnung nicht in Kraft gesetzt. Pro Natura und der Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz lancieren deshalb die Petition zur Rettung der letzten Blumenwiesen.
  • Über 38'000 Personen unterschreiben die Petition zur Rettung der letzten Blumenwiesen und fordern vom Bundesrat, dass die Verordnung zum Schutz der TWW und das Inventar endlich in Kraft gesetzt werden und dass die finanziellen Mittel für die Umsetzung des TWW-Schutzes zur Verfügung gestellt werden.

    www.pronatura.ch/trockenwiesen
    www.birdlife.ch/petition

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