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30.6.09

Springsteen

Heute um 19 Uhr, tritt Bruce Springsteen mit seiner legendären E Street Band im Stade de Suisse Wankdorf Bern auf.

Auf diesen Moment hat seine riesige Fangemeinde in der Schweiz lange gewartet. «The Boss», wie der bald 60-Jährige anerkennend genannt wird, ist einer der berühmtesten Sänger und Songwriter der Musikgeschichte und einer der kommerziell erfolgreichsten Rockmusiker überhaupt.

Bruce Springsteen wurde am 23. September 1949 als Sohn eines einfachen Arbeiters in Freehold, New Jersey, USA, geboren. Er wuchs in einem katholischen Elternhaus in Freehold/New Jersey zusammen mit zwei jüngeren Schwestern, Virginia und Pamela Springsteen, in einfachen Verhältnissen auf. Erstes musikalische Interesse löste Elvis Presley aus. Er lernte Schlagzeug und brachte sich selbst das Klavier- und Mundharmonikaspielen bei.

Indes besuchte er die von Franziskaner-Schwestern geleitete St. Rose of Lima School. Springsteen wurde zum Problemkind, das in ständigem Konflikt mit den Lehrern stand. Mit vierzehn Jahren wechselte er auf die regionale Highschool von Freehold. 1965 trat er der Band «Castiles» bei. 1966 zogen seine Eltern nach Kalifornien, er blieb jedoch in New Jersey im Haus der Eltern zurück, ehe er ein Zimmer in Ashbury Park bezog.

Im Jahr 1967 beendete Springsteen die Highschool. Er besuchte darauf für ein Jahr das nahegelegene Ocean County College. In dieser Zeit hatte er erste erfolgreiche Auftritte in den Bars und Clubs. Musikalisch orientierte er sich an den Werken von Bob Dylan. 1968 gründete Springsteen eine eigene Band mit Namen «Earth». 1969 wurde er Mitbegründer der Band «Child».

Im November desselben Jahres änderten sie den Namen der Band «Child» in «Steel Mill». Im Juli 1971 wurde dann die «Bruce Springsteen Band» gegründet. 1972 nahm er bei Columbia Records sein erstes Studioalbum «Greetings from Ashbury Park, N. J.» mit der späteren «E Street Band» auf. Danach kam «The Wild, The Innocent And The E Street Shuffle» heraus. Beide Alben verkauften sich gut.

Erst mit dem dritten Album, «Born to Run», gelang 1975 der kommerzielle Durchbruch und Bruce Springsteen avancierte zum Star. 1978 kam es zur Zusammenarbeit mit Patti Smith, die mit der Springsteen-Komposition «Because The Night» einen Hit einspielte. 1979 beteiligte sich Bruce Springsteen an dem Konzert «No Nukes», bei dem er sich mit anderen Künstlern gegen die Nutzung von Atomkraft einsetzte.

Weltweit gelobt gab es hinter den Kulissen aber Streit um Tantiemen, und gegen Ende der 1970er Jahre wurde Springsteens Arbeit durch Gerichtsverfahren blockiert. Seine Fans indes liebten ihn und feierten ihn für seine Visionen in seinen Songs. Seine Konzerte, die teilweise vier bis fünf Stunden dauerten, glichen Zeremonien und etablierten ihn als großen Rockstar.

Das Doppelalbum «The River» (1980) etablierte ihn international als Rock-Star. Weitere Alben wie «Nebraska» (1982) erschienen. Als 1984 die LP «Born In The USA» veröffentlicht wurde, lieferte der Superstar Bruce Springsteen seiner Plattenfirma den bis dahin größten Verkaufserfolg. 21 Millionen Mal ging die Platte weltweit über den Ladentisch und machte Springsteen zum Idol der amerikanischen Jugend.

Im Mai 1985 heiratete Bruce Springsteen die Schauspielerin Julianne Phillips. Drei Jahre später, 1989, reichte sie die Scheidung ein und forderte eine gigantische Abfindung. Das getrennte Paar einigte sich außergerichtlich. 1987 erschien das Album «Tunnel of Love». Im September und Oktober 1988 begab er sich zusammen mit anderen Künstlern wie Sting und Peter Gabriel auf eine Benefiztournee zu Gunsten der Menschenrechtsorganisation Amnesty International.

Er besang das amerikanische Trauma Vietnam und ging auf eine gefeierte Tournee. Er setzte sich für Unterprivilegierte ein und rief zu Sozialarbeit für diese auf. Millionenangebote aus der Werbeindustrie lehnte er ab und setzte sich für die Dritte Welt ein. Er sang für «USA for Africa» den Song «We Are The World» und produzierte die Single «Sun City» für «Artists United Against Apartheid».

Am 8. Juni 1991 heiratete Springsteen seine Backgroundsängerin Patti Scialfa. 1990 und 1991 wurden sie gemeinsam Eltern von zwei Kindern. 1992, die «E Street Band» war inzwischen aufgelöst, kamen gleich zwei CDs von Springsteen in den Handel, «Human Touch» und «Lucky Town». 1995 erschien sein zweites Solo-Album «The Ghost of Tom Joad». Für «The Streets Of Philadelphia» zum Film «Philadelphia» wurde Springsteen mit einem «Oscar» ausgezeichnet, für einen weiteren wurde er für «Dead Man Walking» zum gleichnamigen Film nominiert.

Nach seinen Solo-Jahren rief Springsteen 2001 die «E-Street-Band» wieder zu sich und ging mit ihr auf eine Reunion-Tour. Das Ergebnis wurde auf «Live in New York City» veröffentlicht. Es folgte das erste Studio-Album mit seinen alten neuen Kollegen seit 1987, welches im Juli 2002 auf den Markt kam und den Titel «The Rising» trug. 2005 erschien Springsteens Album «Devils & Dust». 2006 folgte das Album «We Shall Overcome – The Seeger Sessions», das sich auf den Folk-Musiker Pete Seeger bezieht.

Bruce Springsteen (Wikipedia)

29.6.09

Kallnach

Kallnach-Hinterfeld: Weitere Ausgrabungen in der römischen Villa.

Seit anfangs März setzt der Archäologische Dienst des Kantons Bern die Rettungsgrabungen auf dem Areal der ehemaligen römischen Villa in Kallnach-Hinterfeld fort. Die Befunde erweitern die Erkenntnisse über die Villa und schliessen Lücken zwischen den früheren Grabungen.

Bereits 1967 wurden im Garten eines Hauses am Gässli in Kallnach Mosaiksteinchen gefunden, die auf die Existenz eines römischen Gutshofes hindeuteten. Diese Vermutung bestätigte sich 1999, als der Archäologische Dienst im Vorfeld eines Neubauprojekts erste Teile einer herrschaftlichen Villa freilegen konnte: den Teil eines Gebäudeflügels, in dem ein Raum mit Fussbodenheizung und ein zweiter mit Mosaikboden ausgestattet war. Im Rahmen von Rettungsgrabungen stiess der Archäologische Dienst in den Jahren 2007/2008 auf den Badetrakt des Gutshofes.

Seit anfangs März 2009 setzt der Archäologische Dienst die Rettungsgrabungen auf einer anderen Parzelle fort. Die aufgedeckten Strukturen sind zwar nicht so spektakulär wie letztes Jahr. Dennoch erweitern die Befunde die Erkenntnisse über die Villa und schliessen teilweise die Lücke zwischen der Grabung von 1999 und den Aufschlüssen 2007/08. Als älteste Strukturen konnten ein Entwässerungsgraben mit einer Holzeinfassung freigelegt werden. Diese Anlagenreste werden von einer neueren Kanalisation durchschnitten, in der mehrere Erneuerungsphasen sichtbar sind. Über der Kanalisation stiess der Archäologische Dienst auf eine Pergola mit einer Unterlage aus Ziegelmörtel als Rest eines Plattenbodens. Eine gemauerte Garteneinteilung schliesst die Befundabfolge ab. In der Nordwestecke der Grabung haben sich schliesslich auch noch Reste einer Mörtelmischgrube erhalten.

Archäologischer Dienst des Kantons Bern
Kallnach (HLS)

28.6.09

Staatsweine

Berner Staatsweine 2009 gekürt.

Der Volkswirtschaftsdirektor des Kantons Bern, Regierungsrat Andreas Rickenbacher, hat am26.06.2009 in Bern die vier Gewinner des Wettbewerbs «Berner Staatsweine 2009» präsentiert. Mit der Verleihung des Titels «Staatswein» würdigt der Kanton die Innovation und Qualitätsanstrengungen des bernischen Weinbaus. Bei der diesjährigen Preisverleihung wurde ein Goldentscheid nötig.
Die vier diesjährigen Berner Staatsweine sind:

  • In der Kategorie «Chasselas»: Hans Perrot, Twann
  • In der Kategorie «weisse Spezialitäten»: Fabian Teutsch, Schafis bei Ligerz
  • In der Kategorie «Pinot noir»: Peter Schott, Twann
  • In der Kategorie «rote Spezialitäten»: Andreas Stämpfli, Erlach

An der Prämierung der besten Berner Weine konnten dieses Jahr erstmals alle Weinproduzentinnen und Weinproduzenten aus dem ganzen Kanton teilnehmen, welche die Wettbewerbsanforderungen erfüllt haben. Sämtliche zum Wettbewerb zugelassenen Weine mussten unter anderem über eine kontrollierte kantonale Ursprungsbezeichnung (AOC) verfügen. Im Rahmen einer Vorausscheidung wurden 90 angemeldete Weine von 25 Betrieben durch eine qualifizierte Degustationsjury blind degustiert und bewertet.

An der spannenden Finalrunde musste die Jury einen Goldentscheid fällen: Zwei Pinot Noir Weine, die schon in der Vorrunde mit je 90 Punkten bewertet wurden, erhielten in der Finalrunde mit je 90,22 Punkten das gleiche Resultat. Mit dem Goldentscheid der neun Finaljurymitglieder fiel der Entscheid mit fünf zu vier Stimmen zu Gunsten des Weins von Peter Schott aus.

Bei den roten Spezialitäten gewann ein Garanoir. Diese Sorte ist eine Schweizer Züchtung. Sie wurde im Jahr 1970 von Dominique Maigre und André Jaquinet von der Station Fédérale de Recherches en Production Végétale de Changins (der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Pflanzenbau; Agroscope RAC Changins) in Pully gezüchtet. Sie ist eine Kreuzung aus der roten Sorte Gamay und der weissen Sorte Reichensteiner. Das Ziel der Züchtung bestand darin, eine Rebsorte mit den Qualitäten eines Gamay beziehungsweise eines Pinot Noir bei früherer Reife zu gewinnen. Die früh reifende Sorte ist überwiegend pilz- und fäulnisresistent und erbringt Weine von dunkelroter, kräftiger Farbe, die mild im Geschmack sind und ein Aroma von Brombeeren aufweisen. Bei hoher Reife fehlt es den Rotweinen jedoch an Säure und damit an Struktur.

Der diesjährigen Jury gehörten neben dem Volkswirtschaftsdirektor (Vorsitz) folgende Mitglieder an: Werner Luginbühl, Ständerat, Thomas Vaterlaus, Redaktor «Vinum», Hans Jörg Girsberger-Schläppi, Restaurant 3 Fische in Lüscherz; Marcelle Forster-Boivin, Gemeinderätin in Moutier; Catherine Duttweiler, Chefredaktorin «Bieler Tagblatt», Herbert Riem-Utiger, Weinkellerei Riem, Daepp & Co. AG in Kiesen, Fredi Marolf, Weinbauer in Erlach und Ursula Irion, Kellermeisterin bei der Rebbaugenossenschaft Spiez.

Die Gewinner des Labels «Berner Staatswein» dürfen den Titel für verkaufsfördernde Massnahmen verwenden und nehmen damit die Rolle als Botschafter ausgezeichneter Berner Weine wahr.

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Weine in Europa
Italien Weinlexikon

27.6.09

Zeughausareal

Bund plant Verwaltungszentrum auf dem Eidgenössischen Zeughausareal in Bern.

Auf dem eidgenössischen Zeughausareal in Bern-Wankdorf wird die militärische Nutzung zukünftig reduziert. Dafür wird die zivile Bundesverwaltung auf dem Areal ausgebaut: In zwei Etappen soll ein Verwaltungszentrum mit rund 3'300 Arbeitsplätzen entstehen. Die Präqualifikation für den Wettbewerb hat begonnen.

Die zukünftigen Nutzer sind Verwaltungseinheiten des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) und des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements (EJPD). Sie weisen durch ihre gemeinsamen Kernaufgaben ein entsprechendes Synergiepotential auf. Durch die Konzentration der heute dezentral untergebrachten Verwaltungseinheiten und die Aufgabe von angemieteten Objekten erreicht der Bund zudem Einsparungen.

Gesamtplanung für ein nachhaltiges Verwaltungszentrum

Die armasuisse Immobilien als Grundstücksbesitzerin und das Bundesamt für Bauten und Logistik BBL als Bauherrin beabsichtigen, mit einem selektiven Projektwettbewerb für das Areal ,Verwaltungszentrum Guisanplatz 1" eine überzeugende städtebauliche Gesamtplanung zu erhalten. Mit der angestrebten Lösung will man dem Areal zu einer neuen Identität mit hoher Akzeptanz führen. Ausserdem werden die Bauten den hohen wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Anforderungen entsprechen, die sich der Bund im Rahmen seiner Nachhaltigkeitsstrategie setzt.

Umsetzung erfolgt in zwei Etappen

Die Realisierung ist in zwei Etappen geplant. Die erste Etappe umfasst rund 1'900 Arbeitsplätze und wird in naher Zukunft realisiert. Die zweite Bauetappe umfasst rund 1'400 Arbeitsplätze und kann gemäss Richtplan zum Entwicklungsschwerpunkt Wankdorf frühestens ab 2017 umgesetzt werden.

Evaluation von qualifizierten Erfahrungsträgern

Im Rahmen der laufenden Präqualifikation für den Architekturwettbewerb wird der Bund 20 bis 24 Planerteams evaluieren. Gefordert sind eine hohe Fachkompetenz und entsprechende Erfahrungen, die Fachbereiche Architektur, Statik und Gebäudetechnik müssen vertreten sein. Der Eingabetermin für die Präqualifikation ist der 23. Juli 2009. Der Start des Architekturwettbewerbs ist im September 2009 vorgesehen und die Abgabe der Beiträge erfolgt Anfangs 2010. Im 2. Quartal 2010 werden die Ergebnisse des Wettbewerbs der Öffentlichkeit vorgestellt.

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26.6.09

Arkaden

Romantische, mittelalterliche Gassen, sechs Kilometer Arkaden (die Lauben) - eine der längsten gedeckten Einkaufspromenaden der Welt - laden ein zum Flanieren, Einkaufen, Essen, Geniessen und Staunen.

Goethe, der Bern auf seinen Reisen in die Schweiz besuchte, meinte über die Stadt: «Sie ist die Schönste, die wir gesehen haben».

Die Lauben in der Stadt Bern sind nicht Bestandteil der Gründungsanlage. Nach 1405 entstanden sie durch den Vorbau der Privathäuser auf Kosten der Gassenbreite. Sie wurden nur entlang der wichtigsten Längsgassen angelegt; bei den meisten Querverbindungen und bei den ursprünglich fast ländlichen Nebengassen der oberen Stadt fehlen sie oder wurden erst aus Anlass von Neubauten des letzten Jahrhunderts eingebaut.

Die Lauben werden im Volksmund oft als«Rohr» bezeichnet. Tatsächlich ist der stark längsorientierte, allseitig klar umschlossene Raum charakteristisch für die Laube. Nur wenn alle Abschnitte der Laube mit Konsequenz sich der Grundidee dieser althergebrachten Raumdisposition unterziehen, wird das einmalige und für die Berner Altstadt wesentliche Element«Laube» seine Ausstrahlungskraft behalten.

Die Schaufenster sind als«innere Begrenzung» der Laube oder – wo diese fehlt – als unterer Abschluss einer Fassade dasjenige Bauteil, das von Stadtbenützenden am intensivsten wahrgenommen wird. Es muss einerseits eine klare Trennung zwischen öffentlichem und privatem Bereich gewährleisten und andererseits attraktiven Einblick in die Auslagen ermöglichen. Die heutigen Anforderungen an Sicherheit, Isolation etc. können sowohl mit alten wie auch mit modernen Anlagen, die sich in den Gesamtcharakter integrieren, erfüllt werden.

Die Lauben in Bern
Grossstadtgeheimtipps Bern
Bern - Die Bundesstadt
Bern aus der Sicht eines Berliners

25.6.09

Wankdorfplatz

Der neue Wankdorfplatz in Bern: Jetzt geht es richtig los.

In diesem Sommer beginnen die Hauptarbeiten für den Bau des neuen Wankdorfplatzes in Bern. Anfang Juli beginnt die Intensivbauphase auf der Papiermühlestrasse und am Guisanplatz. Mitte August wird der Bau des unterirdischen Kreisels am Wankdorfplatz in Angriff genommen. Der Verkehr wird gross- und kleinräumig umgeleitet.

Seit rund einem Jahr wird rund um den Wankdorfplatz gebaut. Werkleitungen wurden aus dem Strassenraum verlegt, Umleitungsstrecken erstellt und Anpassungen am Knoten Schermenweg/Bolligenstrasse vorgenommen. Nun ist alles bereit für die Hauptarbeiten. Die bernische Bau-, Verkehrs- und Energiedirektorin, Regierungsrätin Barbara Egger-Jenzer, orientierte am Dienstag (23.06.2009) über die Arbeiten und die daraus entstehenden Konsequenzen für den Verkehr. «Wenn die grösste Strassenkreuzung im Kanton zur offenen Baugrube wird, steht man logistisch und verkehrsplanerisch vor einer Herkulesaufgabe», stellte sie fest. Die Nachbarn und zigtausende von Strassennutzern müssten sich in den nächsten rund drei Jahren an eine neue Verkehrsführung und an Umleitungen gewöhnen.

In der Nacht auf Samstag, 4. Juli 2009 reissen die Bauarbeiter die Tramgeleise auf dem Guisanplatz und der angrenzenden Papiermühlestrasse auf. Bis Montag, 6. Juli 2009 am frühen Morgen ist die Papiermühlestrasse zwischen dem Guisanplatz und dem Einkaufszentrum Wankdorf für den Verkehr vollständig gesperrt. Vom 6. Juli bis zum 16. August 2009 ist die Strasse nur stadtauswärts befahrbar. In dieser Zeit verlegen die Bauarbeiter die neuen Tramgeleise und gestalten den Strassenraum um.

Mit dem Baubeginn des unterirdischen Kreisels am Wankdorfplatz beginnt am Montag, 17. August 2009 eine neue Phase. Der unterirdische Kreisel ist eines der ersten und mit Sicherheit das grösste solche Bauwerk in der Schweiz. Er wird einen Grossteil der rund 65'000 Motorfahrzeuge, die heute täglich den Platz queren, schlucken. Sein Bau stellt hohe Anforderungen an die Logistik und Verkehrsführung. Denn der Verkehr im Wankdorf muss trotz der Grossbaustelle funktionieren. Vorgesehen ist ein dreistufiges Umleitungskonzept. Der Verkehr aus dem Worblental wird über den neuen Autobahnzubringer Neufeld geleitet. Die lokale Umleitung führt über die neu erstellte Wölflistrasse. Anstösser und Zubringer können auf einer Kernumfahrung die Baustelle umfahren. Mit gezielten Massnahmen werden die benachbarten Wohnquartiere vor allfälligem Zusatzverkehr geschützt. Unter anderem ist die Durchfahrt auf der Tellstrasse ab 4. Juli bis zum Abschluss der Bauarbeiten für den motorisierten Verkehr gesperrt.

www.be.ch

24.6.09

Feuerwehr

Feuerwehrstützpunkt: Eine Investition in Berns sichere Zukunft.

Das Projekt Feuerwehrstützpunkt Forsthaus West nimmt konkrete Formen an: Die Planungsphase ist abgeschlossen, die Baubewilligung erteilt. Für Stadt und Region Bern ist das Bauprojekt von grosser Bedeutung. Der neue Stützpunkt entspricht nicht nur den hohen Anforderungen einer auf heutige Gefahren und Risiken ausgerichteten Feuerwehrorganisation, der Standort ermöglicht auch eine optimale Versorgung des gesamten Stadtgebiets.

Der neue Feuerwehrstützpunkt Forsthaus West ersetzt die bisherige Kaserne der Berufsfeuerwehr Bern an der Viktoriastrasse. Diese entspricht aufgrund ihres Standorts, der engen Platzverhältnisse und der in die Jahre gekommenen Infrastruktur nicht mehr den Bedürfnissen der heutigen Feuerwehr und der städtebaulichen Entwicklung von Bern. Heute informierten Gemeinderat Reto Nause, Rudolf Lanzrein, CEO Stadtbauten Bern, Stefan Dellenbach, Leiter Bauprojektmanagement Stadtbauten Bern, sowie Franz Bachmann, Kommandant der Berufsfeuerwehr Bern, über den aktuellen Stand des Projekts. Mit Abschluss der Planungsphase und der erfolgten Baubewilligung wurde ein entscheidender Meilenstein erreicht. Der Feuerwehrstützpunkt ist Teil des Infrastrukturstandortes Forsthaus West, zu dem auch die neue Kehrichtverwertungsanlage gehört, deren Grundsteinlegung vor einer Woche erfolgte.

Ein nachhaltiges Projekt – sowohl umweltpolitisch wie städtebaulich

Gebaut wird der neue Feuerwehrstützpunkt von den Stadtbauten Bern. Er besteht aus einem Haupttrakt, einem Werkstatttrakt sowie einer Mehrzweckhalle mit Übungsturm. Das gesamte Areal umfasst 10'000 Quadratmeter. Bei der Planung war zu berücksichtigen, dass der Stützpunkt nicht nur Einsatzkaserne für eine der grössten Feuerwehren in der Schweiz ist, sondern auch Ausbildungszentrum, Werk- und Lagerstätte sowie Unterkunft für die Mannschaft, die an 365 Tagen während 24 Stunden im Einsatz ist. Der Bau des schlichten und funktionalen Gebäudes erfüllt höchste umwelt- und landschaftsschonende Anforderungen. So wird der Stützpunkt im Minergie-Eco-Standard erstellt, womit der städtischen Energiestrategie Rechnung getragen wird. Im Bereich Landschaftsschutz wurde die Rodungsfläche durch die kompakte Anlage auf ein Minimum reduziert. Der Standort ist ideal, weil die Feuerwehr von dort aus das gesamte Stadtgebiet innert der vorgeschriebenen Interventionszeiten erreichen kann. Die Versorgungssicherheit wird mit der Inbetriebnahme des Feuerwehrstützpunkts, namentlich im Westen von Bern, verbessert. Die Nähe zur Autobahn erlaubt zudem ein schnelles Erreichen der Einsatzorte in der weiteren Region.

Baubeginn im kommenden Jahr

Das Investitionsvolumen des neuen Feuerwehrstützpunktes beträgt 53,9 Millionen Franken. Zu Beginn des Projekts war mit 35 Millionen Franken gerechnet worden. Verschiedene Faktoren haben zur Kostenentwicklung geführt: So höhere betriebliche Anforderungen an den Bau, zusätzliche Kosten bei der Erschliessung des Baugrundstücks, ein leicht erhöhter Flächenbedarf für die Zentralisierung von Feuerwehr, Zivilschutz und Quartieramt im Feuerwehrstützpunkt, sowie die seit Beginn der Projektierung aufgelaufene Teuerung. Im Baukredit von 53,9 Millionen Franken ist eine Reserve von 2 Millionen Franken enthalten. Genehmigt der Stadtrat den Kredit bis Ende Jahr, so kann mit dem Bau des Feuerwehrstützpunkts 2010 begonnen werden. Voraussichtlicher Bezugstermin ist 2013.

www.bern.ch
Feuerwehr Bern (Wikipedia)

23.6.09

Radelfinger

Peter Radelfinger - Alle haben einen blauen Finger. Zeichnungen und Animationen.

Peter Radelfinger(*1953 Bern) konzentriert sich seit den 80er Jahren beinahe ausschliesslich auf das Medium der Zeichnung. Er nimmt eine eigenständige Position im zeitgenössischen Kunstschaffen ein, wofür er mit zahlreichen Stipendien und Preisen ausgezeichnet wurde.

Die Ausstellung im Kunstmuseum Bern präsentiert vier Werkgruppen, die seit dem Jahr 2000 entstehen.

In der Serie «Endlich komm ich in den Zwitscherraum» (seit 2000, ca. 500 Pinselzeichnungen), welche verschiedene Vögel und deren Käfige in unterschiedlichen Variationen und Metamorphosen zeigt, werden die ambivalenten Themen wie Geborgensein und Gefangenschaft, Freiheit und Überwachung, Kommunikation und Vernetzung auf hintersinnige und humorvolle Art untersucht.

Die Serie «Joke» (seit 2003, ca. 1’200 Blätter) thematisiert in schnell hingeworfenen Kugelschreiberzeichnungen neben politischen Fragen der Kommunikation und Überwachung auch die Kommunikation «im Kleinen», die Begegnung zwischen Mann und Frau. Durch die minimale Animation einzelner Blätter in der auf «Joke» basierenden, digitalen Arbeit «Jokeanima» (seit 2005) wird das Medium der Zeichnung auf subtile Weise aktualisiert.

Die Werkgruppe «Kissen» (seit 2001, ca. 400 Bleistiftzeichnungen) beschäftigt sich mit einem Grundthema des Zeichnens, der Falte, und kreist um das fundamentale zeichnerische Problem: «Wie formt die Linie einen Gegenstand?» Gleichzeitig eröffnen sich zahlreiche Bezüge zu historischen Bildern von Dürer bis zu Menzel.

Peter Radelfinger gelingt es, mit einfachsten Mitteln anspielungsreiche Zeichnungen zu schaffen, welche brisante individuelle und politische Themen unserer Gesellschaft auf witzige und hintergründige Art miteinander verweben. Die Bedingungen der Wahrnehmung wie auch die Reflexion des Wesens der Zeichnung sind als grundsätzliche Fragestellungen in allen Arbeiten präsent. Durch den präzisen Einsatz neuerer digitaler Technologien wie auch traditioneller Mittel trägt Radelfinger zur Aktualisierung des Mediums der Zeichnung bei und leistet damit einen interessanten Beitrag zur zeitgenössischen Kunstproduktion.

www.kunstmuseumbern.ch
Mittwoch, 24. Juni 2009 - Sonntag, 27. September 2009
http://radelfinger.com
Museen in Bern

22.6.09

Kultursommer

BernerKulturSommer 2009 - Vielfältiges Kulturprogramm.

Vom 3. Juli bis 29. August findet zum vierten Mal der BernerKulturSommer statt. Die Stadt Bern und die Burgergemeinde unterstützen das attraktive Kulturangebot gemeinsam. Die Bevölkerung und Gäste sollen in den Sommermonaten Juli und August ein vielseitiges Programm unter freiem Himmel geniessen können.

HappyHourMusic
Feierabendkonzerte mit Parkfeeling der Vereinigung für Bern (idéeBern) im Musikpavillon auf der kleinen Schanze.

Anyone can play guitar festival
Das kleine, feine Festival der elektrischen Gitarren im Musikpavillon auf der kleinen Schanze.

Marzili-Movie
Drei Tage britischer Humor mit der Komikertruppe Monty Python auf der grossen Wiese des Marzilibades.

BeJazzSommer
Fünf Abende mit aktuellem Jazz, in diesem Jahr neu auf dem Rathausplatz

Buskers Bern Strassenmusik-Festival
30 Gruppen auf 30 Plätzen bieten Musik, Artistik, Theater, Comedy, Roboter, Spektakel und vieles mehr in der unteren Altstadt.

Legends of the Silverscreen - Filmmusik
Das Open-Air-Konzert des Berner Symphonie-Orchesters auf dem Münsterplatz mit Musik aus Filmen der unterschiedlichsten Genres.

Veranstaltungen Bern

21.6.09

«DVDhek»

Neue «DVDhek» an der Rathausgasse.

Hätte die «Praxis des Dr. Strangelove» nicht geöffnet, man würde gar nicht bemerken, dass hier seit vergangener Fasnacht, ein neuer Laden entstanden ist. Der rot ausgelegte Läufer zwingt einem jedoch schnell einen Blick ins Schaufenster zu werfen. Als flüchtiger Passant macht sich das Kleinhirn selbständig. AHA: Rathausgasse - DVDs - conclusio: neuer Sexshop. Doch weit gefehlt!

Stefan Theiler, der 26 jährige Betreiber der «DVDhek» bietet auf kleinstem Raum über 600 Filme an. Fast ausschliesslich europäischer Provenienz; Filmklassiker, Autorenkino, Dokus aber auch Kinderfilme. Und dies zu einem sensationellen Preis: 5.- pro Film für 1 Woche. Schon bestehen Expansionspläne. Ab Herbst soll der hintere Teil des Ladens ausgebaut und das Angebot noch vergrössert werden.

Auf die Idee und die Anfänge seiner Leidenschaft angesprochen, erzählt er von einer vergangenen Liebe deren Vater Filmkritiker war und in ihm diesen Funken entzündete. Als dann Frau Büschis Leihbibliothek unter seiner Wohnung frei wurde, packte er die Gelegenheit beim Schopf und eröffnete, neben seinem Job in einer Werbeagentur in Zürich, dieses Kleinod. Er will mit seiner Filmbegeisterung andere Leute anstecken, weshalb er ganz grossen Wert auf seine individuelle Beratung legt. Überhaupt steht das Gespräch im Mittelpunkt seiner Geschäfts-/ Lebensphilosophie.

Jeweils am Mittwoch- und Sonntagabend und den ganzen Samstag, sieht man ihn vor seinem Laden sitzen. Bereits zieht es viele Rathausgässler an sein Tischchen, wo man schnell ein Gläschen trinkt, frühstückt, sich über Gott und die Welt unterhält, gratis die neusten Filmtipps bekommt und dann wieder von dannen zieht. Gerade das habe ihm den Ärmel herein genommen. «Seine Gasse» sei ein Mikrokosmos. Jeder kenne jede. Alles finde man um die Ecke. Jung und Alt plauderten miteinander. Er sei einfach glücklich mitten in der Berner Altstadt zu leben und täglich den Herzschlag zu spüren. Und dann diese Ruhe! Hier habe es viel weniger Autos und noch weniger Verkehr (Vielleicht sollte man erwähnen, dass hier die Stadt Zürich als Vergleichsgrösse angenommen wurde).

Auch er möchte seinen Teil dazu beitragen. Im Sommer plane er vor seinem Laden ein Openair-Kino. Nichts Grosses. Nur zwei-drei Stuhlreihen. Vielleicht etwas zu trinken, aber noch kein Popkorn. Man wolle ja nicht übertreiben.

Dieses Zusammenführen von verschiedenen Menschen und Charakteren ist ihm bereits heute gelungen. Während des ganzen Gespräches gesellten sich x Leute ans Tischen, blieben für einen kurzen Schwatz, schärften mir ein, was ich unbedingt noch erwähnen müsste und verliessen uns mit einem vergnügten Lächeln wieder.

Mit dieser Einstellung und der ansteckenden Begeisterung ist er seinem Ziel, nämlich dass Bern Luzern als Tourismusattraktion Nr. 1 der Schweiz ablöst, schon eine grosse Bärentatze näher gekommen.

Brunne Zytig (pfö) 19.06.2009

20.6.09

Ricco

Ricco. Neue Werke in der Sammlung des Kunstmuseums Bern
13. Juni 2009 - 18. Oktober 2009


Ricco Wassmer (1915–1972) ist in Bern kein Unbekannter mehr. Vor sieben Jahren bot das Kunstmuseum die Gelegenheit, die idealisierenden Traumwelten dieses beinahe vergessenen Aussenseiters jenseits der Avantgarde in einer umfassenden Retrospektive kennen zu lernen.

Die verschlüsselten, meist nach fotografischen Vorlagen ausgeführten Inszenierungen zwischen Peinture naïve, Neuer Sachlichkeit und verspieltem Surrealismus haben damals das Interesse eines breiteren Publikums geweckt.

Seither konnte das Kunstmuseum Bern durch das Legat des Sammlers Emanuel Martin sowie weitere Schenkungen, Dauerleihgaben und Erwerbungen eine repräsentative Werkgruppe ansammeln.

Riccos Gemälde und Arbeiten auf Papier aus den hauseigenen Beständen werden nun erstmals in einer kleinen Ausstellung gezeigt. Die Schau wird organisiert im Rahmen des Forschungsprojekts für einen Œuvrekatalog, der 2010 erscheinen soll.

Kurator und Projektleiter des Œuvrekatalogs: Marc-Joachim Wasmer

www.kunstmuseumbern.ch
Erich Wassmer - Künstlername Ricco

19.6.09

Thun-Panorama

Das Thun-Panorama wird 200 Jahre alt. Am Samstag, 28. Juni, wird dies mit einem Jubiläumsfest im Schadaupark gefeiert.

Das in den Jahren 1809 bis 1814 entstandene grosse Panorama von Thun, welches 1899 als Geschenk des Basler Architekten Leonhard Friedrich hierher kam und seither an allen möglichen und unmöglichen Orten aufbewahrt wurde, ist das erste schweizerische Werk seiner Art und zugleich das älteste, das von dieser etwa zwei Jahrzehnte zuvor in Schottland erstmals realisierten Gattung überhaupt erhalten geblieben ist. Der riesige Bildstreifen, der ungefähr 7.5 Meter in der Höhe und 39 Meter in der Länge misst, auf Papier gemalt und auf Leinwand aufgezogen ist, zeigt den Rundblick, der sich einem Betrachter vor mehr als 180 Jahren vom Kamin eines Hauses an der Oberen Hauptgasse geboten hat.

Über die malerischen Dächer und die von reizvollen Staffagefiguren belebten, charakteristischen Gebäude und Strassen der Altstadt schweift das Auge zum Schloss und zur Kirche, aareaufwärts am See vorbei zum Niesen, zur Blüemlisalp und im Süden zur Stockhornkette mit ihren Ausläufern. Der Urheber dieses für seine Zeit ausserordentlichen Vorhabens, Marquard Wocher, Schüler von Aberli und befreundet mit König, gehört zu den besten schweizerischen Kleinmeistern dieser Epoche.

Der kulturelle Wert des Panoramas ist ungewöhnlich und darf allgemeine Aufmerksamkeit beanspruchen.Ganz abgesehen von seiner Seltenheit und seiner Bedeutung als Vorläufer späterer Erzeugnisse solcher Art, besitzt es hervorragende künstlerische Qualitäten, ein grosses geschichtliches und lokalhistorisches Interesse und ist ein wichtiges Zeugnis für die Frühzeit des Fremdenverkehrs.

Das Rundgemälde wurde durch die Eidgenössische Gottfried-Keller-Stiftung erworben, der Stadt Thun in Depositum gegeben, welche dasselbe seit 1961 in einem dafür erstellten Bau der Öffentlichkeit zugänglich macht. Das Wocher-Panorama wird vom Kunstmuseum Thun verwaltet.

www.thun.ch
www.kunstmuseum-thun.ch
Wocher-Panorama (Wikipedia)

18.6.09

Bern

Bern - mittelalterliche Perle an der Aare.

Bern wurde im 12. Jahrhundert gegründet. Das Stadtbild blieb praktisch intakt, obschon die Häuser im Laufe der Zeit stets neuen Erfordernissen angepasst wurden. Diese Verschmelzung von Alt und Neu brachte der Altstadt 1983 das Weltkulturerbe-Label ein.

Die Auszeichnung als Unesco-Weltkulturerbe hat das touristische Interesse an Bern neu geweckt. «Es handelt sich um ein internationales Qualitätslabel, das gerade für Besucher aus Amerika und Japan ein wichtiges Kriterium zur Wahl ihrer Destination darstellt», erklärt Markus Lergier, Direktor von Bern Tourismus.

Laut der Unesco würde das Verschwinden der Berner Altstadt «einen unersetzbaren Verlust für die Menschheit bedeuten». Genau diese Aussage hat die Stadtbehörden veranlasst, in ihrer Stadtbaupolitik ein Gleichgewicht zwischen der notwendigen Modernisierung der Häuser und ihrer historischen Erhaltung zu suchen.

«Die Altstadt darf und soll genutzt, niemals aber verbraucht werden», sagt der Leiter der Städtischen Denkmalpflege, Jean-Daniel Gross.

Unterschiede in der Einheit

Bern war zwischen 1536 und 1798 der grösste Stadtstaat nördlich der Alpen. Heute stellt die Stadt ein einzigartiges Zeugnis einer urbanistischen Struktur des Hochmittelalters dar, in welcher die spätbarocke Architektur dominiert.

Wer als Besucher durch die Strassen und Gassen flaniert, kann mehrere Jahrhunderte Stadtgeschichte inspizieren: Türme, Kirchen, öffentliche und private Gebäude, Tafeln von Korporationen oder auch elf einzigartige Figurenbrunnen aus dem 16. Jahrhundert.

Auf den ersten Blick erscheint die Altstadt als perfekte Einheit. Doch in Wahrheit weisen die Häuserzeilen und Fassaden in ihrer grau-grünem Sandsteinfarbe eine überraschende Vielfalt auf.

Hinter den dicken und schlichten Mauern verbergen sich zudem Innenhöfe, Gärten, stuckverzierte Decken und Fresken, wertvolle Lampen und Möbel.

Geschützt vor Invasoren

Gegründet wurde Bern 1191 von Herzog Berchthold V. von Zähringen. Die Stadt liegt auf einer Erhebung in einer Schlaufe der Aare. Der Fluss umgibt die Stadt wie ein Schutzgürtel. Heute erscheint diese geografische Position wie ein natürlicher Rahmen, um die Schönheit der Altstadt zu unterstreichen.

Doch bei der Gründung war die strategische Lage entscheidend. Der Fluss bot einen natürlichen Schutz vor Angreifern. Somit war nur eine Verteidigungseinrichtung auf der westlichen Seite notwendig.

Die Stadt war in drei Längsachsen gegliedert; die heutige Kram- und Gerechtigkeitsgasse war die Hauptachse. Anfänglich gab es keinerlei Plätze in Bern.

Die Wiege der Relativitätstheorie

Die ersten Häuser waren aus Holz. Nach einem verheerenden Brand im Jahr 1405, der zwei Drittel der Stadt zerstörte, bauten die Berner ihre Häuser mit Sandstein wieder auf. Bei dieser Gelegenheit entstanden die sechs Kilometer Tore und Arkaden, welche die Stadt bis heute kennzeichnen. Die Berner nennen sie «Lauben».

Einer der bekanntesten Bewohner Berns pries die Nützlichkeit dieser Lauben in höchsten Tönen. «Ich liebe Bern. Sie ist eine alte, authentische und fröhliche Stadt. Auf beiden Seiten der Strasse ermöglichen Bogengänge selbst bei starkem Regen durch die Stadt zu gehen, ohne nass zu werden», schrieb Albert Einstein im Februar 1902 an seine künftige Frau Mileva Maric, kurz nachdem er in die helvetische Hauptstadt gezogen war.

Der geniale Physiker hat im Herzen der Berner Altstadt seine revolutionären Ideen entwickelt. Er selber erklärte, dass die Relativitätstheorie in der Kramgasse 49 entstanden sei. In seiner damaligen Wohnung gibt es heute ein kleines Museum.

Der Hahn kräht immer drei Mal

Dieses Museum ist nur eine der vielen touristischen Attraktionen in der Altstadt. Weltberühmt ist auch der zwischen 1218 und 1220 gebaute Zeitglockenturm (Zytglogge). Dieser Turm zieht Scharen von Touristen vor allem wegen seines aussergewöhnlichen Figurenspiels an. Es stammt aus der Zeit zwischen 1527 und 1530. Der Hahn kräht bis heute zu jeder vollen Stunde drei Mal.

Obligatorisch ist auch der Besuch des gotischen Münsters von Bern. Es konnte nach der Grundsteinlegung im frühen 15. Jahrhundert erst im 19. Jahrhundert vollendet werden. Mit einer Höhe von 103 Metern ist der Kirchturm der höchste der Schweiz. Anfänglich konnte das Münster die gesamte Bevölkerung der Stadt aufnehmen.

Während der Reformation wurden die farbigen Fresken und Skulpturen aus dem Gotteshaus verbannt. Die farbigen Fenster aus dem 15. Jahrhundert konnten auf wundersame Weise erhalten werden, genauso wie das Eingangsportal mit 234 Skulpturen, welche das jüngste Gericht und die Aufteilung der Welt in Gutes und Böses darstellen.

Kultur und Religion haben in der Altstadt tiefe Spuren hinterlassen. Aber auch die Politik. Bern ist Hauptstadt der Schweiz und des gleichnamigen Kantons. Das Bundeshaus, Sitz von Regierung und Parlament, wird besonders gerne besucht.

Wer das Weltkulturerbe kennenlernen will, kann an Stadtführungen teilnehmen oder auch Audio-Guides mieten. «Man kann sich hier an Schönem erlaben», sagt eine Touristin aus dem italienischen Städtchen Gorgonzola vor der Zytglogge.

Sonia Fenazzi, Bern, swissinfo.ch
Übertragung aus dem Italienischen: Gerhard Lob


Altstadt von Bern - Weltkulturerbe UNESCO
Bern - Geschichte, Informationen, Sehenswürdigkeiten

17.6.09

Sportarten

Im Rahmen des Junior Web Award haben die Achtklässler vom Seiderberg Schulhaus in Muri Informationen zu allen Sportarten gesammelt, die an der Schule betrieben werden. Entstanden ist eine Sammlung von Badminton bis Volleyball.

Das Portal richtet sich an Jugendliche und Eltern in der Agglomeration Bern aber auch an Leute in der ganzen Schweiz.

Der Sport spielt im Seidenberg eine grosse Rolle. Es gibt kaum Personen im Schulhaus Seidenberg, die nicht Sport treiben. Zudem gibt es auch Bezüge zur Prominenz: Adrian Krebs, Schweizermeister im 10-Kampf im Jahre 1999, unterrichtet am Seidenberg. Anita Weyermann («Gring ache u secklä») gewann an den Leichtathletik-Weltmeisterschaften 1997 und an der Leichtathletik-Europameisterschaften 1998 jeweils die Bronzemedaille im 1500-Meter-Lauf. Die zweifache Junioren-Weltmeisterin und Schweizer Sportlerin des Jahres 1999 drückte im Seidenberg die Schulbank.

www.sportportal-seidenberg.ch
JuniorWebAward
Berner Sport

16.6.09

Handcrafted Time

Dieses Jahr räumt die Time Gallery ihre Vitrinen, um sie einer Gruppe unabhängiger Uhrmachern zur Verfügung zu stellen und so nicht nur das Publikum in Bern und Umgebung in die aussergewöhnliche Welt qualitativ hochwertiger Uhren zu entführen.

Es ist das erste mal überhaupt, dass eine Gruppe solch hochrangiger Uhrmacher zusammen unter einem Dach ihre konzepte und Produkte ausstellen. Die Aussteller gelten als die wirklich besten Uhrmacher der heutigen Zeit. Und die Preise der meist sehr komplizierten Uhren erzielen Verkaufspreise bis zu 500’000.- und mehr.

Die kleine unabhängige Berner Uhrenmarke Angular Momentum eröffnete im Jahre 2003 die «Time Gallery» an der Brunngasse 58 in Bern.

Einerseits ist die Time Gallery offizieller Showroom der Uhren aus eigener Produktion andererseits jedoch – wie der Name besagt – eine wirkliche «Galerie», in der mehrmals pro Jahr aufwändige Ausstellungen zu besonderen Themen rund um Kunst und Kunsthandwerk durchgeführt werden.

www.angularmomentum.com/
Handcrafted Time
Der Event findet vom 18. Bis zum 21. Juni statt,

Donnerstag 18.00 bis 21’00 Uhr Vernissage
Freitag 13.00 bis 20.00 Uhr
Samstag 10.00 bis 18.00 Uhr
Sonntag 11.00 bis 18.00 Uhr

Die Aussteller
Vianney Halter | www.vianney-halter.com
Miki Eleta | www.eleta.ch
Pita Barcelona | www.pita.es
Thomas Prescher | www.prescher.ch
Romain Gaulthier | www.montres-rg.com
Svend Andersen | www.andersen-geneve.ch
Louis Moinet | www.louismoinet.com
Angular Momentum | www.angularmomentum.com
Cabestan | www.cabestan.ch
Hautlence | www.hautlence.com
AKGeneve | www.akgeneve.com
Thomas Fuchs | www.fuchs-uhrenwerkstatt.de

Die Gäste
Berner Prominenz, Kunden aus dem In- und Ausland, die relevanten Uhrenhändler der Schweiz, Journalisten aus dem In- und Ausland, Moderatoren der wichtigsten Uhren-Websites wie Timezone, The Purists und alle, die dazu kommen werden.

Philippe Dufour, die graue Eminenz der Uhrmacherkunst, wird an der Vernissage anwesend sein.

Berner Galerien

15.6.09

Tell

TELL-Freilichtspiele Interlaken
18. Juni bis 5. September 2009


Friedrich von Schiller hat seinen Wilhelm Tell als Volkstheater geschrieben und so wird es seit über 90 Jahren in Interlaken als Freilichttheater mit grossem Erfolg gespielt. In 1200 Aufführungen besuchten über zwei Millionen Zuschauer das Tellspiel in Interlaken. Damit wird Wilhelm Tell zur erfolgreichsten Theaterproduktion in der Schweiz.

180 Laiendarsteller aus der Umgebung von Interlaken, 20 Pferde und ein kompletter Alpabzug mit Kühen, Ziegen und allem was dazugehört, lassen Sie die Zeit Tells erleben.

www.tellspiele.ch
Wilhelm Tell (Wikipedia)
Friedrich Schiller (Wikipedia)
Tell im Visier
Gessler, ermordet 1291

14.6.09

Frauenlauf

Heute findet zum 23. Mal der traditionelle Frauenlauf durch die Berner Altstadt statt. Der Laufsportevent hat sich zum grössten Frauensportanlass der Schweiz gemausert.

Der diesjährige Frauenlauf steht ganz im Zeichen der Kleinsten: Es startet erstmals der Girls Sprint. Über 100 vier- bis siebenjährige Mädchen haben sich angemeldet.

Der Start der Strecke für die Erwachsenen ist in der Monbijou-Strasse, von dort geht es durch das Kirchenfeldquartier, beim Münster vorbei die Altstadt hinauf zum Ziel auf den Bundesplatz. Die Strecke kann über 5 oder 10 Kilometer von Läuferinnen und Walkerinnen zurückgelegt werden.

www.frauenlauf.ch

13.6.09

TdS

Die 73. Tour de Suisse findet vom 13. bis 21. Juni 2009 statt.

Die Tour startet heute in Mauren im Fürstentum Lichtenstein. Das 8-tägige Rennen führt unter anderem nach Davos, Biasca, Crans Montana und endet schliesslich am 21. Juni 2009 in der Hauptstadt.

Auch die 73. Austragung der Tour de Suisse wartet wieder mit einem hochkarätigen Fahrerfeld auf. Angeführt wird es von Vorjahressieger Roman Kreuziger sowie den Brüdern Andy und Frank Schleck. Die Schweizer Elite ist unter anderem durch Fabian Cancellara, Michael Albasini, Gregory Rast und Aurélien Clerc vertreten.

www.tds.ch
Tour de Suisse (Wikipedia)

Strecke
13.06.09 Mauren (LI) - Ruggell (LI) [7.8 km]
14.06.09 Davos - Davos [150 km]
15.06.09 Davos - Lumino [195 km]
16.06.09 Biasca - Stäfa [197 km]
17.06.09 Stäfa - Serfaus (A) [202 km]
18.06.09 Oberriet/SG - Bad Zurzach [178 km]
19.06.09 Bad Zurzach - Vallorbe Juraparc [204 km]
20.06.09 Le Sentier - Crans-Montana [182 km]
21.06.09 Bern - Bern [39 km]
Total: 1'355 km

12.6.09

GP Memorial

Grand Prix Suisse Memorial: 55 Jahre nach dem letzten Grand Prix von Bern, können Sie am 23. August 2009 Originalfahrzeuge aus 70 Jahre Renngeschichte an einem Oldtimer-Renner bestaunen.

Von 1934 bis 1954 war die Stadt Bern ein international wichtiger Austragungsort des motorisierten Rennsports. Formel-1-Flitzer, Sportwagen und Motorräder lieferten sich zahlreiche Rennen. Nun werden diese Fahrzeuge und andere Boliden im August 2009 wieder an einem Oldtimer-Showrennen in der Schweizer Hauptstadt zu sehen sein.

Start und Ziel der 8 Kilometer langen Rundstrecke ist das von Daniel Libeskind entworfene Freizeit- und Erlebniszentrum Westside. Dort können Sie die über 400 teilnehmenden Fahrzeuge in einem eigenen Parkdeck bestaunen. Ein Fahrzeugpark mit einzigartigen Highlights wartet auf Sie.

Anlässlich des GP-Memorial wird Ihnen zudem eine Flugschau mit historischen Flugzeuge und eine Oldtimer-Parade am 21. und 22. August 2009 durch die Berner Altstadt geboten. Erleben Sie die grandiose Rückkehr des Grand Prix und seien Sie live dabei.

www.gp-suisse.ch
Grosser Preis der Schweiz (Wikipedia)
Bern als Pionierstadt des Sports

11.6.09

Stadtbach

Stadtbach wird im Bereich der Brunnen geöffnet.

Der Gemeinderat ist auf seinen Entscheid aus dem Jahr 2007 zurückgekommen und hat beschlossen, den Stadtbach in der Unteren Altstadt wieder zu öffnen. Die Gitter werden bis Ende Juni entfernt.

m Rahmen der Sanierung von Kram- und Gerechtigkeitsgasse im Jahr 2005 war der Stadtbach im Bereich der Brunnen und am unteren Ende Gerechtigkeitsgasse (Künstlerintervention) frei gelegt und mit Steinpollern gesichert worden. Aufgrund parlamentarischer Vorstösse wurde im Sommer 2007 jedoch die Schliessung des Stadtbachs verfügt. Einzig rund um die Künstlerintervention fliesst der Stadtbach heute noch offen durch die Untere Altstadt.

Kramgassleist befürwortet die Öffnung
Seit Sommer 2007 hat sich der Kramgassleist mehrfach an den Gemeinderat gewandt und die erneute Öffnung des Stadtbachs im Umfeld der Brunnen gefordert. Die Öffnung sei ein wichtiges Element der Gesamtsanierung von Kram- und Gerechtigkeitsgasse gewesen und könne zur Belebung der Unteren Altstadt beitragen. Der Gemeinderat teilt diese Auffassung und hat deshalb entschieden, den ursprünglichen Zustand gemäss Projekt Gesamtsanierung von Kram- und Gerechtigkeitsgasse wieder herzustellen und die Gitter im Bereich der Brunnen zu entfernen.

Die Direktion für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün ist mit der Umsetzung des Entscheids beauftragt worden. Bis Ende Juni soll der Stadtbach im Bereich der Brunnen wieder offen durch die Untere Altstadt fliessen.

Der Stadtbach

10.6.09

Swiss Art Award

Das Bundesamt für Kultur zeichnet 34 Kunstschaffende aus.

Die Eidgenössische Kunstkommission hat die Gewinnerinnen und Gewinner des Eidgenössischen Wettbewerbs für Kunst 2009 bekannt gegeben. Prämiert werden 30 Arbeiten von 34 Kunstschaffenden in den Sparten Kunst, Architektur und Kunstvermittlung. 87 Arbeiten aus der zweiten Runde des Wettbewerbs werden in der Messe Basel ausgestellt. Jean-Frédéric Jauslin, Direktor des Bundesamtes für Kultur, eröffnet die Ausstellung.

Parallel zur Art Basel vergibt das Bundesamt für Kultur (BAK) jedes Jahr die Preise des Eidgenössischen Wettbewerbs für Kunst. Die Gewinnerinnen und Gewinner werden von der neunköpfigen Eidgenössischen Kunstkommission unter dem Vorsitz von Hans Rudolf Reust, Kunstkritiker und Dozent an der Hochschule der Künste Bern, gewählt. Dieses Jahr hat die Kommission 30 Arbeiten von 34 Kunstschaffenden (drei Gemeinschaftsarbeiten) ausgezeichnet. Die Preissumme beträgt insgesamt 810'000 Franken – 27'000 Franken pro Arbeit.

25 Preise gingen dieses Jahr an die Sparte Kunst, zwei an die Sparte Architektur und drei an die Sparte Kunstvermittlung. Aus den 579 Einsendungen, die beim BAK eingegangen sind, wählte die Kommission 87 für die Teilnahme an der zweiten Runde aus. Die Arbeiten sämtlicher Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind an dieser zweiten Wettbewerbsrunde werden in der Ausstellung «Swiss Art Awards» während der Art Basel in der Messe Basel zu sehen.

Gemäss Kommissionspräsident Hans Rudolf Reust verfügt die Schweiz mit den Swiss Awards über eine international einmalige, jährlich wiederkehrende Plattform für junge künstlerische und architektonische Ansätze und deren Verständnis. Zum Jahrgang 2009 meint er: «Die Orientierung hin zu sozialhistorisch- und genderpolitisch motivierten Arbeiten oder zu konzeptuellen Auseinandersetzungen mit dem Modernismus und der Wahrnehmung hat sich auch in diesem Jahr fortgesetzt - wenn auch nicht mehr so stark. Sehr persönliche Denkräume werden eröffnet. Zu Selbstreflexion oder «Räume denken» verführen uns auch die beiden prämierten Beiträge der Architektur und die besonders hochstehenden Eingaben beim Preis für Vermittlung.»

Auf Einladung des BAK stellt die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia in der Ausstellung erstmals ihre «Collection Cahiers d’Artistes» - die Reihe von Erstpublikationen für Künsterinnen und Künstler - vor.

Messezentrum Basel, Halle 32
09. bis 14. Juni 2009 täglich 10 - 19 Uhr
Entritt frei

Architektur: eine Gemeinschaftsarbeit von Mike Mattiello (von Solothurn, in Zürich), Frank Schneider (Solothurn/Zürich) und Cornelia Schwaller (Recherswil SO/Zürich) sowie eine Gemeinschaftsarbeit von Beat Meier (Urdorf ZH/Basel) und Reto Pedrocchi (Engi GL/Basel).
Kunst: Ariane Andereggen (Grafschaft VS/Basel), Benedikt Bischof (Eggersriet-Grub SG/St. Gallen), Pauline Boudry (Concies VD/Berlin), Maya Bringolf (Hallau SH/Basel), Stefan Burger (Deutschland/Zürich), Robert Estermann (Rickenbach LU/Grenchen SO), Marianne Flotron (St-Imier BE/Amsterdam), Luca Frei (Weisslingen ZH/Bissone TI), Clare Goodwin (England/Zürich), eine Gemeinschaftsarbeit von Christina Hemauer (Zürich/Zürich) und Roman Keller (Bubendorf BL/Zürich), Dagmar Heppner (Deutschland/Basel), Marina Klinker Belobrovaja (Kiew, Ukraine/Zürich), Peter «Pe Lang» Lang (Oberkirch LU/Richterswil ZH), Yves Mettler (Ebnat-Kappel SG/Berlin), Sébastien Mettraux (Neyruz FR/Vallorbe VD), Adrien Missika (Paris/Genf), Alexandra Navratil (Vacallo TI/Zürich), Uriel Orlow (Zürich/London), Guillaume Pilet (Rossinière VD/Epalinges VD), Kilian Rüthemann (Mosnang SG/Basel), Simone Schardt (Deutschland/Zürich), Kathrin Sonntag (Wahlen BL/Berlin), Julia Steiner (Signau BE/Bern), Marion Tampon-Lajarriette (Suresnes, Frankreich/Petit-Lancy GE) und Alexandra (Lex) Vögtli (Solothurn/Basel).
Kunst- und Architekturvermittlung: Fanni Fetzer (Lütisburg SG/Zürich), Reto Geiser (Bern/Basel) und Andrea Thal (Grossaffoltern BE/Zürich).

9.6.09

GSoA

Die Initiative «Gegen neue Kampfflugzeuge» wurde gestern in Bern mit 107'828 gültigen Unterschriften eingereicht.

Damit ist die Initiative in weniger als einem Jahr zustande gekommen. Das Bündnis gegen neue Kampfflugzeuge fordert mit der Initiative ein Moratorium für neue Kampfflugzeuge bis ins Jahr 2019.

Gestern hat die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee GSoA gemeinsam mit 25 weiteren Organisationen die Initiative «Gegen neue Kampfflugzeuge» bei der Bundeskanzlei in Bern eingereicht. Dank dem Engagement unzähliger Freiwilliger war es möglich, die Unterschriftensammlung nach nur 11 Monaten abzuschliessen. Das rasche Zustandekommen der Initiative zeigt, dass der geplante, milliardenschwere Kauf neuer Kampfflugzeuge bei einem grossen Teil der Bevölkerung auf Unverständnis und Ablehnung stösst.

An der heutigen Pressekonferenz zur Einreichung wurde die Notwendigkeit der Initiative dargelegt.

Rahel Ruch (Sekretärin GSoA) betonte: «Die Initiative hat bereits Erfolge gezeitigt. Zuletzt beschloss der Bundesrat vor etwas mehr als einem Monat, den Beschaffungsentscheid um ein halbes Jahr hinauszuschieben. Diese Verzögerung ist zweifellos auf den grossen Widerstand gegen das Beschaffungsvorhaben zurückzuführen.»

Tobia Schnebli (Vorstandsmitglied der GSoA Genf) stellte fest: Es ist skandalös festzustellen, dass die weltweiten Militärausgaben im Jahr 2008 auf etwa 1400 Milliarden Dollar gestiegen sind, während sich die Weltgemeinschaft weigert, mit 5% dieses Betrags die Armut auf die Hälfte zu reduzieren. Auch in der Schweiz investiert nur nachhaltig in die Sicherheit, wer sich für soziale Sicherheit und die Erhaltung der Umwelt einsetzt. Schnebli machte ebenfalls auf die besorgniserregend hohe Anzahl an Hindernissen und Polizeiinterventionen aufmerksam, welche Unterschriftensammlungen auf öffentlichem Boden verhinderten.

Josef Lang (Vorstand GSoA/Nationalrat Alternative) machte darauf aufmerksam, dass eines der Kriterien für die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge ihre Bomberfähigkeit sei. «Das VBS will Kampfbomber kaufen. Laut Luftwaffendoktrin gibt es zwei Einsatzszenarien, welche die Erdkampffähigkeit von neuen Kampfjets bedingen würden: a) Ein gezielter Präventivschlag auf Stellungen des Feindes jenseits der Landesgrenzen. Dieses Szenario ist in vielerlei Hinsicht höchst unwahrscheinlich. b) Die Schweiz beteiligt sich mit der Luftwaffe an Nato-Operationen, indem ihre Kampfjets Stellungen angreifen, um den Einsatz von Bodentruppen zu ermöglichen. Dieses Szenario ist - aus politischen Gründen - zwar nicht in den nächsten Jahren, aber innerhalb der nächsten Jahrzehnte sehr wohl denkbar. Wer das Mitmachen bei der Nato, seit 1999 ein Offensivbündnis mit globaler Mission, ablehnt, muss auch die neuen Kampfjets ablehnen.»

Marina Carobbio (Nationalrätin und Vizepräsidentin SP) rief die enormen Kosten, die ein Kauf von neuen Kampfflugzeugen nach sich ziehen würde, in Erinnerung. «Je nach Anzahl und Typ der Kampfflugzeuge kostet die Beschaffung und der Unterhalt 4 bis 6 Milliarden Schweizer Franken. Angesichts der schwierigen Wirtschaftslage sollte viel eher in die nachhaltige Schaffung von Arbeitsplätzen oder die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit investiert werden, anstatt die Steuergelder mit der Beschaffung von Kampfflugzeuge zu verschleudern.»

www.gsoa.ch
GSoA (Wikipedia)

8.6.09

Ressourcen

Schweizerinnen und Schweizer leben auf zu grossem Fuss.

Von heute an sollten unsere Verkaufsregale eigentlich leer sein. Denn der Lebensstil der Schweizerinnen und Schweizer verbraucht mehr Rohstoffe und Energie, als uns die Erde jährlich zur Verfügung stellt. Berechnungen des WWF zeigen, dass die Schweiz bereits jetzt die ihr im Jahr 2009 zustehenden Ressourcen aufgebraucht hat. Von nun an leben wir auf Kosten der Umwelt und anderer Länder.

53 Kilo Fleisch essen Herr und Frau Schweizer jährlich. Tendenz steigend. Im selben Zeitraum tanken sie 11400 Liter Benzin pro Person. Tendenz steigend. 44 Quadratmeter beträgt die durchschnittliche Wohnfläche pro Kopf. Tendenz steigend. Insgesamt essen, verfahren und verheizen wir dieses Jahr Rohstoffe und Energie im Wert von 2,4 Planeten.

Die Schweiz ist nicht das einzige Land, das auf zu grossem Fuss lebt: Dänemark und Australien haben ihren ersten Planeten schon im April verbraucht. Bereits im März war das bei den Vereinigten Arabischen Emirate und den USA der Fall – mit einem Jahresverbrauch von 4,5 Planeten sind sie im Ländervergleich die traurigen Spitzenreiter.

Unser Planet ist begrenzt an Fläche, Ressourcen und Energie. Jedem Menschen steht ein Teil dieses Angebots zur Verfügung. Durch unseren Lebensstil brauchen wir ein Mehrfaches der uns eigentlich zustehenden Ressourcen. Mit anderen Worten: Wir leben auf Kosten von Menschen in anderen Ländern – und auf Kosten der Natur.

«Heute gibt es viele attraktive Möglichkeiten, wie wir unseren Fussabdruck verkleinern können, ohne unseren Lebensstandard einzuschränken» sagt Damian Oettli, Konsumexperte beim WWF Schweiz. Das grösste Sparpotential besteht in den Bereichen Wohnen, Ernährung und Verkehr. Kreative vegetarische Menüs, weniger Flugreisen und energieeffiziente Häuser sind gut für den persönlichen Fussabdruck und für den gesamten Planeten. Den eigenen Fussabdruck kann man unter www.footprint.ch berechnen. Dort gibt es auch viele Tipps zu dessen Reduktion, denn wir alle sind Teil der Lösung.

www.wwf.ch

7.6.09

Tierisch

Medien berichten immer häufiger über Tiere.

Tiere machen heute deutlich häufiger Schlagzeilen als noch vor dreissig Jahren. Dabei domi-nieren völlig gegensätzliche Darstellungen: das «bedrohliche Tier» wie bei der Vogelgrippe oder den Kampfhunden auf der einen Seite, und der idealisierte Star auf der anderen, so etwa beim Eisbärenbaby Knut oder dem Nilpferdjungen Farasi. Dies zeigt eine heute publizierte Studie des Departementes für Soziologie der Universität Genf, finanziert durch das Bundesamt für Veterinärwesen, worin das vielfältige Verhältnis von Tier und Mensch untersucht wurde.

Unter der Leitung der Professorinnen Claudine Burton-Jeangros und Annik Dubied haben die Forschenden die Berichterstattung über Tiere in Zeitungen und Fernsehen seit 1978 untersucht. Demnach nahm nicht nur die Zahl der Beiträge mit Tierthemen zu, auch Krisen, bei denen Tiere als Bedrohung wahrgenommen werden, treten immer häufiger auf. Rinderwahnsinn, Vogelgrippe, gefährliche Hunde - unerwünschte Tiere füllen die Spalten sowohl von Qualitäts- wie von Boulevardzeitungen. Eine weitere Darstellung von Tieren tritt immer häufiger auf: das Tier als Star. Diese Berichterstattung findet vor allem in Boulevardmedien statt. Die Medienanalyse zeichnet ein vielfältiges Bild unserer Beziehung zum Tier: unsere Gefühle schwanken zwischen grosser Angst und inniger Liebe und sind voller Widersprüche.

Die Forschenden haben auch Gespräche mit verschiedenen Bevölkerungsgruppen in der ganzen Schweiz geführt. Im Gegensatz zu den Medien beschäftigen die Bevölkerung nicht in erster Linie die «bedrohlichen Tiere». Vielmehr interessieren sich die Menschen für die Beziehung von Mensch, Tier und Umwelt und, an zweiter Stelle, für den Schutz der Tiere. Dies war in allen drei Sprachregionen der Fall und bestätigt den hohen Stellenwert des Themas in der Schweiz. Auch die Nutzung des Tieres in der Landwirtschaft, aber auch als Heimtier wurde häufig kritisch hinterfragt.

Die Studie dient als Basis für eine Veranstaltungsserie im Juni 2009 im Politforum Käfigturm Bern mit den Themen «Von Hengsten und Hechten in der Politik - weshalb sich PolitikerInnen für Tiere stark machen», «Hot dogs - weshalb Hunde die Gesellschaft entzweien» und «In Tiere vernarrt - weshalb wir die einen kraulen und die andern essen».

Sie finden die Studie und eine Zusammenfassung davon und das Programm der Diskussionsrunden im Käfigturm auf der Website des Bundesamtes für Veterinärwesen unter www.bvet.admin.ch.

www.kaefigturm.ch
Ausstellung im Käfigturm - Ein Polit-Forum des Bundes
Weshalb uns Tiere bewegen
Tierisch
Vom 2. bis 30. Juni 2009

6.6.09

Klassik

Aus den Klubhaus-Konzerten werden Migros-Kulturprozent-Classics.

Grosse Orchester. Grosse Solisten. Grosse Schweizer Talente. Kleine Preise. Die traditionsreichen Klubhaus-Konzerte stehen unter neuer künstlerischer Leitung, erhalten ein zeitgemässes Erscheinungsbild und einen neuen Namen: Migros-Kulturprozent-Classics. Sechs Tourneen mit insgesamt 30 Konzerten führen von September 2009 bis Mai 2010 durch die ganze Schweiz.

Konzertstationen sind die etablierten Konzerthäuser in Basel, Bern, Genf, Lugano, Luzern, St. Gallen, Visp und Zürich. Neben internationalen Orchestern treten neu auch herausragende Schweizer Musiktalente auf.

Was Gottlieb Duttweiler vor 60 Jahren erfunden hat, überträgt das Migros-Kulturprozent in die Zukunft. Musikliebhaber und Klassik-Begeisterte begegnen, quer durch die ganze Schweiz, internationalen Spitzenorchestern mit berühmten Dirigenten und renommierten Solisten. Darunter sind klingende Namen wie der Pianist Jean-Yves Thibaudet, der Cellist Mischa Maisky oder der Dirigent Semyon Bychkov. Sie werden begleitet von legendären Orchestern wie den Wiener Symphonikern, dem Royal Liverpool Philharmonic Orchestra oder dem WDR Sinfonieorchester Köln. Dazu werden neu herausragende Schweizer Talente auftreten.

Einzigartige Tourneen durch die ganze Schweiz

Unter dem Motto «Wir bringen Euch Klassik» stehen Werke grosser Komponisten, von Beethoven, Schumann, Mussorgski bis Verdi oder Strauss, auf dem Programm. Hedy Graber, Leiterin Direktion Kultur und Soziales beim Migros-Genossenschafts-Bund: «Mit den Migros-Kulturprozent-Classics fördern wir nachhaltig Schweizer Musiktalente. Das Publikum geniesst hohe Qualität zu moderaten Preisen. Zudem sind wir der einzige Tournee-Veranstalter mit Klassik-Konzerten in der ganzen Schweiz.»

Bühne frei für Schweizer Talente

Neben den internationalen Künstlern und Orchestern wird neu auch eine Auswahl der bedeutendsten Schweizer Talente auf der Bühne stehen. Mischa Damev, der neue Künstlerische Leiter der Migros-Kulturprozent-Classics, betont an der Medienkonferenz vom 13. Mai 2009 in Zürich: «Wir glauben an die Musiktalente in der Schweiz und bieten ihnen eine Plattform, mit renommierten Orchestern vor einem breiten Publikum aufzutreten.»

www.migros-kulturprozent-classics.ch

5.6.09

Rassismus

Kein Platz für Rassismus: Bern setzt Aktionsplan um.

Die Stadt Bern engagiert sich im Kampf gegen Rassismus. Sie wird Mitglied der Europäischen Städte-Koalition gegen Rassismus und setzt in den nächsten vier Jahren einen umfassenden Massnahmenplan gegen Rassismus um.

Gemeinderätin Edith Olibet betonte in ihrer Rede anlässlich der Medienkonferenz zum Beitritt von Bern zur Europäischen Städte-Koalition gegen Rassismus, dass es in der Stadt Bern keinen Platz für Rassismus geben dürfe: «Es reicht nicht, nur zu reagieren, wenn wieder einmal ein Einzelfall in der Öffentlichkeit Empörung auslöst. Vielmehr muss die Stadt aktiv gegen Rassismus vorgehen.» Mit dem Beitritt mache Bern einmal mehr deutlich: «Null Toleranz gegenüber Rassismus!». Zudem ermöglicht er es der Stadt, sich schweiz- und europaweit mit Städten zu vernetzen, die dasselbe Ziel verfolgen - wie zum Beispiel Zürich und Winterthur, Berlin, Madrid oder Stockholm.

Mit Vielfalt gegen die Einfalt

Edith Olibet erinnerte weiter daran, dass rassistische Diskriminierung oft sehr subtil und nicht selten in den Strukturen verankert ist. Deshalb sei es wichtig, dass der jetzt vorgelegte Aktionsplan nicht nur auf öffentlichkeitswirksame Massnahmen fokussiere sondern eine grosse Anzahl kleiner und einfacher Massnahmen beinhalte, die einen nachhaltigen Beitrag zu einer offeneren und gerechteren Stadt Bern leisten sollen. Insgesamt sieht der Aktionsplan 37 Massnahmen vor, die in den nächsten vier Jahren umgesetzt werden.

Verantwortlich für die Ausarbeitung und Umsetzung des Aktionsplans in der Stadt Bern ist das Kompetenzzentrum Integration. Dessen Leiterin Ursula Heitz unterstrich anlässlich der Medienkonferenz die Massnahmenvielfalt: «Rassismus kann ganz unterschiedliche Formen annehmen. Die Stadt Bern realisiert deshalb Massnahmen auf verschiedenen Ebenen, um sich wirkungsvoll gegen Rassismus einzusetzen.»

Sensibilisieren, integrieren, Opfer schützen – und ein Zeichen setzen

Die Stadt will die Wahrnehmung für Rassismus schärfen. Darum sieht der Aktionsplan diverse Sensibilisierungskampagnen mit unterschiedlichen Zielgruppen vor. Für die Stadt Bern ist Rassismusprävention auch Teil der Integrationspolitik, denn Rassismus grenzt aus. Verschiedene Massnahmen zielen deshalb auf die Integration von Migrantinnen und Migranten ab. So findet zum Beispiel das nächste Forum der Migrantinnen und Migranten der Stadt Bern zum Thema Diskriminierung statt und die Stadt Bern unterstützt aktiv ein Mentoringprojekt für qualifizierte Migrantinnen. Ein weiterer Bereich ist die Unterstützung von Opfern von Rassismus und Diskriminierung. Beispielsweise wird im Rahmen des Aktionsplans geprüft, ob in der Stadtverwaltung eine Ansprechperson für rassistische Diskriminierung geschaffen wird. Und schliesslich will die Stadt mit dem Beitritt zur Städte-Koalition ein Zeichen setzen: Rassismus darf nicht als natürliche gesellschaftliche Erscheinung toleriert werden, sondern kann und muss überwunden werden. Dazu müssen die politischen Autoritäten entschieden Stellung beziehen. Das tut die Stadt Bern mit dem Aktionsplan.

Internationales Netzwerk gegen Rassismus

2004 initiierte die UNESCO die Städte-Koalition gegen Rassismus mit dem Ziel, ein internationales Netzwerk von Städten einzurichten, die sich gemeinsam und wirkungsvoll gegen Rassismus, Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit einsetzen. Um die regional unterschiedlichen Eigenheiten zu berücksichtigen, wurden in den verschiedenen Weltregionen jeweils regionale Koalitionen gebildet, die eigene Aktionsprogramme ausarbeiten. So wurde Nürnberg die «Europäische Städte-Koalition gegen Rassismus» gegründet und ein 10-Punkte-Aktionsplan mit konkreten Handlungsfeldern verabschiedet. Die Mitgliedsstädte verpflichten sich zur Umsetzung des Aktionsplans, es steht ihnen aber frei, welche konkreten Massnahmen sie zu den einzelnen Punkten des Aktionsplans ergreifen.

www.citiesagainstracism.org
www.menschenrechte.nuernberg.de
www.unesco.org/shs/citiesagainstracism

4.6.09

Umweltbericht

Verlangsamte Verbesserung des Umweltzustandes seit der Jahrhundertwende.

Obschon in mehreren Bereichen Fortschritte erzielt wurden, bleibt der Druck auf die Umwelt weiterhin gross. Wie der vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) und vom Bundesamt für Statistik (BFS) veröffentlichte Bericht «Umwelt Schweiz 2009» zeigt, schwächen die Auswirkungen des Siedlungswachstums, des Verkehrs und des hohen Ressourcenverbrauchs die Wirkungen der getroffenen Massnahmen ab.

Der Umweltbericht, der seit 1997 gemeinsam vom BAFU und vom BFS publiziert wird, gibt Auskunft über den Zustand und die Entwicklung der Umwelt und zieht seit 2007 zudem Bilanz über die Umsetzung der Schweizer Umweltpolitik. Der Bericht «Umwelt Schweiz 2009» ist eine Weiterführung des Berichts 2007 und untersucht hauptsächlich die neuste Entwicklung seit 1990.

Der Druck auf die Umwelt hält an

Die Siedlungsflächen breiten sich weiter aus, obschon jüngste Beobachtungen auf eine Verlangsamung dieser Tendenz hinweisen. Das Siedlungswachstum hat vor allem den Verlust qualitativ guter Böden zur Folge. Der Ressourcenverbrauch nimmt weiter zu; zwischen 1990 und 2006 betrug der Anstieg 17 Prozent. Die Ressourcen werden zunehmend importiert, was dazu führt, dass der Güterverkehr wächst und die Umweltbelastungen ins Ausland verlagert werden. Aufgrund des erhöhten Ressourcenverbrauchs nimmt die Menge der Siedlungsabfälle regelmässig zu. Der Anteil der rezyklierten Abfälle macht über 50 Prozent aus, während die Menge der verbrannten Abfälle seit rund zehn Jahren nicht mehr zurückgegangen ist. Der Energieverbrauch hat zwischen 1990 und 2007 ebenfalls zugenommen, und zwar um 8 Prozent, während der Anteil an erneuerbaren Energien mit rund 18 Prozent unverändert geblieben ist.

Auch die Mobilität wächst ständig. Zwischen 2000 und 2005 nahmen die jährlich zurückgelegten Wegstrecken pro Person um 7 Prozent zu. Dabei werden nur für 18 Prozent der Strecken die öffentlichen Verkehrsmittel benutzt. Die Verkehrsleistungen im Güterverkehr nahmen im selben Zeitraum um 10 Prozent zu. Der Bedarf an Infrastrukturen hat eine Zerschneidung, eine Zersiedelung der Landschaft sowie eine Versiegelung des Bodens zur Folge, was sich wiederum auf den Lebensraum verschiedener Organismen sowie auf die Biodiversität auswirkt.

Fortschritte bei der Umweltvorsorge und dem Umweltmanagement

Die Wasserqualität in den Seen und Flüssen hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert und auch das Grundwasser, von dem 80 Prozent des Trinkwassers stammt, weist im Allgemeinen eine gute Qualität auf. Hingegen stellen einige Mikroverunreinigungen noch ein Problem dar. Bei der Revitalisierung der Gewässer sind ebenfalls Fortschritte festzustellen.

Die Luftqualität hat sich in den vergangenen 25 Jahren stark verbessert. In den letzten Jahren sind jedoch nur noch geringe Fortschritte erzielt worden und die Immissionsgrenzwerte für Stickstoffdioxide, Ozon und Feinstaub werden immer wieder überschritten, manchmal sogar deutlich.

Dank strikten Vorschriften ist die Umweltverschmutzung durch bekannte Schadstoffe wie Schwermetalle, Dioxine, PCB und weitere persistente organische Verbindungen stark zurückgegangen. Allerdings ist über die Wirkung und das Verhalten verschiedener heute verwendeter Chemikalien wenig bis gar nichts bekannt.

Die Schweiz konnte ihre Treibhausgasemissionen zwischen 1990 und 2007 um 2,7 Prozent reduzieren. Das Kyoto-Protokoll sieht eine Reduktion um 8 Prozent vor. Diese dürfte in der Schweiz allein mit der Emissionsreduzierung nicht realisiert werden. Das Ziel kann dank dem Kauf ausländischer Emissionszertifikate und der Anrechnung der CO2-Aufnahme durch den Wald (Kohlenstoffsenke) erreicht werden.

Die Schäden von Naturkatastrophen dürften durch Präventionsmassnahmen, insbesondere durch die Subventionierung von Schutzbauten und die Erstellung von Gefahrenkarten, begrenzt werden. Die Schaffung neuer Nationalpärke, regionaler Naturpärke und Naturerlebnispärke soll die Naturlandschaften besser schützen.

Die grösste Herausforderung: Den Ressourcenverbrauch reduzieren

Das BAFU ist daran, mehrere Massnahmen zur Verbesserung des Umweltmanagements zu entwickeln. Dabei werden hauptsächlich drei Zielrichtungen verfolgt: eine stärkere Förderung der Entwicklung neuer Technologien, die eine effizientere Nutzung der Ressourcen ermöglichen; eine bessere Markttransparenz, damit die Konsumentinnen und Konsumenten ressourcen- und umweltschonende Produkte wählen können und schliesslich eine bessere Aufklärung der Öffentlichkeit. Nach Ansicht des BAFU sollte darüber hinaus ein System zur Ressourcenregulierung erstellt und für den Ressourcenverbrauch auf internationaler Ebene ein oberer Grenzwert festgelegt werden.

www.bfs.admin.ch

3.6.09

Neophyten

Wanderausstellung informiert über «neue» Pflanzen.

Die Wanderausstellung «Überwuchern und Verdrängen» der Stadtgärtnerei Bern stellt von Anfang Juni bis Ende September in jedem Stadtteil die sechs häufigsten «invasiven Neophyten» in Bern vor. Sie informiert darüber, was «invasive Neophyten» sind, welche Arten in Bern Probleme bereiten und welche Gefahren von ihnen ausgehen. Ausserdem gibt sie Ratschläge zum richtigen Umgang mit diesen Pflanzen. Die Ausstellung startet am 6. Juni auf der Grossen Schanze.

«Neophyten» sind Pflanzenarten, welche nach der Entdeckung Amerikas aus anderen Kontinenten bei uns eingeführt wurden und hier ohne menschliche Pflege gedeihen. Die meisten dieser Pflanzen sind geschätzte Neuankömmlinge und bereichern unsere Flora. Einige breiten sich jedoch rasant im hiesigen Ökosystem aus, verdrängen andere Pflanzenarten und gefährden dadurch die biologische Vielfalt. Daher werden diese Pflanzen als «invasive (von lateinisch für einfallen, überfallen) Neophyten» bezeichnet. Sie können bei Mensch und Tier zu gesundheitlichen Problemen führen, Ernteausfälle in der Landwirtschaft bewirken oder durch ihre Wurzeln Bahngleise und Flussufer destabilisieren.

Die Wanderausstellung, die in den kommenden Wochen in allen sechs Stadtteilen gastiert, informiert über die problematischen Seiten dieser Pflanzen und gibt Tipps im Umgang mit ihnen. Konkret vorgestellt werden das «Drüsige Springkraut», der «Japanische Knöterich», der «Sommerflieder», die «Goldrute» sowie die «Ambrosie» und der «Riesen-Bärenklau».

Massnahmen gegen die Verbreitung

Mit einer rechtzeitigen Bekämpfung der «invasiven Neophyten» können Folgekosten in der Land- und Forstwirtschaft oder dem Gesundheitswesen vermieden werden. Da sich viele der problematischen Neophyten von privaten Gärten aus verbreiten, ist die Mithilfe der Bevölkerung wichtig. Dazu werden im Rahmen der geplanten Wanderausstellung sowie via Internet und Broschüren wichtige Ratschläge vermittelt.

Gefordert ist aber auch die öffentliche Hand. Deshalb hat der Bund am 10. September 2008 die Freisetzungsverordnung in Kraft gesetzt, worin unter anderem der Handel, die Vermehrung und die Pflanzung von 15 invasiven Pflanzen verboten werden. Der Bund beteiligt sich daneben an wissenschaftlichen Studien zur Wirksamkeit der Bekämpfung einzelner Arten und stellt für Massnahmen in Naturschutzgebieten Mittel zur Verfügung. Zusammen mit dem Kanton sorgt er zudem für eine stufengerechte Information der Öffentlichkeit und der Fachwelt. Die Stadt Bern ihrerseits engagiert sich, indem sie in naturnahen Bereichen gegen die «invasiven Neophyten» vorgeht und generell auf öffentlichem Grund «Ambrosien» und «Riesenbärenklau» fachgerecht entfernt. Daneben beteiligt sich die Stadtgärtnerei an einem Pilotprojekt des Bundes zur Erforschung der Wirksamkeit von Massnahmen gegen den «Japanischen Knöterich» und trägt Freiwilligenaktionen des WWF mit.

  • 6. Juni – 21. Juni | Grosse Schanze
  • 22. Juni – 5. Juli | Bachmätteli
  • 6. Juli – 9. August | Weissensteinplatz
  • 10. August - 23. August | Lorrainepark
  • 9. September– 13. September | Waisenhausplatz
  • 14. September – 27. September | Egelsee

    Neophyt (Wikipedia)
    www.bern.ch/stadtverwaltung/tvs/stadtgaertnerei/projekte/neophyten
    www.bern.ch/leben_in_bern/gesundheit/ambrosia
    www.vol.be.ch/site/landwirtschaft/pflanzenschutz.htm
    www.cps-skew.ch

  • 2.6.09

    HOFgesang

    1. Berner HOFgesang 26. Mai – 10. Juni 2009.

    Unerhörte Klänge in den ungedeckten und unentdeckten Konzerträumen, lösen in der Stadt Bern ein ungekanntes Hofgefühl aus. Zwei Dutzend Chöre und Schulklassen lassen die unterschiedlichsten Höfe erklingen. Warum machen die Sänger/innen der Stadt den Hof?

    Höfe

    Innen- und Hinterhöfe nehmen rund ein Viertel des Stadtraums ein. Gerade in den zentrumsnahen Quartieren sind seit den 50er Jahren die meisten unter ihnen nach und nach in Parkplätze umfunktioniert worden. Mit dem Funktionswandel dieser - oft bescheidenen - Freiräume fehlt der zunehmend multikulturell zusammengesetzten Anwohnerschaft der gute Boden für direkte persönliche Kontakte im vertrauten Umfeld. An diesem Mangel kann Integration scheitern. Wer einander nicht kennen lernt, bringt kaum Verständnis für den andern auf, dies kann zu Konflikten führen, an Stelle guter Nachbarschaft.
    Erstaunlicherweise waren Qualitäts- und Funktionswandel dieser halböffentlichen Aussenräume bisher kaum ein öffentliches Thema.

    Mitte der 70er-Jahre, als der Begriff 'Lebensqualität' Hochkonjunktur hatte, und zwar nicht bloß als Allerwelts-Werbeslogan, als nicht wenige dessen Inhalt auch praktisch erproben wollten, gab es vielerorts Initiativen mit dem Ziel, diese 'Qualität' lebensnah zu interpretieren, mithin auch im Hinterhof.
    Bei Bauämtern und andern kommunalen Stellen des In- und Auslands wurden Beratungsstellen für Hinterhofsanierung eingerichtet, so auch in Bern. Teils wurden sie selbst aktiv, öfter haben sie Initiativen von Genossenschaften und Privaten aufgenommen und den 'Sanierungsprozess' mit Rat und Tat unterstützt. Über einen Sanierungsfond wurden etwa auch Projektkosten finanziert.
    Dabei sind originelle, heute noch beliebte Umgestaltungen entstanden, aber auch wenig fantasievolle (vor allem Spielplatz-) Möblierungen. Mitte der 80er Jahre sind Sanierungs- und Beratungswille an manchen Orten wieder erlahmt, der Zeitgeist wehte wieder von anderswo.

    Parallel zu und unabhängig von dieser 'Hofsanierungswelle' haben einzelne Hofgemeinschaften immer mal wieder zweckentfremdete Höfe in Freiräume verwandelt. Es waren diese echten Rückeroberungen von Boden, auf dem in der Folge Nachbarschaft wachsen und gedeihen konnte, die den Anstoss zur Initiative 'HOFgesang' gaben – die Erfahrung, dass ein gemeinsam genutzter und unterhaltener Raum im unmittelbaren Wohnumfeld eine wesentliche Voraussetzung für ein verständnisvolles Miteinander ist.

    Die Initiative HOFgesang möchte nun etwas Bewegung in die HÖFliche Flaute bringen, einen Denkanstoss geben, einen Impuls zur Aufwertung der Höfe.

    Der HOFgesang lädt alle Akteure zum Dialog ein. Mieter, und Vermieter, Liegenschaftsverwaltungen und Verbände werden ermuntert, gemeinsam Wege zu suchen, wie diese wertvollen Räume vermehrt als Orte der Begegnung gestaltet und genutzt werden können. Seitens der Stadtverwaltungen ginge nun es darum, wieder an die Erneuerungsmassnahmen der 70er Jahre anzuknüpfen, nicht als blosse Verschönerungsaktion, sondern als Angebot der Guten Dienste für eine artgerechte Haltung der Stadtmenschen – denn diese haben ein vitales Bedürfnis nach Höfen zum Entdecken, Lauschen, Sich-berauschen, Lachen, Streiten und Ruhen, zum Leben eben. In vielen Fällen wäre mit verhältnismässig geringem Aufwand viel zur erreichen. Allein schon der bewusste Umgang mit der gemeinsamen Nutzung kann sich positiv auswirken auf nachbarschaftliche Beziehungen, auf die Identität als Teilhaber an einem gemeinsamen Gut.
    Der Hofgesangsverein bietet interessierten Kreisen eine beratende Begleitung solcher Aufwertungsvorhaben an.

    HOFgesang möchte einen Beitrag zur Quartierentwicklung leisten, als Vermittler zwischen den Kulturen und als Kulturvermittler.

    Chorgesang

    Um die Gemüter zu bewegen, gehen die HofsängerInnen einen naheliegenden Weg: Sie bewegen sich selber – unter die Balkone und Küchenfenster – und liefern ihre Gesänge frei Hof. So wird Chorgesang der breiten Bevölkerung, insbesondere auch der nicht Konzert-gewohnten, nahegebracht. Gerade Kinder und Jugendliche in nicht optimalen Wohnverhältnissen sollen live erleben, dass es für sie eine Gesangskultur diesseits der Mattscheibe gibt, dass Singen befreit und vereint. Mit Chorgesang lassen sich Schranken und Gartenhäge mühelos wegsingen. HOFgesang ist die schönste Art, einen lauen Stadt-Sommerabend zu feiern. Eine einmalige Gelegenheit das regionale Chorschaffen in seiner ganzen Breite und Vielfalt kennen zu lernen. DIE Chance, aus der Vielfalt DEN Chor kennen zu lernen, mit dem zusammen man die eigene Stimme erheben möchte.

    Die Chöre selber können darüber hinaus als Modelle für gelebte Nachbarschaft stehen.

    Andreas Diethelm, Hofgesangsverein
    www.hofgesang.ch

    1.6.09

    ISOS

    Im ISOS (Inventar schützenswerter Ortsbilder der Schweiz) finden Sie alle bisher erfassten Dauersiedlungen mit mehr als zehn Hauptbauten, im Ganzen etwa 5'800.

    Das Inventar
  • enthält untereinander vergleichbare Ortsaufnahmen;
  • dient als Grundlage für Planungen auf eidgenössischer Ebene, bei Kantonen oder Gemeinden;
  • dient der Denkmal- oder Ortsbildpflege als Entscheidungsgrundlage beim Erhalt von Quartieren oder Einzelbauten;
  • fördert und vertieft das Verständnis für die unterschiedlichsten Siedlungen bei Bevölkerung und Behörden.

    Das ISOS wertet. Aber nicht aufgrund der Qualität von einzelnen Bauten. Deren Alter oder architektonische Attraktion sind nur zwei Kriterien unter vielen. Bauliche Zeugen der bäuerlichen Kultur oder der industriellen und touristischen Vergangenheit sind im ISOS ebenso wichtig wie mittelalterliche Stadtanlagen.

    Das ISOS unterscheidet zwischen Ortsbildern von lokaler, regionaler und nationaler Bedeutung. Nach Abschluss der Erstinventarisierung in ein paar Jahren werden etwa 6000 Ortsbilder in den annähernd 3000 Gemeinden der Schweiz untersucht sein: Weiler und Städte, Dörfer, Industrie- und Klosteranlagen in den Kantonen Genf bis Graubünden, Tessin bis Schaffhausen.

    Die Liste der Ortsbilder von nationaler Bedeutung wurden vom Bundesrat in Kraft gesetzt. Die sind mit Hilfe von systematischen Beurteilungskriterien aus allen inventarisierten Ortschaften ausgewählt worden. Die Auswahl erfolgte in Zusammenarbeit mit den kantonalen Denkmalpflege- und Planungsfachleuten. Die Ortslisten erscheinen in der Verordnung des Bundesinventars der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz vom 9.9.1981 (VISOS). Die Inventare der Ortsbilder von nationaler Bedeutung werden zudem in Büchern dokumentiert.

    Die ISOS-Publikationen richten sich nicht nur an Politikerinnen und Politiker oder Fachleute von Architektur und Planung. Sie sind für jede Schweizerin und für jeden Schweizer von Interesse. Die Bücher über die Ortsbilder in den verschiedenen Kantonen beweisen, dass ein «Inventar» nicht nur eine wichtige, sondern auch eine spannende Sache sein kann.

    www.isos.ch
    Schützenswerte Ortsbilder von nationaler Bedeutung im Kanton Bern (ISOS)

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