g26.ch

31.8.06

Concours Nicati

Der Concours Nicati kommt nach Bern - der grösste Interpretationswettbewerb für zeitgenössische Musik der Schweiz

Zum ersten Mal in seiner Geschichte findet der grösste Interpretationswettbewerb für zeitgenössische Musik der Schweiz in Bern statt und zwar vom 25. bis 30. September im Grossen Konzertsaal der Hochschule der Künste an der Papiermühlestrasse 13d.

Bei wohl keiner anderen Veranstaltung erhält man die Gelegenheit eine so grosse Vielfalt an Kompositionen zeitgenössischer Musik für die unterschiedlichsten Instrumente zu hören. Und dies interpretiert von jungen MusikerInnen, die vielleicht - gerade weil es den Concours Nicati gibt - zu den Stars von morgen gehören...

www.nicati.ch

30.8.06

Lehrlinge gesucht

Ausbildungsverbund des öffentlichen Verkehrs mit neuer Lehrwerkstätte

Der Ausbildungsverbund des öffentlichen Verkehrs «Login» sucht für nächstes Jahr 500 Lehrlinge aus der ganzen Schweiz. Das sind rund acht Prozent mehr als 2006, wie «Login» am Dienstag in Bern bekannt gab.

Gesucht werden «Stifte» für die Berufsfelder Informatik, Logistik, Technik, Gleisbau, Gebäudereinigung sowie Kaufleute öffentlicher Verkehr. Derzeit absolvieren 1321 Lernende eine Berufslehre bei «Login».

Besonders gefragt sind Nachwuchsleute im Berufsfeld Technik. Der Ausbildungsverbund hat deshalb in Bern ein so genanntes Junior Business Team (JBT) für technische Berufe eröffnet. Angeboten wird dort insbesondere das Basislehrjahr.

Im JBT arbeiten Lernende der Berufe Polymechaniker, Automatiker und Kaufleute öffentlicher Verkehr zusammen und lernen, einen produktiven Betrieb vom Offertwesen über die Planung und Produktion bis zur Rechnungsstellung selber zu führen.

Solche Login-Lehrwerkstätten gibt es bereits in Spiez, Trimbach, Zürich und Bellinzona. Durch das neue BJT in Bern entstehen 14 Lehrplätze.

www.nzz.ch 29.08.2006
www.login.org

29.8.06

100 Jahre JUSO - Rückblick auf bewegte Geschichte

Die JUSO hat an an einer Medienkonferenz an ihre wechselvolle Geschichte erinnert. Nächstes Wochenende soll im Berner Kursaal gebührend gefeiert werden.

In ihren Anfängen waren die Jungsozialisten ein reiner Männerverband. Die ersten Frauen kamen 1911 hinzu. Heute zählen die JUSO Schweiz etwa 1000 Mitglieder.

Bewegte Anfänge

Kurz vor der russischen Revolution gerieten die jungen Sozialisten zwischen die Fronten innerhalb der Mutterpartei. Diese schwankte zwischen einem pazifistischen Sozialismus und Bürgerkriegsplänen des damals in Zürich weilenden Lenin. Mehrmals versuchte Lenin, mit Hilfe der Jungsozialisten eine Spaltung der Schweizer Sozialdemokratie zu provozieren. Bei Lenins letztem Versuch 1917 sprangen die Jungsozialisten in letzter Minute ab, wie es in den Medienunterlagen heisst.

Verbot der Sozialistischen Jugend

1921 strich die SP die «Diktatur des Proletariats» aus ihrem Programm. Dieser Schritt veranlasste die Sozialistische Jugend, aus der Partei auszutreten und mit anderen linken Organisationen die Kommunistische Partei zu gründen. Die SP reagierte darauf 1926 mit der Gründung einer neuen Jugendorganisation. Diese hielt teilweise an der Begeisterung für das sowjetische Modell fest. Als sie den Nichtangriffspakt zwischen Hitler und Stalin unterstützte, wurde die Sozialistische Jugend 1942 vom Bundesrat verboten.

Erfolg mit Konsequenzen

Eine gewisse Bitterkeit war bei den beiden Co-Zentralsekretären Cédric Wermuths und Arnaud Thièrys bei der Erwähnung des ersten Nationalratssitzes zu hören, welchen die JUSO 1999 mit der damals 26-jährigen Bernerin Ursula Wyss eroberten: «Dieser Sitz konnte nur um den Preis errungen werden, praktisch alle sozialistischen Ideale und Kämpfe aufzugeben. Als Lohn winkten das Etikett 'Moderne' und Wahlerfolge.»

Prominente Festgäste

Der Samstag richtet sich vor allem an JUSO-Mitglieder. Auf dem Programm stehen Filme aus Bildarchiven über die JUSO-Geschichte, Referate von ehemaligen Mitgliedern, ein Wettbewerb sowie ein gemeinsames Abendessen und ein Konzert.

Der öffentliche Teil des Fests am Sonntag beginnt mit Grussbotschaften von internationalen und Schweizer Gästen, darunter Bundesrätin Micheline Calmy-Rey. Nachmittags steht eine Podiumsdiskussion zum Thema «Warum sind wir SozialistInnen im 21. Jahrhundert?» auf dem Programm. Daran nehmen auch alt Bundesrätin Ruth Dreifuss und SP-Präsident Hans-Jürg Fehr teil.

http://tagesschau.sf.tv 29.08.2006
www.juso.ch
JUSO (Wikipedia)

28.8.06

Bern stellt Gesuch für Armee

Soldaten sollen sich während der Euro 08 nicht nur mit Logistik befassen. Sie sollen, geht es nach dem Berner Gemeinderat, auch für den Personenschutz eingesetzt werden. Er stellte beim Bundesrat ein entsprechendes Gesuch.

cng. Die vorhandenen Polizeikräfte reichten nicht aus, um die Sicherheit während der Fussballeuropameisterschaft zu gewährleisten, schreibe die Berner Stadtregierung in einem Gesuch an den Bundesrat. So stand es gestern in der «SonntagsZeitung». Darum soll die Armee auch für den Personenschutz eingesetzt werden. Der Verband der Schweizer Polizeibeamten ist empört. Denn Milizsoldaten dürften nicht gegen Zivilisten eingesetzt werden. Personenschutz sei einzig und alleine Sache der zivilen Polizeikräfte, erklärt Max Hofmann, Generalsekretär des Verbandes.

Für die Sicherheit die Polizei

Auch die Städte Basel, Zürich und Genf wollen während der Euro 08 die Armee einsetzen. Aber von Personenschutz ist in ihren Gesuchen nicht die Rede. Die Stadt Zürich zum Beispiel will den Sicherheitsdienst mit Polizisten durchführen.
Die Stadtberner Polizeichefin Barbara Hayoz äusserte sich nicht zum Gesuch an den Bundesrat. Das VBS seinerseits erklärte aber bereits, dass keine WK-Soldaten für den Personenschutz eingesetzt würden. Für diese Aufgabe kämen nur Profis zum Einsatz, schrieb das VBS in einer schriftlichen Stellungnahme.

Armee für «saubere» Luft

Die Gesuche der Euro-08-Städte Basel, Bern, Genf und Zürich werden voraussichtlich in der kommenden Herbstsession vom Parlament behandelt. Die Armee wird aber sicher nicht nur Objektschutz betreiben, das steht schon heute fest. Sie wird in der Zeit vom 2. bis 28. Juni 2008 für die Überwachung des Luft-raums und für die Abwehr von biologischen und chemischen Waffen zuständig sein.

www.bielertagblatt.ch 28.08.2006
Euro 2008

27.8.06

Berner Literaturfest

Erfolgreiche Premiere für Berner Literaturfest

Mit einer Lesung von Wilhelm Genazino in Bolligen ist am Morgen das erste Berner Literaturfest zu Ende gegangen.

Über 3000 Interessierte besuchten die Veranstaltungen in der Agglomeration und in den Berner Altstadtgassen. Mit 700 Hörern restlos voll waren am Freitag die Lesungen unter anderem von Adolf Muschg, Peter Bichsel und Pascal Mercier in Gemeinden wie Meikirch, Schwarzenburg oder Laupen.

Auch die Taufe der Spoken-Word-CD «Bern ist überall» in der Berner Dampfzentrale war mit 200 Besuchern ausverkauft, wie die Veranstalter mitteilten. Die samstäglichen Open-Air-Lesungen mit allen 40 Beteiligten in der Altstadt fanden trotz Regengüssen viel Zuspruch. Ob das Literaturfest in Zukunft jährlich stattfinden soll, steht laut Organisatoren zur Zeit noch nicht fest.

www.nachrichten.ch 27.08.2006
Literaturfest Bern 06

26.8.06

Paternostererbse (Abrus precatorius) - Zeitbombe am Handgelenk

Schmuck aus der Paternostererbse erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Aus den Samen gefertigte Halsketten und Armbänder werden auch auf dem Berner Märit angeboten. Aber der Schmuck ist tödlich.

Die blutroten Samen mit dem schwarzen Fleck hängen aufgereiht zu Halsketten und Armbändern auf dem Berner Wochenmarkt. «Dieser Schmuck ist aus der Huyruru-Pflanze gemacht», sagt ein Marktfahrer. In Südamerika würden Kleinkinder solche Armbänder als Glücksbringer tragen. Das Wort «Huyruru» komme aus der Inka-Sprache und bedeute so viel wie «Leben». Was der Mann nicht weiss: Der deutsche Name der Pflanze ist Paternostererbse (Abrus precatorius). Es ist so ziemlich die giftigste Pflanze, die es überhaupt gibt.

Gehört in keinen Haushalt

Dass dieser Modeschmuck gefährlich ist, glaubt der Verkäufer auf dem Märit nicht. «Nein, nein», sagt der Südamerikaner in gebrochenem Deutsch, «das können Sie sogar essen.» Davon rät Christine Rauber, Oberärztin am Toxikologischen Zentrum in Zürich, allerdings dringend ab: «Eine bis zwei zerkaute Samen reichen aus, um einen Menschen zu töten.» Die Paternostererbse sei hochgiftig, noch giftiger als die Tollkirsche, sagt Rauber. «Auf Grund der starken Giftigkeit raten wir davon ab, Schmuck aus dieser Pflanze zu erwerben. Dieses Gift gehört in keinen Haushalt.»

Eine Marktfahrerin warnt

Der Schmuck verkaufe sich nicht schlecht, meint eine Marktfahrerin, welche ebenfalls Paternostererbsen anbietet. Sie ist eine der wenigen auf dem Waisenhausplatz, die über die Hals- und Armbänder Bescheid weiss: «Ich sage den Leuten, dass sie giftig sind und dass sie sorgfältig damit umgehen müssen.» Die Ware würde sie direkt von Bekannten aus Südamerika beziehen. Die Paternostererbse stammt ursprünglich aus Indien, heute ist sie in den Tropen der ganzen Welt verbreitet. Und dort sind es vor allem die sozial Benachteiligten, welche die Samen durchbohren, auf Fäden aufziehen und sie so zu Halsketten und Armbändern verarbeiten. Der Modeschmuck ist in den letzten Jahren vermehrt in Europa aufgetaucht. Experten, wie etwa der Heidelberger Pharmazie-Professor Michael Wink, stufen bereits die Verarbeitung als gefährlich ein.

«Es gibt kein Gegengift»

Dem Glück ist es zuzuschreiben, dass es in der Schweiz noch keine Todesfälle gab. Das tödliche Gift mit dem Namen Abrin ist relativ sicher unter der Samenschale verpackt. «Solange man den Schmuck auf der Haut trägt, sollte nicht viel passieren», sagt Toxikologin Christine Rauber. «Aber wie schnell kann eine solche Erbse von einem Kind in den Mund genommen und zerkaut werden», ergänzt sie. In einem Fall sei eine verschluckte Erbse zum Glück unverdaut auf natürlichem Weg wieder ausgeschieden worden. Wäre die Beere zerkaut worden, hätte es kaum Rettung gegeben. «Es gibt kein Gegengift», sagt der Experte Andreas Stürer vom Tox-Zentrum.

Nicht nur auf dem Berner Märit geht man unbesonnen mit dem Gift um. Auf dem Internetportal Ebay wird «der wunderschöne Kletterstrauch als ideale Wintergartenpflanze» angepriesen: «Sie erhalten 5 frische Samen, die für jeden Anfänger geeignet sind»,steht dort geschrieben. Der Berner Biologe Adrian Möhl kann nur den Kopf schütteln. Er überlegt: «Paternostererbsen sollten wir im Botanischen Garten ansetzen, um den Leuten diese Giftpflanze vor Augen führen zu können.»

Das hochgiftige Abrin kann beim Menschen bereits in einer Dosis von 0,1 millionstel Gramm pro Körpergewicht tödlich wirken. Das heisst, dass man mit einem einzigen Gramm Hunderttausende von Menschen vergiften könnte. Die Samen enthalten etwa 0,08 Prozent Abrin. Die Symptome einer Vergiftung sind: blutiger Brechdurchfall und ein Versagen von Leber, Niere und Zentralnervensystem. Es führt zur Erblindung und zum Tod.

www.bielertagblatt.ch Urs Wüthrich 26.08.2006

25.8.06

Oppenheim-Brunnen in Bern wird auf Standfestigkeit überprüft

Der Oppenheim-Brunnen am Berner Waisenhausplatz muss 23 Jahre nach seiner Einweihung auf seine Standfestigkeit überprüft werden. Ein 100 Kilo schwerer Tuffstein ist bereits gelöst und abgetragen worden.

Der Stein wird danach unter den gleichen Bedingungen, wie sie am Brunnen herrschen, feucht gelagert. Stadtbauten Bern will auf diese Weise Aufschluss über die Frostbeständigkeit der restlichen Tuffsteinvorkommen am Brunnen erhalten.

Im Oktober und November soll der Brunnen auf seine Standfestigkeit und seinen Allgemeinzustand untersucht werden, teilte Stadtbauten Bern am Mittwoch mit. Die starke Tuffsteinbildung sei ein Zeichen, dass der Brunnen lebt. «Das ist gewollt», sagte Dagmar Boss von Stadtbauten Bern auf Anfrage.

Der Brunnen war 1983 in Anwesenheit der Künstlerin, die zwei Jahre danach starb, enthüllt worden. Er ist völlig verschieden von den reich mit Figuren verzierten Brunnen der Berner Altstadt. Beim Oppenheim-Brunnen handelt es sich um eine acht Meter hohe Säule, umgeben von zwei Spiralen. In der einen fliesst Wasser, in der andern grünen Pflanzen.

Noch bis zum 8. Oktober zeigt das Kunstmuseum Bern eine Retrospektive mit 220 Werken der surrealistischen Künstlerin, die unter anderem mit ihrer Pelztasse (eigentlicher Titel: «Frühstück im Pelz») Weltruhm erlangte.

www.sda.ch 23.08.2006
Meret Oppenheim

24.8.06

Polo Hofer im künstlichen Koma

Es steht offensichtlich doch schlechter um die Gesundheit von Mundartrocker Polo Hofer bestellt, als bis anhin angenommen. Alle Auftritte bis Ende Jahr wurden abgesagt.

Der Musiker ist seit zwei Wochen in einer Privatklinik hospitalisiert. Zuerst hiess es auf seiner Website, dass er nur eine schwere Erkältung auskurieren müsse.

Doch nun berichtet der TV-Sender Tele Züri, dass der Mundartbarde von den Ärzten ins künstliche Koma versetzt werden musste, weil er Probleme mit der Bauchspeicheldrüse habe, wie der TV-Sender berichtet.

Ein Freund von Polo Hofer, Matthias Mast deutete in dem TV-Bericht an, dass es schlechter um Polo steht, als bis anhin angenommen.
Mast: «Polo leidet unter Herzproblemen, muss Blutverdünner nehmen. Daher auch sein Nasenbluten auf Kuba. Was sonst noch alles befallen ist, weiss man nicht. Das gibt einerseits Grund zur Sorge. Andererseits auch Hoffnung, dass Polo wieder ganz gesund wird.»

www.20min.ch 24.08.2006
www.polohofer.ch - Das offizielle Polo Hofer-Archiv

23.8.06

Ausstellung «Kunst aus Liechtenstein» in Bern

Aussen- und Kulturministerin Rita Kieber-Beck konnte am 21. August die Ausstellung «Kunst aus Liechtenstein» in der Residenz der Botschaft Liechtensteins in Bern vorbesichtigen.

Gezeigt wird eine Auswahl zeitgenössischen Schaffens aus Liechtenstein. Die eigentliche Vernissage findet am 23. August statt. Am 21. August war die Ausstellung aber bereits ein besonderer Rahmen für einen von Botschafter Prinz Stefan von Liechtenstein gegebenen Empfang zu Ehren der schweizerischen Botschafterinnen und Botschafter. Diese hielten sich anlässlich der Jahreskonferenz in der Bundeshauptstadt auf. Da die schweizerischen Botschafterinnen und Botschafter im Ausland auch liechtensteinische Interessen vertreten, wurde der direkte Kontakt und insbesondere der Informationsaustausch mit Liechtensteins Aussenministerin sehr geschätzt. Regierungsrätin Rita Kieber-Beck sprach den etwa 100 schweizerischen Botschafterinnen und Botschaftern den Dank Liechtensteins aus.

Die gleichzeitig gezeigte Ausstellung mit Arbeiten liechtensteinischer Künstlerinnen und Künstler bezeichnete die Aussen- und Kulturministerin als perfekte Symbiose. Gezeigt werden Arbeiten von Elisabeth Büchel (1954-2005), Eva Frommelt (1968), Martin Frommelt (1933), Evi Kliemand (1946), Georg Malin (1926), Regina Marxer (1951), Arno Oehri (1962), Hanna Roeckle (1950), Stephan Sude (1962) und Carol Wyss (1969). Die Ausstellung ist nach Terminvereinbarung mit der Botschaft (031 / 357 64 11) zugänglich. Die Ausstellung wurde durch das OK 200 Jahre Souveränität und den Kulturbeirat der Fürstlichen Regierung ermöglicht, Kuratorin war Roswitha Risch.

22.08.2006

22.8.06

Kufazoo – Kulturfabrik Zollikofen

Eröffnungsfest 9. September 06
ab 10:00 Uhr Entdeckungspark für die ganze Familie
ab 19:30 Uhr Openair mit Hanery Ammann, Aeywaeg, Voxtasy und Hansruedi Egli


Noch vor zwei Jahren war das leer stehende Gebäude eine Fabrik, in der Produkte aus Cellulose entstanden sind. In wenigen Wochen soll nun das Cellwar-Gebäude im Herzen Zollikofens als Arbeitsplatz für Künstler dienen. So sieht es Hansruedi Egli. Die Hälfte der Plätze seien schon besetzt und täglich kämen neue Anfragen. Die Kulturfabrik Zollikofen (Kufazoo) war seine Idee. Eigentlich hätte er nur einen Raum gesucht, um darin Musik zu machen. Da ist er auf das Cellwar-Areal mitten in Zollikofen gestossen. Da es viel zu gross war, dachte er sich «da könnte man mehr daraus machen». Schliesslich sind es 2’750 Quadratmeter an Fläche, die genutzt werden können.

Wände sollen möglichst keine entstehen

Die Räume werden an die Künstler vermietet. Sie sind riesig. Darum werden mehrere in einem Raum arbeiten. Wände sollen nur bedingt entstehen. Denn: «Synergien, die vielleicht entstehen, sollen auch genutzt werden (können).» Im Tiefparterre will er die so genannte «Staubsektion» aufbauen, von Steinhauer bis Plastiker. Er selbst will sich dort einen Arbeitsplatz aufbauen, um seine Lehmöfen zu bauen. Im ersten Stock werde es eine Mischsektion geben, also «alles, was sich an Kulturschaffen nebeneinander verträgt». Die «stille Sektion» wird im obersten Stock sein. Dort werden Maler oder Denker ihren Platz haben. Seine Augen strahlen, während dem er durch die hellen grossen Räume schreitet. «Das wird gut.» Die Musik sei momentan noch kein Thema für die «Kufazoo». Aus räumlichen und lärmenden Gründen.

Der Vertrag ist zeitlich beschränkt

Das Projekt «Kufazoo» ist beschränkt auf zwei bis drei Jahre. Dann nämlich sieht die Gemeinde vor, aus den grossen hellen Räumen Lofts zu bauen. Der Plan von Egli ist, möglichst bald einzuziehen mit den Kulturschaffenden. Der 52-jährige Egli ist finanziell nicht involviert, er sei lediglich der Initiator und auch ein wenig Koordinator gewesen. Sobald aber das Projekt am Laufen ist, wird alles autonom geregelt. Das heisst, jede Etage funktioniert selbstständig. Man muss untereinander ausmachen, wer die Toiletten putzt et cetera.

Von Konfliktenzu Synergien

Wenn es doch einmal zu einem Konflikt kommen sollte, werden die Fabrikräte aktiv, von denen es drei geben wird. Pro Etage wird ein solcher gewählt, der dann die Künstler auf seiner Etage vertritt. Er werde sicher nicht den «Tätschmeister» spielen meint Egli auf die Frage, nach Konflikten. Denn wenn Künstler auf so engem Raum zusammen arbeiten, ist der Konflikt-herd vorprogrammiert. Das sei halt das Risiko, auf das man sich bei einem solchen Projekt einlasse. «Aber daraus können auch Synergien entstehen.» In seinem Kopf beispielsweise schwirrt schon eine Idee herum. Von einem grossen Fabrikfest. Ob das reali-sierbar sei, wisse er nicht. Hauptsache, man hat Ideen.

www.aare-zytig.ch Katharina Schwab 19.04.2006

21.8.06

Mystery Park Interlaken soll verkauft werden

Das Überleben des finanziell angeschlagenen Mystery Parks ist gesichert. Der Schweizer Unternehmer Jakob Dietiker will den Park für 16 Mio. Franken kaufen und weiterführen. Die Angestellten sollen zumindest teilweise übernommen werden.

Der im Rahmen der Nachlassstundung beauftragte Sachwalter wird in den kommenden zwei Wochen nun ein Bietverfahren eröffnen, bei dem allfällige weitere Interessenten Kaufangebote unterbreiten können. Diese Möglichkeit haben auch zwei bisherige Gegenspieler, die sich im Rahmen der Sanierung immer wieder bekämpft hatten.

Die Angebote allfälliger weiterer Interessenter müssen die gleichen Bedingungen erfüllen wie das von Jakob Dietiker gemachte Angebot. Den Zuschlag erhält, wer das lukrativste Angebot macht, wie Sachwalter Kurt Stöckli an einer Medienkonferenz in Interlaken erklärte.

Der Schweizer Unternehmer Dietiker will den Park für 16 Mio. Franken aus der bisherigen Gesellschaft auskaufen und ihn dann weiterführen. Die Arbeitnehmer sollen zumindest teilweise übernommen werden. Ausserdem übernimmt Dietiker bis Ende Oktober eine Defizitgarantie für den Rätselpark nach einer Idee von Bestsellerautor Erich von Däniken.

Eine zuvor noch diskutierte Sanierung des Parks via Aktienkapital fand nicht genügend Zustimmung, wie Stöckli ausführte. Kommt der Verkauf mit Dietiker zu Stande, gehen die Aktionäre leer aus und die beiden Kontrahenten, der ehemalige Verwaltungsratspräsident des Parks Oskar Schärz und Grossobligationär Franz Gyger, verlieren ihren Einfluss.

Dem Verkauf muss schliesslich noch der Nachlassrichter zustimmen. Auch das Nachlassverfahren läuft weiter. Wie bei einem solchen Verahren üblich, wird den Angestellten Ende Monat vorsorglich gekündigt. Unternehmer Dietiker hat jedoch zugesichert, Personal zu übernehmen. Ob allen Mitarbeitenden neue Verträge unterbreitet werden, ist noch offen.

Offen ist auch, wie sich der Park weiterentwickeln soll. Das hänge vom künftigen Käufer ab, sagte Stöckli. Zum jetzigen Zeitpunkt könne dazu noch nichts gesagt werden.

Geschäftsführer Fritz Zemp zeigte sich hoch erfreut über die sich abzeichnende Lösung. «Wir sind happy, und haben unsere Mitarbeitenden bereits informiert». Der Verwaltungsrat habe der Lösung schon zugestimmt.

www.espace.ch 21.08.2006
www.mysterypark.ch

20.8.06

Buemplizer Chilbi

Es gibt sie noch, die klassische Chilbi mit Lunapark, Budenstrasse, Festwirtschaft und Tombola. Im Westen von Bern findet dieses Wochenende die 59. Bümplizer Chilbi statt.

Die Bümplizer Chilbi hat Tradition, es gibt sie seit fast 60 Jahren und die Bümplizer nennen sie «die drei schönsten Tage im Jahr». Alle Jahre wieder kann im Westen von Bern während drei Tagen Zuckerwatte gegessen, auf Rosen geschossen, Karrussell gefahren und im Festzelt getanzt werden. Dieses Jahr spielen die «Tornados» und die Rolling Stones Cover Band «Stone Age» zum Tanz auf.

Bümpliz, Chilbiplatz; Freitag, 18. August, 17.00 Uhr bis 02.00 Uhr, Samstag, 19. August, 14.00 Uhr bis 02.00 Uhr und Sonntag, 20. August, 11.00 Uhr bis 22.00 Uhr.

www.espace.ch 19.08.2006
www.buemplizer-chilbi.ch
Bümpliz (g26.ch)
Bümpliz (Wikipedia)

19.8.06

Literaturfest Bern

Bichsel, Muschg & Co. am Literaturfest Bern: Über drei Dutzend meist prominente Autoren aus der Schweiz und anderswo treten ab kommendem Mittwoch am Literaturfest in Bern auf.

Unter anderen lesen Peter Bichsel, Adolf Muschg, Agota Kristof und Franzobel in der Agglomeration und in den Altstadt-Gassen. Am Samstag (26. August) geht das ganze vielköpfige Autorenaufgebot des Literaturfests in Tuchfühlung mit der Bevölkerung: Lesungen finden statt unter anderem auf der Münsterplattform, hinter dem Casino und in der Post- sowie Brunngasse. Mit dabei sind Christoph Geiser, Jürg Halter, Lukas Hartmann, Gert Jonke, Ruth Schweikert, Matthias Zschokke und viele mehr. Den Abschluss bildet am Sonntag eine Matinée mit dem Büchner-Preisträger Wilhelm Genazino im Reberhaus Bolligen.

Literaturfest Bern
Quelle: www.kleinreport.ch
www.dampfzentrale.ch
www.onobern.ch

18.8.06

Robbie kommt – und Bern verschläft den Mega-Event

Die Euphorie um Robbie Williams ist riesig, wird vom Berner Gewerbe aber kaum genutzt: Nur wenige Geschäfte werben mit dem Popstar.

Robbie Williams kommt nach Bern – und keiner merkts. Kaum ein Schaufenster oder eine Werbetafel zeigen sein Konterfrei. Auch die Musikläden bleiben zurückhaltend. «Wir werden alle CDs des Stars im Angebot haben. Mehr haben wir aber nicht geplant», liess Jecklin ausrichten. Dasselbe gilt für andere Geschäfte. Sogar Bern Tourismus verpasst die Gunst der Stunde. «Wir hätten gern ein Spezialangebot gemacht. Das Management des Stars hat dies aber untersagt», so Sprecherin Sandra Schär.

Auch die Berner Clubs haben den Event bisher verschlafen. In höchster Zeitnot versuchen sie nun, das Versäumte nachzuholen. So sind seit ges-tern die offiziellen After-Show-Parties im Bierhübeli angekündigt. Andere Clubs überlegen sich immer noch, ein Robbie-Special zu machen – nur sechs Tage vor dem ersten Konzert. Schon länger geplant ist dagegen der Auftritt von Chris Coco, dem offiziellen Tour-DJ von Robbie Williams, im Liquid-Club. «Wir spekulieren darauf, dass Robbie bei uns auftaucht», so Stephan Zesiger vom Liquid. Diese Hoffnung dämpft Philippe Cornu vom Konzertveranstalter Appalooza: «Robbie Williams geht nach Auftritten nur selten aus. Meist ist er dazu zu müde.»

www.20min.ch Lorenz Hanselmann
Robbie Williams Galerie

17.8.06

Nationalrat Paul Günter hört nach 24 Jahren auf

Bei der SP des Kantons Bern sind erste Vorentscheide zu den Nationalratswahlen 2007 gefallen: Der Oberländer Arzt Paul Günter will nach 24 Jahren nicht mehr kandidieren, der Stadtberner Peter Vollmer fällt unter eine Amtszeitbeschränkung der Partei.

Paul Günter sass zwölf Jahre für den Landesring der Unabhängigen im Nationalrat, ehe die Partei 1991 ihren Sitz einbüsste. Nach einer Pause von vier Jahren kandidierte er 1995 auf der Liste der SP und wurde gewählt. Er halte es für richtig, nach so langer Zeit und im Alter von dannzumal 64 Jahren neuen Kräften Platz zu machen, sagte Günter auf Anfrage.

Der 60-jährige Peter Vollmer gehört dem Nationalrat seit 1989 an. Die Geschäftsleitung der Kantonalpartei möchte das parteiinterne Zeitlimit respektieren, wie Präsidentin Irène Marti Anliker auf Anfrage zu einem Bericht des «Langenthaler Tagblatt» sagte. Man sehe die fachliche und politische Leistung Vollmers und sein Stimmenpotenzial, wolle sich aber dennoch an die Regelung halten. Darauf zurückkommen könnte allenfalls der Parteitag vom 18. Oktober 2006, falls Anträge gestellt würden.

www.baz.ch 16.08.2006
www.parlament.ch

16.8.06

Stade de Suisse: Schwarze Zahlen

Ein Jahr nach der Stadion-Eröffnung haben die Verantwortlichen des Berner «Stade de Suisse» erstmals öffentlich Bilanz gezogen.

Die wirtschaftliche Bilanz nach den ersten 365 Tagen ist laut den Verantwortlichen durchaus positiv. «Wir werden Ende Jahr mit Sicherheit schwarze Zahlen schreiben», sagte Stadion-CEO Stefan Niedermaier vor den Medien. Als Highlights des vergangenen Jahres wurden neben den YB-Heimspielen die Auftritte von Thun in der Champions League, die beiden in Bern ausgetragenen Länderspiele der Schweizer Nationalmannschaft sowie die Durchführung des Cupfinals angegeben. Diesen wollen die Berner auch weiterhin durchführen. «Stadionbauer Bruno Marazzi und ich werden gemeinsam auf allen Ebenen alles dafür geben, dass der Cupfinal auch weiterhin standardmässig in Bern ausgetragen wird», sagte Verwaltungsratpräsident und Investor Benno Oertig.

Ziel: YB-Zuschauerschnitt steigern

Mit durchschnittlich 14'500 Zuschauern an den YB-Heimspielen wurde ein vorgegebenes Ziel verpasst. «Wir sind aber auf einem guten Weg und davon überzeugt, dass wir den Zuschauerschnitt auf die angestrebte Zahl von 17'000 erhöhen können», so Oertig. Alle weiteren Ziele seien erreicht worden. In den ersten zwölf Monaten wurde ein Umsatz von über 30 Millionen Franken erwirtschaftet. Davon sind 44 Prozent der Einnahmen auf die YB-Heimspiele zurückzuführen. Auch aus kulinarischer Sicht stimmt der eingeschlagene Weg: «Wir haben im letzten Jahr über 81'000 YB-Würste verkauft», schmunzelte der souverän wirkende Stefan Niedermaier.

Eishockeyspiel und Radsport im Stadion?

Mitte nächster Woche gastiert nach dem Auftritt von Bon Jovi nun sogar Superstar Robbie Williams für zwei Gigs im Stade de Suisse. Die beiden Konzerte sind restlos ausverkauft. Im multifunktionalen Stadion sollen auch im nächsten Jahr drei bis fünf Konzerte durchgeführt werden. «Im Stade de Suisse ist vieles möglich. Auch ein Eishockeyspiel mit dem SC Bern wäre durchaus eine Möglichkeit», sagte Benno Oertig. Gut vorstellbar ist auch eine Zusammenarbeit mit der Tour de Suisse und mit dem Grand Prix von Bern. Multifunktional eben.

www.sf.tv Micha Zbinden 14.08.2006
www.stadedesuisse.ch

15.8.06

Tempel und Moscheen fehlen

Nichtchristliche und freikirchliche Glaubensgemeinschaften werden durch das aktuelle Baurecht in der Schweiz indirekt benachteiligt. Mit ihrer neuen Bauordnung bietet die Stadt Bern eine Pionierlösung. Diese steht Ideen von Langenthaler Minarett-Gegnern diametral entgegen.

Das Problem taucht regelmässig beim Freitagsgebet und im Fastenmonat Ramadan auf: Die Moschee in der Tiefgarage am Lindenrain in der Stadt Bern platzt aus allen Nähten. Zuweilen stehen die Gläubigen bis auf die Strasse hinaus, was bei schlechter Witterung unangenehm ist und zu Reklamationen aus der Nachbarschaft führen kann. Die islamische Gemeinschaft sei daher schon seit längerer Zeit auf der Suche nach einer geeigneten grösseren Räumlichkeit, sagt Gerda Hauck, die Integrationsbeauftragte der Stadt. Dies sei nicht einfach. «Die aktuelle Bauordnung sieht in keiner Zone Kultusbauten vor.» Daher müssten religiöse Gemeinschaften in Wohn-, Gewerbe- oder anderen Zonen Ausnahmebewilligungen beantragen, wenn sie ein grösseres Gebäude bauen oder umnutzen wollten.

Das Problem beschränkt sich nicht auf die Stadt Bern. In der ganzen Schweiz fehlen in den Bauordnungen Zonen, in denen religiöse Bauten vorgesehen sind. Die nicht etablierten Glaubensgemeinschaften halten daher ihre Kultusstätten klein und unauffällig, so dass sie ohne Ausnahmebewilligung akzeptiert sind. Die Folge davon ist Raumnot, zudem sind die Stätten wenig würdevoll. Vom Problem betroffen sind auch die Freikirchen, sagt die Berner EVP-Stadträtin Barbara Streit. «Für viele ist es schwierig, geeignete Lokale zu finden.» Die Landeskirchen befinden sich als staatlich anerkannte öffentliche Gebäude in der Regel in Zonen für öffentliche Nutzung.

Furcht vor Lärm und Fremden

Die fehlenden Zonen für religiöse Bauten seien eine indirekte Benachteiligung neuer Glaubensgemeinschaften gegenüber den etablierten Kirchen mit ihren bestehenden Gebäuden, schreiben Regina Kiener und Mathias Kuhn von der Uni Bern in einem Gutachten zuhanden der Eidgenössischen Ausländerkommission. Sie widerspreche dem durch die Verfassung garantierten Recht auf freie Religionsausübung für alle. Neue Kultusbauten erforderten oft ein kompliziertes Bewilligungsverfahren. Die Bewilligungspraxis zeige, dass bei Gesuchen in erster Linie die Zonenkonformität umstritten sei. In Wohngebieten begegneten die Gesuchsteller Befürchtungen der Anwohner vor Lärm und Vorurteilen gegenüber dem Fremden.

Mit verschiedenen Ellen messen

Ein Anschauungsbeispiel für die Problematik bietet die aktuelle Auseinandersetzung um den Ausbau des Gebetsraumes der islamischen Gemeinschaft in Langenthal und die Errichtung eines Minarettturms. Baurechtlich machen die Gegner in 77 Einsprachen mangelnde Zonenkonformität und Furcht vor mehr Verkehr und Lärm geltend. In einer Petition und Leserbriefen äussern sie Ängste vor dem Islam. Die islamische Gemeinschaft weist darauf hin, dass der vor 15 Jahren zonenkonform errichtete Gebetsraum nie zu Reklamationen geführt habe. Der Protest breche erst jetzt los, da er durch ein Minarett von aussen sichtbar werden soll. Auch weist die Gemeinschaft darauf hin, dass die Öffentlichkeit mit unterschiedlichen Ellen messe. Bei der Errichtung eines auffälligen Sikh-Tempels habe es praktisch keine Opposition gegeben («Bund», 9. 8.).

Die Stadt Bern hat in der neuen Bauordnung, die im September vors Volk kommt, Konsequenzen gezogen. Wie Bauinspektor Charles Roggo sagt, seien künftig Versammlungslokale – und damit auch religiöse Versammlungslokale – in der Dienstleistungszone zonenkonform. Sie könnten im Rahmen der da geltenden Regeln mit einer normalen Baubewilligung gebaut werden. Für Kirchtürme und Minarette müssten allerdings wegen der Höhe wohl auch in dieser Zone in der Regel Ausnahmebewilligungen beantragt werden. Wie Gutachter Mathias Kuhn sagt, spielt die Stadt Bern mit dieser Regelung eine Pionierrolle. Städte wie Basel oder Zürich hätten zwar eine liberale Praxis, das Baurecht sehe jedoch keine Zonen für Kultusbauten vor. Schweizweit steige das Problembewusstsein.

Volksentscheid nicht realistisch

Die Lösung der Stadt Bern widerspricht der Politik der Minarett-Gegner in Langenthal. Die grösstenteils freikirchlichen Petitionäre äusserten die Idee, Baugesuche für Kultusstätten einem Volksentscheid zu unterstellen. «Das wäre kaum durchsetzbar», sagt Gutachter Kuhn. Eine solche Regelung sei nicht Verfassungskonform, ähnlich wie Volksentscheide über Einbürgerungen. Auch die Berner EVP-Stadträtin Steit warnt vor solchen Regelungen. «Das könnte ein Eigentor geben.» Was das Baurecht angehe, sässen die Freikirchen ja mit den Einwanderern im selben Boot.

Muezzinruf möglich

Muezzinrufe auf Minaretten sind hierzulande möglich. Entsprechende Anlagen würden nach gängigem Recht geprüft, sagen die kantonale Baudirektion und der Grundrechtler Mathias Kuhn. Massgebend seien die Vorschriften im Umweltschutzgesetz, so Kuhn. Glockenspiele und Lautsprecher würden als lärmverursachende Anlagen grundsätzlich gleich beurteilt. Allenfalls spiele unterschiedliche Schallqualität eine Rolle, nicht aber das Argument der Tradition. Bestehende Kirchen dürften lauter läuten als neue, da das Umweltschutzgesetz für neue Anlagen strengere Grenzwerte vorsehe.

Beschallte Minarette seien eine Frage der Gleichberechtigung, sagt die Berner Integrationsbeauftragte Gerda Hauck. Dennoch würde sie den Muslimen zu Geduld raten. «Viele Leute reagieren allergisch auf dieses Thema.» Zurzeit will niemand im Kanton ein Minarett mit Muezzinruf bauen. Minarett-Gegner in Langenthal möchten für diesen Punkt von der islamischen Gemeinschaft eine Garantie.

www.ebund.ch Andreas Lüthi 15.08.06

14.8.06

3. Buskers-Festival: Stimmung trotz Regen

Zwischen Donnerstag und Samstag ist die Berner Altstadt zur Bühne für Strassenmusiker und -komödianten aus der ganzen Welt geworden.

Die 3. Ausgabe des Strassenmusik-Festivals «Buskers» litt allerdings unter dem misslichen Wetter. Statt in den Gassen fanden viele Konzerte wegen des stömenden Regens in den Bogenlauben der Altstadt statt. Die eingeladenen 115 Künstlerinnen und Künstler aus 14 Nationen seien überrascht gewesen vom Berner Publikum, das die insgesamt 250 Darbietungen trotz strömenden Regens aufmerksam verfolgt habe, heisst es in einer Mitteilung der Organisatoren. Leidtragende waren dagegen die Ess- und Trinkstände in den Gassen, die schmerzliche Umsatzeinbussen hinnehmen mussten.

Die Festival-Leitung ihrerseits rechnet bei rund 30'000 Zuschauern und über 8000 verkauften Festivalbändeli zum Preis von 10 Franken mit einem knapp ausgeglichenen Ergebnis. Damit sei auch eine 4. Ausgabe von Buskers Bern vom 9.-11. August 2007 zu ermöglichen. Zu Zwischenfällen ist es während der drei Festivaltage nicht gekommen.

www.nachrichten.ch 13.08.2006
www.buskersbern.ch

13.8.06

EURO 08-Vorbereitung in Bern auf Kurs

In Bern sind die Vorbereitungen für die Fussball-EM 2008 auf Kurs. Beim Public Viewing auf öffentlichen Plätzen steht die Bundeshauptstadt vor einer grossen Herausforderung. Die Innenstadt könnte dafür je nach Spielplan nicht ausreichen.

Stadt und Kanton Bern informierten über den Stand der Vorbereitungsarbeiten. Die Stadt Bern wird während der Euro 08 als einer von acht Austragungsorten drei Gruppenspiele beherbergen.

Die Federführung für das Gesamtprojekt liegt bei der Stadt Bern. Sie zeichnet auch für Gästebetreuung, Marketing und Kommunikation und zusammen mit dem Kanton für Sicherheit und Verkehr verantwortlich. Der Kanton Bern ist via Wirtschaftsförderung primär für die Standortpromotion zuständig.

Laut Stadtpräsident Alexander Tschäppät sind die Vorbereitungsarbeiten im Fahrplan. Allerdings verzögert sich die für 2006 geplante Verabschiedung des notwendigen Kredites durch das Stadtparlament bis Anfang 2007.

Grund für die Verzögerung sind laut Tschäppät die schwierigen Verhandlungen mit der UEFA über den Hostcity-Vertrag. Dabei geht es unter anderem um rechtliche und finanzielle Fragen rund um die Fanzonen, etwa bezüglich des Sponsorings.

Beim Public Viewing steht die Stadt vor einer weiteren Herausforderung: Auf dem Bundesplatz sowie auf den Gassen und Plätzen der oberen Altstadt sind Fanzonen geplant, die insgesamt 70'000 Fans Platz bieten könnten, wie Marcel Brühlhart, Gesamtprojektleiter der Stadt Bern für die Euro 08, sagte.

Bei attraktiven Paarungen in Bern oder einem weiten Vorstossen der Schweizer Mannschaft werde dieser Platz möglicherweise nicht ausreichen, sagte Tschäppät. Die Berner EM-Verantwortlichen erwägen deshalb die Einrichtung von Überlaufzonen an der Peripherie.

Bei der Auswahl eines Slogans für den Austragungsort Bern lancieren die Verantwortlichen einen Publikumswettbewerb, der bis zum kommenden 9. September dauert.

de.bluewin.ch/news 10.08.2006
Euro 08

12.8.06

Ornaris in Bern

600 Aussteller präsentieren Neuheiten und Trends: Vom 13.-16. August präsentiert die Fachmesse Ornaris auf dem BEA-Areal professionellen Einkäufern Neuheiten und Trends. 600 Aussteller, davon 85 aus dem Ausland, stellen ihre Produkte auf einer Fläche von 33 000 Quadratmetern vor.

Vertreten sind die Sparten Beauty und Wellness, Floristik, Geschenke, Kosmetik, Kunsthandwerk, Modeaccessoire, Papeterie, Schmuck, Spiel, Hobby, Haushalt und Wohntextilien, wie die Organisatoren mitteilten.

Einen von vielen Trends sehen die Ausstellungsmacher in der gesteigerten Nachfrage nach mystischen und religiösen Symbolen. Daraus sei bereits ein Verkaufsboom geworden. So würden heute beispielsweise Lebensversicherungen mit digitalen Schutzengeln werben, Umweltorganisationen hätten sie als Markenzeichen entdeckt. Das Thema sei an der Messe vielfältig präsent.

www.espace.ch 11.08.2006
www.ornaris.ch

11.8.06

Buskers Bern Strassenmusik-Festival

Das 3. Buskers Bern Strassenmusik-Festival sorgt auch in diesem Jahr für einen besonders stimmungsvollen Abschluss der Sommerferien. Vielfältige kulturelle Darbietungen mit engem Kontakt zum Publikum, heisst das bewährte Erfolgsrezept der Festivalorganisatorinnen.

Eine internationale Schar von professionellen Strassenkünstlern und 30 Gruppen aus ganz Europa und Übersee, spielen auf fast ebenso vielen Plätzen in den Gassen von Berns malerischer Altstadt.

Vom Donnerstag 10. bis Samstag 12. August rechnen die Festivalorganisatorinnen mit bis zu 50’000 Besuchern, die sich von Artisten, Musikern und Komödianten begeistern lassen werden.

Festwirtschaften und Bars unter freiem Himmel laden zum Verweilen. Ab Mitternacht wird wieder Ruhe in die Strassen einkehren, während für die nimmermüden Nachtschwärmer die Party ab 24.00 Uhr im Kornhausforum im 1. Stock des Kornhauses beginnt.

Die Organisatorinnen des Festivals, Christine Wyss, Festivalleitung, und Lisette Wyss, künstlerische Leitung, haben mit ihrer Idee das Buskerfestival nach Bern zu bringen, ein echtes Highlight im Berner Kultursommer etabliert. Für wenig Geld gelingt es den Geschwistern Wyss jedes Jahr wieder, ein vielfältiges und anspruchsvolles Programm zusammenzustellen um das Publikum bei grosser Nähe zu den Strassenkünstlern in Berns Gassen aufs Beste zu unterhalten.

Viele ehrenamtliche Helferinnen und Helfer unterstützen die Schwestern und ihr Team bei der Durchführung des Low-budget- und Non-profit- Festivals, das auch dieses Jahr wieder unter dem Patronat der Stadt Bern steht und breite Unterstützung von Berns touristischen und wirtschaftlichen Organisationen erhält.

Die Festivalorganisation übernimmt die Reisespesen sowie Kost und Logis für die einzelnen Gruppen. Das Publikum honoriert die Darbietungen freiwillig und nach eigenem Ermessen mit Hutgeld für die Artisten. Diese sind als Profis auf die Einnahmen, ihre Gage, angewiesen. Zur Deckung aller anfallenden Kosten ist die Organisation des Buskers Bern dringend auf die Einnahmen aus dem Verkauf des Programmheftes und der Festivalbändeli angewiesen. Für nur 10.– Franken kann man und frau sich dafür drei Abende lang bestens und günstig amüsieren. Mit diesem kleinen Beitrag, anstelle von Eintrittskarten, wird dank dem Kauf des Festivalprogrammheftes die Durchführung für das nächste Jahr sicher gestellt. Das Programmheft informiert und führt mit seinem Spielplan durch die Gassen zu den Plätzen, die als Strassenbühnen dienen.

Die Kenner des Buskers Bern werden sowohl altbekannte Künstler im Programm finden sowie sich von in Bern noch unbekannten Gruppen überraschen lassen, wie zum Beispiel die multikulturelle World Gipsy Gruppe Gadjo aus Barcelona, Lice de Luxe, bizarres Theater aus Dänemark oder Cold Eve, Dynamic Rock aus Zürich, um nur einige zu nennen. Unter den Buskers ist man sich einig: Nicht nur das Berner Publikum ist vom Dargebotenen begeistert, sondern auch die Strassenkünstler vom Festivalpublikum in Bern, denn es gilt als überdurchschnittlich begeisterungsfähig und spendabel.

Erstmals gibt es eine Talentbühne nach dem Motto «anyone can be a busker», betrieben von BZ und Capital FM in Zusammenarbeit mit Buskers Bern.

Jugendplattform auf dem Münsterplatz

Jugendliche aus verschiedenen Kulturen finden auf Plattform. Die Jugendarbeitenden der Fachgruppe Jugendkultur der VOJA (vernetzte offene Jugendarbeit Kanton Bern) und des TOJ (Trägerverein für die offene Jugendarbeit der Stadt Bern) organisieren zum 3. Mal im Rahmen des Buskers Bern die Jugendplattform auf dem Münsterplatz. Die Plattform bietet den Jugendlichen aus der Stadt und dem Kanton Bern die Möglichkeit, ihre zahlreichen Fähigkeiten im künstlerischen Bereich vor einer breiten Öffentlichkeit darzustellen und sich aktiv am Kulturleben zu beteiligen. Gefördert wird insbesondere auch der Austausch zwischen den Generationen und Kulturen. Neu öffnet die Jugendplattform am Freitag und Samstag bereits ab 16 Uhr und bietet zahlreiche Kinderanimationen auch für die ganz Kleinen an.

Kinder- und Märitfest in der Postgasse, Samstag 12. August

Der Leist der Untern Stadt organisiert zum dritten Mal in der Postgasse ein Märitfest. Die Gasse ist mit den Gastronomiebetrieben der Krone, Zunft zu Webern, dem Restaurant Gaumentanz und Postgasscafé eine echte Festgasse, mit vielfätltigen kulinarischen Angeboten.

Samstag morgen ab 8 Uhr bieten Marktständler an mindestens 24 Maritständen in der Postgasse in Richtung Nydeggstalden, vieles, was Sammler und Märitbesucher beim Stöbern Spass macht.

Neu das Kinderspielfest: Ein Teil der Postgasse wird zur Spielgasse.

Kinder ab fünf Jahren können unter fünf verschiedenen Spielfeldern wählen, zum Beispiel basteln, malen oder sich schminken. Auch hier engagieren sich einige ehrenamtliche Helferinnen, um für den jüngsten Festbesucher ein einfaches vergnügliches Spielerlebnis im Rahmen des Altstadtsommerfestes zu bereiten. (Bei schlechter Witterung wird das Spielfest nicht durchgeführt)

Im Erlacherhof unterhält während den Festivalzeiten der Leist der Untern Stadt wieder seine beliebte Leist-Bar.

Öffnungszeiten. Do – Sa. 18.00 bis 24.00 Uhr.

3. Buskers Bern: Donnerstag bis Samstag, 10. - 12. August 2006, 18 bis 24 Uhr in der Altstadt Bern ab Kornhausplatz
Ab 24.00 Uhr Party mit 3–4 Buskers-Bands live und Buskers Jam im Buskershaus (Kornhaus, 1. Stock).

Vorverkauf Programmheft und Festivalbändeli, Fr. 10.–, ab Mitte Juli: Im Tourist Center Bahnhof und im Kulturbüro, Rathausgasse 53.

Das Bändeli berechtigt zum reduzierten Eintrittspreis (Fr. 5.– statt 15.–) ins «Buskershaus».

Verkehrshinweis Die Altstadt ist jeweils von Donnerstag bis Samstag ab 16 Uhr für den Verkehr gesperrt. Ein Durchkommen ab 18 Uhr ist unmöglich!

Brunne Zytig (jj) 23.06.2006
www.buskersbern.ch

10.8.06

Kulturschaffende gegen Asylgesetz

Bern - Über 700 Kulturschaffende aus der ganzen Schweiz rufen dazu auf, das Asylgesetz am 24. September abzulehnen.

In Bern haben sie mit der Präsentation eines Manifestes ihre Kampagne in zur eidgenössischen Abstimmung lanciert. Das Manifest, das als Plakat und Flyer verbreitet wird, enthält einen einzigen Punkt: «Nein zum menschenverachtenden Asylgesetz». Daneben ein Zitat von Franz Hohler: «Die Schweiz hat wesentlich zur Schaffung des neuen Menschenrechtsrats der UNO beigetragen. Gleichzeitig will sie die Menschenrechte an ihren Grenzen abschaffen. Diese Groteske kann sich unser Land nicht leisten.» Unterzeichnet haben den Aufruf zum Nein über 700 Kulturschaffende, darunter die Schriftsteller Peter Bichsel und Hugo Lötscher, die Schriftstellerinnen Eveline Hasler und Ruth Schweikert, die Schauspieler Matthias Gnädinger und Bruno Ganz sowie die Musikerinnen Sina und Irène Schweizer. Mit dabei sind auch Viktor Giacobbo, Dimitri und Pipilotti Rist.

Idealer Flüchtling mit Familienbüchlein

Vor den Medien im Stadttheater Bern warf der Schriftsteller Guy Krneta die Frage auf, wie denn ein Flüchtling so sein müsste, der dem Flüchtling im Asylgesetz entspräche. Seine Anwort: «Es müsste jemand sein, der seine Papiere mitgenommen hat, seinen gültigen Reisepass, Geburtsurkunde, Blutspendeausweis, Familienbüchlein.» Die Schriftstellerin Ruth Schweikert gab zu bedenken, dass fortan nur noch Menschen, die innerhalb von 48 Stunden gültige Papiere vorlegen können, überhaupt ins Asylverfahren kämen. Ungefähr 30 Prozent der Asylsuchenden hätten aber keine Papiere, das seien bei den aktuellen Zahlen etwa 4500 Menschen.

Unterstützung der SP

Die Kampagne wird von der SP unterstützt, die gemeinsam mit der Flüchtlingshilfe das Referendum gegen das Asylgesetz ergriffen hatte, wie SP-Vizepräsidentin Ursula Wyss und Nationalrätin Vreni Müller-Hemmi erklärten.

www.nachrichten.ch 10.08.2006

9.8.06

Aidshilfe Bern Kampagne nicht pronografisch, aber ein Grenzfall

Die Berner Justiz hat ihre Ermittlungen gegen die kantonale Aidshilfe wegen Pornografie in einer Coming-out-Broschüre eingestellt. Die Aids-Hilfe mache sich nicht strafbar, ritze aber die Ziele des strafrechtlichen Jugendschutzes.

Mit der Broschüre «Selbstverständlich» war die Aids-Hilfe im Sommer 2005 ins Visier der Berner Justiz geraten: Auf Grund eines Hinweises der EVP Schweiz wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Verdachts auf das Verteilen von pornografischem Material an unter 16-Jährige eröffnet.

Zu prüfen hatte der zuständige Untersuchungsrichter verschiedene Stellen der Broschüre, darunter die Schilderung eines Mannes, der auf einer öffentlichen Toilette von einem Unbekannten oral befriedigt wurde.

Mit der Publikation habe sich die Aids-Hilfe nicht strafbar gemacht, dies gehe aus dem Antrag des zuständigen Untersuchungsrichters an die Staatsanwaltschaft hervor, sagte die Geschäftsleiterin der Aids-Hilfe Bern, Béatrice Aebersold Krähenbühl, zu einer Mitteilung ihrer Organisation.

Jugendschutz «geritzt»

Laut Untersuchungrichter «ritzt» die Aids-Hilfe mit der Broschüre zwar die Ziele des strafrechtlichen Jugendschutzes; einzelne Elemente bewegten sich an der Grenze zur Pornografie.

Aus Sicht der Justiz sind aber keine Voraussetzungen erfüllt, die auf Grund der zur Diskussion stehenden Straftatbestände eine weitere Strafverfolgung rechtfertigen würden. Dies betrifft laut Aebersold unter anderem Arikel 187 des Strafgesetzbuches (sexuelle Handlungen mit Kindern) und Artikel 197, der die Verteilung pornografischer Schriften an unter 16-Jährige unter Strafe stellt.

Aebersold zeigte sich erleichtert über den Entscheid. Die 20-jährige Erfahrung der Aids-Hilfe zeige, dass Präventionsbotschaften vor allem dann gehört würden, wenn sie sich am realen Leben orientierten und auf moralische Bewertungen verzichteten.

An Volksschule gestoppt

Nach dem öffentlichen Wirbel um die Broschüre hatten die Kantone Bern, St. Gallen und Thurgau im Sommer 2005 die Verwendung des Hefts an der Volksschule gestoppt. Die Broschüre kann jedoch nach wie vor von über 16-jährigen Personen bei der Aids-Hilfe bezogen werden. Sie wird zudem in Lokalen mit schwulem Publikum aufgelegt.

Die EVP habe vor allem signalisieren wollen, dass mit der Broschüre moralisch-ethische Grenzen überschritten worden seien, sagt EVP-Generalsekretär Joel Blunier auf Anfrage. Es sei noch nicht klar, ob die Partei weitere Schritte unternehmen werde. Der Entscheid der Berner Justiz ist wegen einer Rekursfrist noch nicht rechtskräftig.

tagesschau.sf.tv 08.08.2006

8.8.06

Meret Oppenheim in Bern: Surrealismus mit Gazellenfell

Was wägt die Waage? In der einen Schale liegt ein Kopf. Und es bewegt sich nichts. Vielleicht ist er nur zu leichtgewichtig, der Kopf, um den Waagebalken drücken zu können. Vielleicht ist es die Leere auf der anderen Seite, vielleicht ist die Leere so schwer, daß sie die Balance hält. Meret Oppenheim, Tusche, 1932/33.

Eine Schlüsselzeichnung. Dunkel ahnend, hellsichtig sammelt sie die Zeichen für die eigene Geschichte. Die Geschichte einer Künstlerinnenexistenz, die zwischen Wut und Depression, Anerkennung und Reserve, Stolz und Verzagtheit immer wieder aufblühen und immer wieder vergehen wird.

Das Werk ist nicht wirklich gut bekannt. Seit dem Tod der Künstlerin 1985 gab es kaum noch Übersichtsausstellungen. In der Kunstgeschichte hat Meret Oppenheim ihren festen Platz, bei den Surrealisten im Paris der dreißiger Jahre. Später hat sich der feministische Diskurs für sie interessiert. Und Valie Export fragt im Briefinterview: «Kann man durch die Kunst auf das Problem der Frau in unserer Gesellschaft und auf die Probleme mit sich selbst hinweisen?» Und es ist ein bißchen enttäuschend, was sie zur Antwort bekommt: «Ich glaube nicht an in diesem Sinn engagierte Kunst, das heißt, ich halte sie für wirkungslos.»

Gediegene Deutungskunst

Was hat schon Wirkung? Die «Steinfrau» auf dem kleinen Bild von 1938, von der man nicht weiß, ob sie aus dem Wasser auftaucht oder im Wasser verschwindet? Die «Waldfrau» mit dem langen grünen Schwanz auf dem kleinen Bild von 1939, von der man nicht weiß, ob sie dem kleinen Mädchen einen Schreck einjagt oder ihm doch ein bißchen gefällt? Man weiß ja nicht einmal, ob diese kleinen Bilder jemals wirklich gesehen worden sind. Damals, als sie die Steinfrau und die Waldfrau und die kleinen Bilder malte, hatte sie sich schon wieder verabschiedet von der Artusrunde der Surrealisten, wo sie Männer, Freunde, Kollegen, wo sie Wirkung hatte.

Es war Meret Oppenheims beste Zeit. Lebenshungrig war sie 1932 nach Paris gekommen, lernte Hans Arp kennen, Alberto Giacometti, befreundete sich mit ihm ein bißchen, befreundete sich mit Max Ernst, wollte Malerin werden, malte «Eine Minute ohne Gefahr!», und die Gralsritter um André Breton sahen keine Gefahr für den maskulinen Fortschritt der Kunst, wenn an ihm auch eine schöne junge Frau beteiligt wäre. Und so kam das kuriose Service auf den Tisch. Tasse, Untertasse, Kaffeelöffel, fein überzogen mit Gazellenpelz. Im Entstehungsjahr 1936 von Alfred Barr für das New Yorker Museum of Modern Art angekauft. Oppenheim-Werkverzeichnis WK A21. Das Firmenschild des Surrealismus. Seit Generationen Gegenstand gediegenster Deutungskunst.

Mit hohen Absätzen zum Erfolg

Werner Spiess, der einen kundigen Katalogtext zum «Objet de Désir» beigesteuert hat, hat recht. Es ist letztlich egal, ob die Anregung zum Pelzüberzug nun von Picasso gekommen ist oder ob die Idee von Meret Oppenheim selber stammt. Sie hat das haarige Stück gemacht, das zählt. Und daß es Breton war, der den Titel «Déjeuner en fourrure» (Frühstück im Pelz) dazugegeben hat, nimmt dem Set überhaupt nichts von seiner bedenklich oralen Sinnlichkeit.

Kann man so etwas überbieten? Noch im selben Jahr hat Meret Oppenheim ein Paar weiße Damenpumps zusammengebunden, Papiermanschetten auf die hochhackigen Absätze gesteckt und den Schuhleib wie ein Poulet auf einem Tablett serviert. «Ma gouvernante - my nurse - mein Kindermädchen». Und gönnerisch schrieb Max Ernst, schau an, wie uns das Meretlein über den Kopf gewachsen ist.

Verweigerter Ehrenplatz

Dann gab es noch die Steinfrau und die Waldfrau und die kleinen Bilder, und es gab noch dies und das, und dann kam die Krise. Und Mutter Oppenheim bestellte ein graphologisches Gutachten, das der Tochter bestätigte, was der Ausstellungsbesucher schon längst bemerkt hatte: «Es ist viel Widerspruch in ihr: einerseits sehr selbständig, andererseits hilflos tastend; einmal hat sie sehr hohe Ziele und den Glauben an sich, dann ist sie wieder ganz mutlos am Boden.» Und: «Die Schrift kommt mir vor wie ein Garten nach einem Wolkenbruch; vieles entwurzelt, zerstört.»

Mutig widerspricht die Berner Ausstellung, verweigert der kostbaren Leihgabe aus dem MoMA, die samt Glasvitrine und Fotografierverbot angeliefert worden ist, den Ehrenplatz, will zeigen, daß mit der Pariser Legende noch nicht alles erzählt ist, daß das Werk seine Zeit brauchte und sich Zeit nahm, um behende von Einfall zu Einfall zu turnen und mit der einen Erfindung die nächste zu gebären. Und so wandert man durch viele Räume, vorbei an 238 Katalognummern, begleitet die Künstlerin durch manche Tiefen und Untiefen ihrer Phantasie, und zum Schluß ist es doch wieder WK A21, die famose Pelztasse, in der wie in einem magischen Fokus alle Eindrücke verschmelzen.

Künstlerische Reibung als Sucht

Womöglich macht die Überlegenheit des Frühwerks ja auch aus, daß die Ideen noch etwas wunderbar Beiläufiges hatten, daß sie sich einstellten, wie Picasso in den einfachsten Dingen und Geräten den Figurenkern, die Gestaltfähigkeit entdeckt hat. Plötzlich war das Pelztassen-Bild da - bezwingend, aber nicht erzwungen. Später sieht so vieles im Werk nach Replik, nach Selbstbelehnung, nach geflissentlicher Anwendung der surrealen Rezeptur aus. Vor allem bei den großen Bildern und bildhaften Objekten der sechziger und siebziger Jahre ist dies der Fall. Und es kommt einem da und dort vor wie beim späten Jean Tinguely, wenn die klappernden Bewohner seines Jurassic Parks auch das Pathos nicht mehr scheuen, das sie ihr Maschinenleben lang ironisiert haben.

Meret Oppenheim hat die künstlerische Reibung gebraucht. Es war dabei weniger der Think tank der Surrealisten, auf den sie angewiesen war, als vielmehr dieser hoffnungsvolle, hoffnungslose, zermürbende, ungewinnbare Kampf, von den Freunden im Café de la Place Blanche nicht nur als hübsche Muse anerkannt zu werden. Am eindrücklichsten dokumentieren Triumph und Tragik noch immer die berühmten Aktaufnahmen, die Man Ray im Atelier des Druckers Louis Marcoussis von Meret Oppenheim gemacht hat.

Gleichgewicht von Kopf und Leere

Bis heute gilt die Serie als Jahrhundertleistung der inszenierenden Porträtfotografie. Daß der Regisseur bei seinem Schwarzweißtheater eine ebenso schöne wie souveräne Mitspielerin hatte, daß es Merets nackter Körper ist, der dem Kameramann zur glorreichen Kameratat verholfen hat, ist auf der Ruhmestafel nicht mitverzeichnet. Das meistreproduzierte Aktfoto vor dem großen Rad der Druckerpresse heißt «Erotique voilée», nicht «Porträt Meret Oppenheim».

Zur selben Zeit, in der Meret Oppenheim sich für Man Ray Hände und Arme schwarz beschmiert hat, hat sie auch die Waage und das Gleichgewicht von Kopf und Leere gezeichnet. Immer wieder wird sie zeichnen, mit kunstvoll leerem Kopf. Bis vierzig Jahre später alles schief und alles steil auf der Zeichnung geworden ist und der Kopf sich beispielsweise zum Mondgesicht gerundet hat, das mehr erstaunt als traurig zusieht, wie die Tiere in den Abgrund rutschen und von ihren dünnen Fadenstrichen fallen.

Kunstmuseum Bern, bis 8.Oktober. Der Katalog, erschienen im Verlag Hatje Cantz, kostet 35 Euro.

www.faz.net Hans-Joachim Müller Bern 08.08.2006
Meret Oppenheim Biografie

7.8.06

Kundgebung gegen Rechtsextremismus in Bern

In Bern haben am Sonntag rund 750 vorwiegend Jugendliche gegen Rassismus und Rechtsextremismus demonstriert. Die Kundgebung setzte einen Schlusspunkt unter das Antifascist Festival in der Reithalle, das rund 3000 Leute angezogen hatte.

Die zum Teil vermummten Aktivisten und Aktivistinnen an der bewilligten Kundgebung hielten sich an die vorgegebene Route, die von der Schützenmatte bei der Reithalle zum Bahnhof und durch die Altstadtgassen via Münsterplatz wieder zum Bahnhof führte. Es kam laut Stadtpolizei zu keinen Zwischenfällen.

Auf Transparenten wurde unter anderem der «rassistische Konsens» angeprangert, den es zu durchbrechen gelte. Dazu gehöre etwa, dass die Sans-Papiers zwar als billige Arbeitskräfte gerne gesehen seien, dann aber am liebsten möglichst schnell «entsorgt» würden, wie ein Sprecher an der Platzkundgebung der Demo sagte.

Massgeblich beteiligt war an der Kundgebung das «Bündnis für ein buntes Brunnen», das die geplante Kundgebung am 1. August in Brunnen SZ gegen Neonazis nicht durchführen konnte. Gegen die Nichterteilung der Bewilligung dort hat das Bündnis, vertreten durch den Berner Rechtsanwalt Daniele Jenni, beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht.

Diverse Veranstaltungen in der Reithalle

An den verschiedenen Anlässen des Antifascist Festivals im Autonomen Kulturzentrum Reithalle nahmen rund 3000 Besucherinnen und Besucher teil, wie ein Sprecher der Organisatoren sagte.

Vorgestellt wurde dort eine Dokumentation aus Deutschland («Nach Hitler - radikale Rechte rüstet auf»), die besagt, dass in den letzten 15 Jahren in Deutschland rund 100 Personen Anschlägen von Rechtsextremen zum Opfer fielen.

Auf Interesse stiess auch die Ausstellung «Brennpunkt Faschismus-Aspekte eines Themas» im Kornhausforum, die von der Antifa-Bewegung gestaltet worden war. Dorthin war gemäss Beobachtern auch ein eher bürgerliches Publikum gekommen.

Keine Krawalle

Das Bündnis «Alle gegen rechts» und die mit ihm verbundenen Organisationen hatten in den letzten Jahren vor allem durch unbewilligte Kundgebungen von sich reden gemacht, bei denen es zu Krawallen und Sachbeschädigungen kam.

Am Antifascist Festival und an der Kundgebung vom Sonntag haben sie sich nun von einer andern Seite gezeigt.

Daniele Jenni, Anwalt und Stadtrat, sagte dazu, er sei nach wie vor der Meinung, antifaschistische Aktivitäten bedürften eigentlich keiner Bewilligung. Die Demo habe sich vor allem auch gegen die Tendenz von Behörden gerichtet, «rechtsextreme Umtriebe schönzureden». Nach seiner Schätzung haben über 1000 Leute teilgenommen.

tagesschau.sf.tv 06.08.2006

6.8.06

Swisspower Cup in Bern

Bern hat sich in den letzten vier Jahren auch in Sachen Mountain Bike Sport zur Hauptstadt gemausert. Als eines von weltweit nur 3 Rennen in der Hors Category gilt der Event auf dem Gurten als das Rennen mit der besten Besetzung.

Und ein Blick auf die Startliste unterstreicht dies deutlich. Neben den Olympiasiegern Dahle und Absalon folgen weitere Weltcupstars wie Christoph Sauser, Ralph Näf, Jose Hermida, Kashi Leuchs, Sabine Spitz, Petra Henzi oder Lene Byberg. Aber nicht nur wegen dem hohem Preisgeld oder der UCI Punkte kommen die Stars gerne nach Bern.

Ralph Näf, der grosse Dominator der Europameisterschaft von letzter Woche, meint dazu: «Bern ist ein sehr schönes Rennen. Hier stimmt einfach alles - der Gurten als attraktiver Austragungsort, die Nähe zur Stadt Bern, das sportbegeisterte Publikum welches eine einzigartige Atmosphäre schafft, die anspruchsvolle Rennstrecke und natürlich die Organisation welche perfekt ist! Ich komme immer gerne nach Bern!».

Mehr Service für die Zuschauer

Nach der geglückten Bewerbung als Hors Category Rennen hat das Organisationskomitee um die beiden in der Mountain Bike Szene fest verankerten René Walker und Thomas Binggeli das Schwergewicht vor allem auf den Zuschauer-Service gelegt. Die Rennstrecke wurde an zwei Stellen im Vergleich zum Vorjahr leicht verändert und ist nun noch zuschauerfreundlicher. Ein Zuschauer-Rundweg führt die Fans auf dem kürzesten Weg von einer attraktiven Stelle zur nächsten. Drei ausgebaute Zuschauer-Punkte mit Festwirtschaft bilden die Ausgangspunkte. Und besonders stolz ist man in Bern auf die Grossleinwand. Diese nicht ganz billige Investition bringt Live-Bilder von drei Kamera-Standorten ins Zielgelände.

Samstag als Familientag

Während die Profis am Sonntag die Fans begeistern stehen am Samstag die Hobbysportler und Kids im Rampenlicht. Höhepunkt ist sicher der 45km Plausch Marathon für Hobbysportler. Der Marathon führt die Teilnehmer/innen vom Gurten über den Ulmizberg in Richtung Rüeggsiberg und wieder zurück. Die Strecke wurde so angelegt, dass sie sich einerseits ideal für Einsteiger eignet aber andererseits auch ambitionierte Breitensportler zufrieden stellt. Der Startschuss fällt um 13.30 Uhr und Kurzentschlossene können sich noch bis 13 Uhr vor Ort auf dem Gurten anmelden. Für die Kinder geht's bereits um 10 Uhr los. In fünf Alterskategorien absolvieren die Kinder einen altersgerechten Parcours welcher zum Teil auch Abschnitte der Originalstrecke beinhaltet. Dort können die Jüngsten als die Spur für Frischknecht und Co. legen!

Donnerstag: Stars trainieren mit Kids

Quasi als Warm-Up hat das Organisationskomitee auch einen Gratis-Kurs im Berner Ferienpass Fäger organisiert. Und so werden morgen Donnerstag 60 Berner Schulkinder zusammen mit Cracks wie Olympiasiegerin Gunn Rita Dahle oder Europameister Ralph Näf 2 Stunden auf dem Gurten trainieren können. Gleichzeitig nutzt das OK diesen Anlass als Medien Kick Off und informiert aus erster Hand über letzten News rund um die Veranstaltung.

www.swisspowercup.ch

5.8.06

Ilisu: Grundstein für Staudamm ist Grabstein für Menschen und Kultur

8000 Menschen, darunter viele Bürgermeister der betroffenen Region, protestierten gestern am Tigris im Südosten der Türkei gegen die Grundsteinlegung des Ilisu-Staudamms. Wegen der zahlreichen ungelösten Probleme und gravierenden Folgen des Projekts fordert die EvB den Bundesrat nochmals eindringlich auf, keine Exportrisikogarantie an beteiligte Schweizer Baufirmen zu gewähren.

Heute Samstag, den 5. August, erfolgt in Anwesenheit von Ministerpräsident Recep Erdogan die Grundsteinlegung des Ilisu-Staudamms. Damit will die Türkei ein Zeichen setzen, dass dem Bau des bereits 2002 gescheiterten Megakraftwerks diesmal nichts im Wege stehen soll. Damals hatten sich internationale Baufirmen und die UBS wegen ökologischen und sozialen Bedenken vom Projekt zurückgezogen. Doch auch 4 Jahre später gibt der Plan, den 110 km langen Staudamm nun zu bauen, Anlass zu heftiger Kritik. 55'000 Menschen wären direkt betroffen und mehrere tausend Jahre alte Kulturgüter würden überschwemmt.

Das Ilisu-Projekt weist trotz Nachbesserungen an Umweltverträglichkeitsprüfung und Umsiedlungsplan, die das Baukonsortium im Juni 2006 vorgestellt hat, nach wie vor gravierende Defizite auf. Die Beteiligung der Bevölkerung an der Projektplanung entspricht nicht internationalen Standards und selbst die rechtlichen Grundlagen für die Projektdurchführung sind nicht gegeben. Entgegen anders lautender Aussagen Erdogans steht auch die Finanzierung des Projekts noch keineswegs: Die Exportkreditagenturen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz haben bisher nicht über eine Exportrisikogarantie für den Staudamm entschieden.

Die lokale Initiative «Rettet Hasankeyf» hat aus diesen Gründen gestern vor Ort protestiert und mit einem Konzert und einer Pressekonferenz den Widerstand der Bevölkerung gegen das Projekt öffentlich gemacht. Zahlreiche Bürgermeister der Region, Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten haben sich daran beteiligt. Auch der Oberbürgermeister der nahen Grosssstadt Diyarbakir hat sich der Initiative angeschlossen und sagt: «Die Grundsteinlegung ist eine Respektlosigkeit angesichts der ungelösten Probleme des Projekts und unseres kulturellen Erbes.»

Die Grundsteinlegung zum jetzigen Zeitpunkt soll offensichtlich dazu dienen, Fakten zu schaffen, ohne der vorgeschriebenen Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfung den nötigen Raum zu geben. Angesichts der gravierenden Mängel warnt Christine Eberlein von der Erklärung von Bern den schweizerischen Bundesrat davor, eine Exportrisikogarantie für das umstrittene Projekt zu genehmigen. «Eine Zusage würde den langjährigen internationalen Prozess zur Harmonisierung von Sozialstandards diskreditieren, unwiderbringliche Kulturgüter zerstören und über 11'000 Menschen ohne geeignetes Umsiedlungskonzept aus ihrer Heimat vertreiben.»

www.evb.ch Erklärung von Bern 05.08.2006

4.8.06

Kantonal Bernisches Schwingfest Eggiwil

Am kommenden Sonntag trifft sich die Berner Elite im Eggiwil zur Kürung des stärksten Berner Schwingers. Die Eggiwiler haben keinen Aufwand gescheut, ein schönes und unvergessliches Kantonales vorzubereiten. 160 Schwinger, darunter 16 Eidgenossen, kämpfen um den Siegermuni Silvan, drei andere Lebendpreise und viele andere schöne Andenken.

An diesem Wochenende steht in Eggiwil für einmal nicht die Kirche im Mittelpunkt des Dorfes, sondern die Schwingerarena und das Festzelt für das kantonalbernische Schwing- und Älplerfest. Der übersichtliche und gut angelegte Festplatz liegt eingebettet in einer idyllischen Hügellandschaft mitten im festlich geschmückten Dorf Eggiwil. «Hinter der grossen Arbeit steckt viel Herzblut und praktisch alle Eggiwiler stehen hinter unserem Anlass», so der OK-Präsident Erhard Zaugg anlässlich einer Medienkonferenz. Man spürt es förmlich, mit wie viel Liebe und Engagement die Eggiwiler diesen Anlass seit zwei Jahren vorbereiten. «Schliesslich ist es das erste Kantonale hier im Eggiwil», meint Medienchef Daniel Egli.

Gästeschwinger in Aussenseiterrolle

Nebst allen besten Berner Schwingern sind aus allen Teilverbänden je zwei Schwinger gemeldet. Nach zwei Gästesiegen in den vergangenen zwei Jahren, wäre es an der Zeit, dass die Berner selber wieder den Sieger stellen können. Dies sollte eigentlich aufgrund der gemeldeten Gästeschwinger und der von den Bernern am Brünigschwinget gezeigten Leistung auch durchaus möglich sein. Die Innerschweizer entsenden mit Remo Holdener und dem Luzerner Stefan Muff keine potenziellen Siegesanwärter. Auch die Ostschweizer schicken mit Urban Götte und Reto Attenhofer Schwinger, denen die Berner Herr werden sollten. Aus der Nordwestschweiz nehmen Guido Thürig und Martin Rohrer teil und aus der Südwestschweiz reisen Stefan Zbinden und Michael Nydegger nach Eggiwil. Wem aber dürfen die grössten Siegchancen bei den Bernern eingeräumt werden? Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten, da mehrere Schwinger derzeit in der Lage sind, den Sieg davonzutragen. Im bisherigen Verlauf der Saison hat sich gezeigt, dass die jungen Berner Schwinger den alten routinierten Kämpfern den Machtanspruch streitig machen.

Die Jugend, aber welcher Matthias?

Alle drei heissen sie gleich mit Vornamen und alle drei haben sie in dieser Saison bereits mindestens ein Kranzfest gewonnen: Matthias Sempach, Matthias Siegenthaler und Matthias Glarner. Ersterer hat sich mit seinen zwei Bergfestsiegen am Schwarzsee und am Weissenstein am ehesten in die Favoritenrolle gedrängt. Beeindruckend ist vor allem sein Auftritt auf dem Weissenstein, wo er mit Siegen über Nöldi Forrer und Stefan Fausch aufhorchen liess. Matthias Siegenthaler kämpft derzeit mit Rückenproblemen und wurde auf dem Brünig unter seinem Wert geschlagen. Der Meiringer Matthias Glarner stellte seine beneidenswerte Form am Brünig einmal mehr unter Beweis und möchte am Kantonalen zum ersten ganz grossen Coup ausholen. Vielleicht wird nach seiner verletzungsbedingten Pause gar der Emmentaler Thomas Sempach wieder ins Wettkampfgeschehen eingreifen können. Der letztjährige Schlussganggegner von Martin Grab, Christian Dick hat mit seinem Sieg beim Jurassischen selbst auch einen Siegesanspruch angemeldet. Was darf man vom wiedergenesenen Jörg Käser erwarten?

Einheimische Siegschwinger

Ganz sicher im Favoritenkreis nicht vergessen darf man die beiden einheimischen Schwinger. Christian Bürki dürfte nach seinem grossen Auftritt am Brünig topmotiviert sein, vor eigenem Anhang erneut zu brillieren und Thomas Zaugg möchte sich für den entgangenen Brünigkranz revanchieren. Bestimmt werden sie versuchen, ihren Heimvorteil auszunützen und mit einer Glanztat aufzuwarten. Daneben wird es eine ganze Reihe junger Schwinger geben, die ihren Gegner als Stolperstein das Leben schwer machen möchten. Einige für das Unspunnenfest nicht selektionierte Schwinger möchten sich bestimmt durch einen Kranzgewinn ein Hintertürchen offen halten, als nachgemeldete Schwinger doch noch nachzurücken.

Eggiwil ist gerüstet

Nach zwei Jahren Vorbereitung sieht das 16-köpfige OK unter der Leitung von Erhard Zaugg dem Grossanlass gelassen entgegen. Unter dem Motto:«Mit einem freundschaftlichen Händedruck heissen wir Euch am Bernisch-kantonalen Schwingfest in Eggiwil herzlich willkommen», startet das Schwingfest eigentlich schon am Samstagabend mit einem volkstümlichen Unterhaltungsabend. Geschwungen wird dann am Sonntag auf der Pfisternmatte im Dorfkern von Eggiwil. Organisiert wird das ganze Fest von den vier Trägervereinen Schwingclub Siehen, Jodlerclub Siehen, Jodlerclub Eggiwil und Männerturnverein Eggiwil.

www.jungfrau-zeitung.ch 04.08.2006

3.8.06

Berner Stadtpolizei wieder mit Reiterpatrouillen

Die Stadtpolizei Bern schickt auch dieses Jahr wieder einen Reiterzug auf Patrouille. Hoch zu Ross erledigen die Ordnungshüter nicht nur Alltagsgeschäfte der Polizei, sondern sie sind auch eine Attraktion für Einheimische und Touristen, wie die Stadtpolizei am Mittwoch bekannt gab.

Reiterpatrouillen kommen in Bern seit dem Jahre 1914 jeweils im August und September zum Einsatz. Dieses Jahr stehen 15 Zweierpatrouillen bereit, und zwar vom 8. August bis Ende September, wie ein Polizeisprecher sagte.

Am 22. September kommt im Zuge des Tags der autofreien Innenstadt eine Doppelpatrouille zum Einsatz. Die Vierbeiner werden der Polizei vom Nationalen Pferdezentrum Bern zur Verfügung gestellt. Der Reiterzug umfasst 20 Polizistinnen und Polizisten. Die Pferdepatrouillen tragen nach den Erfahrungen der Polizei zur subjektiven Erhöhung der Sicherheit bei und erfüllen auch eine wichtige präventive Funktion.

www.baz.ch 02.08.2006

2.8.06

Peter Schiltknecht Hotel Bern

«Ich brauche keine Ferien»: Das Arbeitsleben von Hoteldirektor Peter Schiltknecht (56), Hotel Bern.

«Als Hotelmanager muss ich delegieren können. Und ich muss in jeder Situation ruhig bleiben. Das kommt meist mit der Erfahrung respektive mit dem Alter. Vor 25 Jahren habe ich auch hin und wieder im Hotel herumgeschrien. Das mache ich heute nicht mehr. Ich entferne mich lieber, wenn es kritisch wird – und lasse mich erst wieder blicken, wenn ich mich beruhigt habe. Auch wenn ein Gast mit rotem Kopf auf mich zukommt, muss ich ruhig bleiben. Ich vertrete die Haltung, dass der Gast König ist. Der Gast hat immer Recht. Denn ohne ihn braucht es uns nicht. Es gab Zeiten, da habe ich in meinem jugendlichen Übermut auch Gäste vor die Tür gesetzt. Das würde ich nicht mehr tun.

Mein Arbeitstag beginnt unregelmässig. Manchmal bin ich morgens bereits vor 6 Uhr im Hotel. An anderen Tagen wird es später. Als Erstes erledige ich die angefallene Büroarbeit. Bereits um 11 Uhr esse ich zu Mittag und bin dann während der ganzen Mittagszeit im Service. Im Restaurant helfe ich, wo ich kann. Ich bediene die Gäste und erkundige mich nach ihrem Wohlergehen. Ich gehöre im Arbeitsalltag bereits zur älteren Generation. Ich habe noch gelernt, dass man als Chef den Mitarbeitenden ein Vorbild sein soll. Am Nachmittag bin ich dann wieder im Büro. Auch die Sitzungen finden meistens am Nachmittag statt. Wir machen aber keine riesigen Sitzungen, sondern ich treffe mich bilateral mit einzelnen der 80 Mitarbeitenden, beispielsweise dem Küchenchef, dem Chef de Réception oder dem Chef Verkauf.

Alle Personalbelange erledige ich zusammen mit meiner Sekretärin. Ich bin also auch Personalchef. Einen Food-and-Beverage-Manager haben wir nicht. Die Speisekarten-Gestaltung und die Auswahl des Angebots bespreche ich zusammen mit dem Küchenchef. Wir pflegen eine flache Hierarchie. Dabei soll das Personal möglichst viele Kompetenzen haben. Ich beobachte, und wenn es nicht in den richtigen Bahnen läuft, greife ich unter Mithilfe der einzelnen Kaderleute ein. Mein grosser Wille ist, dass wir ein Team sind. 25 Mitarbeiter arbeiten in der Küche, 20 in der Reinigung, 20 im Service, und der Rest verteilt sich über Büro und Réception. Meine Kernaufgabe ist, den ganzen Kuchen zusammenzuhalten.

Unser bekanntester Gast ist Frau Bundesrätin Micheline Calmy-Rey. Sie bewohnt ein Appartement. Der Kontakt ist offen und herzlich, man trifft sich ab und zu, aber man sucht sich nicht. Ich stelle mich nicht in den Vordergrund. Wichtig ist, dass das Hotel Bern Erfolg hat. Klar. Eingefädelt habe ich den Aufenthalt von Frau Calmy-Rey. Auch mit anderer so genannter Prominenz läuft das über mich. Sind die Konditionen einmal festgelegt, lasse ich das Rösslein springen. Dann schaut das Personal zu den Gästen.

Durch meine Wenigkeit ist das Hotel Bern zum Sportler-Hotel geworden. Das hat vor 16 Jahren mit der Fussballnationalmannschaft angefangen. Ich hatte enge Kontakte zum damaligen Trainer Uli Stielike. Vor dem EM-Qualifikationsspiel im Wankdorf suchte er ein Hotel für die Mannschaft in der Stadt. Noch heute übernachten die Spieler der Nati bei uns, wenn die Mannschaft in Bern ist. Auch unser Küchenchef ist in diese Kreise gerutscht. Emil Bolli wurde zum Mannschaftskoch der Fussball-Nati. Er war mit dem Team jetzt auch an der WM in Deutschland.

Auch mit den Mannschaften von YB und SCB haben wir spezielle Übernachtungskonditionen vereinbart. Das Grösste für mich: Ich schaue mir fast jedes Heimspiel des SCB und von YB an. Die Zeit dafür nehme ich mir, und im Hotel wissen sie Bescheid, dass ich in dieser Zeit nicht erreichbar bin. Als Sportler-Hotel zu gelten, hat auch seine Nachteile. Viele Vereine kamen auf uns zu und wollten spezielle Konditionen aushandeln. Dem muss man einen Riegel schieben.

Die Eigentümerschaft des Hotel Bern hat für uns auch so ihre Tücken. Das Hotel ist als Volkshaus AG organisiert, und Hauptaktionärin ist die Gewerkschaft Unia. Einige bürgerlich denkende Menschen kommen explizit nicht zu uns. Das ist eine Schwierigkeit für uns, und ich finde das unfair. Ich selber gehöre keiner Partei an.

Das Treuhandbüro Zivag erledigt für uns die Buchhaltung, aber ich trage natürlich die Verantwortung. Wir treffen uns je nach Bedürfnis. Im Jahr habe ich vier Sitzungen mit dem siebenköpfigen Verwaltungsrat. Alle zwei bis drei Wochen treffe ich mich mit unserem Verwaltungsratspräsidenten Werner Funk.

Als ich vor zehn Jahren noch keine Familie hatte, habe ich in der Wohnung, wo jetzt Frau Calmy-Rey wohnt, übernachtet. Damals hatte ich Mühe, vom Arbeitsalltag abzuschalten. Jetzt ist das anders. Wenn ich nach Hause nach Wohlen fahre, denke ich nicht mehr an meinen Job. Arbeit und Freizeit lassen sich gut trennen. Jetzt passiert es sehr selten, dass ich am Abend noch bis 10 oder 11 Uhr im Hotel bin. Ich brauche keine Ferien. Da ich abends schon um 4 Uhr oder 5 Uhr wieder nach Hause gehe, habe ich den nötigen Ausgleich zum Beruf. Sonntag ist ein heiliger Tag. Da gehe ich nur ein bis drei Stunden arbeiten. Dann verbringe ich die Zeit mit meinen beiden Söhnen und meiner Frau. Auch samstags bin ich kurz im Hotel: Ich komme gegen 8 und gehe dann um 2 oder 3 Uhr nach Hause.

Hotelier sein war immer ein Traumberuf für mich. Es stinkt mir nie, zur Arbeit zu gehen. Ich habe über den Beruf ein wunderbares Hobby. Andere machen aus dem Hobby ihren Beruf. Auch im nächsten Leben würde ich wieder das Gastgewerbe als Einstieg wählen. Ich habe zuerst in Winterthur Koch gelernt, dann die Hotelfachschule in Lausanne besucht. Nun bin ich seit 20 Jahren und 3 Monaten Direktor vom Hotel Bern. Zuvor war ich 5 Jahre lang Direktor im Hotel Spinne in Grindelwald. Im Jahr 2014 wird das Hotel Bern 100 Jahre alt und ich 65. Wenn ich bis dann noch als Direktor arbeiten könnte, wäre das grossartig.»

www.espace.ch Nicole Tesar 01.08.2006

1.8.06

Openair-Konzert auf dem Berner Bundesplatz

Mit einem Openair-Konzert auf dem Berner Bundesplatz haben Schweizer Musiker die Kampagne gegen das revidierte Asyl- und das neue Ausländergesetz unterstützt. Zum Staraufgebot gehörten Rapper Gimma, DJ Tatana, Adrian Stern, Bligg und die Amashie Multi Kulti Band.

Auch prominente Rednerinnen und Redner sprachen sich während des Konzerts vom Montagabend gegen die Ausgrenzung von Flüchtlingen, Asylsuchenden und Migrantinnen und Migranten aus. So unterstrich Ellen Ringier, dass die Grundwerte auch für Fremde gelten, wie die Organisatoren in einem Communiqué schreiben.

Für eine «respektvolle, tolerante und offene Schweiz»

Gilles Tschudi, besser bekannt als Michael Frick aus Lüthi und Blanc, fordert das Publikum auf, das im nahen Bundeshaus entstandene Gesetz an der Urne abzulehnen. Für SP-Fraktionschefin Ursula Wyss widerspricht das Asylgesetz der humanitären Tradition der Schweiz.

Mit dem Konzert am Vorabend des 1. Augusts wollten die Veranstalter, die Schweizerische Flüchtlingshilfe im Zusammenarbeit mit der SP Schweiz, ein Zeichen für eine «respektvolle, tolerante und offene Schweiz» setzen.

Das Schweizer Stimmvolk entscheidet am 24. September über die Vorlagen. Für die Gegner ist das revidierte Asylgesetz unmenschlich und löst bestehende Probleme nicht. Vielmehr bringe es Menschen in Not, die dringend Hilfe bräuchten. Auf dem Spiel stehe nicht zuletzt die humanitäre Tradition der Schweiz, machen sie geltend

www.baz.ch 01.08.2006

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