g26.ch

30.4.06

Teilnahmerekord am GP von Bern

25'234 Läuferinnen und Läufer haben sich für den Grand-Prix von Bern angemeldet, so viele wie noch nie zuvor bei einem Laufanlass. Der Grand-Prix von Bern etabliert sich damit als grösster Volkssportanlass der Schweiz.

Der 13. Mai 2006 wird in die GP-Geschichte eingehen. Bei der 25. Ausgabe der des GPs werden so viele Sportlerinnen und Sportler durch die Gassen von Bern laufen, wie nie zuvor an einem Laufanlass der Schweiz. Für den diesjährigen Grand-Prix haben sich 25´234 (+ 16%) Leute angemeldet - 3´500 mehr als im Vorjahr. Damit wird der Grand-Prix von Bern definitiv zum grössten Volkssportereignis der Schweiz, vor der Esclade in Genf mit 23´420 und dem Zürcher Silvesterlauf mit 15´421 Teilnehmenden.

www.gpbern.ch Grand-Prix von Bern am 13. Mai 2006

29.4.06

Loeb baut um

Jetzt wird es konkret: Loeb baut das Flaggschiff in Bern um. Geplant ist unter anderem ein neues «Loeb Egge Café».

Ab Juli wird Loeb das Hauptgebäude in Bern umbauen: In einer ersten Phase wird der Haupteingang Richtung Bubenbergplatz in die Mitte verlegt; das weite Vordach bleibt dabei erhalten. Entstehen soll ein «Loeb Egge Café».

Ab Januar 2007 bis Ende Oktober 2007 beginnt dann der Innenumbau, ab 2008 die Neugestaltung des Lebensmittelbereiches.
Ziel von Loeb ist es, wie es gestern hiess, ein «Erlebniswarenhaus» zu erschaffen, in dem das Einkaufserlebnis im Vordergrund steht. Ähnlich wie das Wankdorf Center oder Westside will Loeb «in verdichteter Form eine ebensolche Erlebniswelt werden», so Heinz Baum, Leiter der Loeb AG. Baum sieht für den Gesamtumsatz nach dem Umbau – einbezogen sind dabei auch die Mieter – ein Steigerungspotenzial von 30 Prozent.

www.bernerzeitung.ch 26.04.2006

28.4.06

Burger King in Bern

Seit ich hier im Februar verkündet habe, dass Burger King in Bern eine Filiale eröffnen wird, gelangen gemäss meiner Web-Statistik viele Burger-Liebhaber via Google auf meine Website. Kein Wunder, denn die Homepage von Burger King Schweiz informiert seine Besucher nur über bereits bestehende Restaurants. Wann aber sind die Umbauarbeiten in der Neuengasse endlich abgeschlossen? Ich hab mal bei Burger King nachgefragt und auch eine Antwort gekriegt: Burger King Bern brutzelt am 15. Juni 2006 seine ersten Whoppers, falls die Bauarbeiten ohne Verzögerungen zu Ende gebracht werden können!

www.kobi.ch

27.4.06

Internationaler Friedensgarten 2007 in Bern

Die Stadt Bern wird 2007 den internationalen Friedensgarten anpflanzen. Er wird jährlich von Stadt zu Stadt weitergegeben. Im laufenden Jahr blühen die 4000 Tulpen des Friedensgartens in der irischen Hauptstadt Dublin.

Die Dubliner Stadtpräsidentin Catherine Byrne nominierte Bern als Nachfolgestadt. Die offizielle Ernennung erfolgte im Rahmen einer Feier in Dublin. Die Stadt Bern wurde vom Schweizer Botschafter in Dublin, Josef Doswald, vertreten.

Wo die 4000 Tulpenzwiebeln in der Stadt Bern gepflanzt werden, ist derzeit noch offen, wie die städtische Informationsstelle mitteilte.

Der internationale Friedensgarten wird von der 1992 gegründeten «International Peace Garden Foundation» getragen. Die gemeinnützige Organisation hat sich die Förderung globaler Freundschaft und internationaler Toleranz zur Aufgabe gemacht. Dies geschieht durch die Weitergabe des Friedensgartens von Stadt zu Stadt sowie durch kulturelle Austauschprogramme.

www.sda.ch 26.04.2006

26.4.06

Tschernobyl – Erinnerung an eine Katastrophe

Heute vor 20 Jahren ereignete sich im sowjetischen Atomkraftwerk Tschernobyl die bisher schwerste nukleare Katastrophe.

Die bei der Reaktorexplosion von Tschernobyl am 26. April 1986 freigesetzte radioaktive Wolke verstrahlte weite Teile Europas, insbesondere die Ukraine, Russland und Weissrussland. Der Super-GAU verseuchte rund 150'000 Quadratkilometer und forderte Tausende, wenn nicht Zehntausende Menschenleben. Während in den betroffenen Gebieten heute zahlreiche Gedenkveranstaltungen stattfinden sollen, legten gestern anlässlich des bevorstehenden Jahrestags Atomkraft-Gegner wie -Befürworter in der Schweiz ihre Sichtweisen dar.

sda 26.04.2006

25.4.06

Camerata Bern entdeckt die russische Seele

Im Kleinen Saal des Konzerthauses war vierzehnköpfig die Camerata Bern unter der Leitung von Kolja Blacher zu Gast, der natürlich die erste Geige spielte - und zwar in jeder Beziehung.

Vivaldis viril daherstürmendes Violinkonzert «La tempesta di mare» machte den aufrüttelnden Beginn. Später schloss Blacher Bachs a-Moll-Violinkonzert BWV 1041 an. Vor allem auf liess er im glänzend ausgetüftelten Programm Schostakowitsch mit seiner Kammersinfonie c-Moll op. 110 a auf Alfred Schnittkes grossartig tiefsinniges Streichtrio (in der Fassung für Streichorchester) stossen: überwältigendes Zeugnis einer Seelenverwandtschaft der beiden Russen, die erst allmählich deutlich zu werden beginnt.

Schnittkes Ernst, die Würde seiner Musik, ihre Lebenssattheit, ihr Überdruss am ihr aus kulturpolitischen Gründen ewig aufgezwungenen Versteckspiel, treten ergreifend zutage. Immer erneut setzt es verzweiflungsvolle Einbrüche in den melodischen Fluss, hilflose Grimmigkeiten, die sich geradezu atemberaubend übereinander schichten. In seiner vollen Tiefgründigkeit wird Schnittke wohl erst noch zu entdecken sein. Die Camerata Bern unter Blacher hat dazu jedenfalls nachhaltig und bewunderungswert beigetragen.

morgenpost.berlin.de 25.04.2006 Gtl.
www.cameratabern.ch

24.4.06

Berner Wanderwege

Die Finanzierung der Wanderweg-Markierung im Kanton Bern ist neu geregelt. Der Verein Berner Wanderwege nimmt die Aufgabe künftig im Auftrag und gegen Entschädigung des Kantons wahr.

Vereinspräsident Walter Dietrich habe am Samstag an der Delegiertenversammlung in Moutier über den erfolgreichen Abschluss der Gespräche mit der Berner Regierung berichten können, teilte der Verein mit.

Die Gespräche waren notwendig geworden, weil der Kanton die Betriebsbeiträge aus dem Lotteriefonds an die Wanderweg-Markierung per Ende 2006 einstellt. Für den Verein zeichnete sich bei einer seiner Hauptaufgaben ein erheblicher Fehlbetrag ab.

Der an der Versammlung anwesende Berner Regierungspräsident Mario Annoni drückte seine Zufriedenheit mit der neuen Regelung aus. Er vertrat gemäss Medienmitteilung die Auffassung, dass das Wanderroutennetz im Kanton Bern eine wichtige Infrastrukturanlage für den Tourismus, die Naherholung und die Volksgesundheit sei.

sda 23.04.06

23.4.06

Schweizer Tanz- und Choreographiepreis

Der Genfer Frédéric Gafner alias Foofwa d´Immobilité erhält den diesjährigen Schweizer Tanz- und Choreographiepreis.

Die mit 30´000 Franken dotierte Auszeichnung wird am 7. Juni an der Eröffnungsgala zu den 19. Berner Tanztagen feierlich übergeben. Mit Foofwa d´Immobilité werde eine herausragende Persönlichkeit der Schweizer Tanzszene ausgezeichnet, heisst es in der Jurybegründung. Seine Arbeit zeichne sich durch Spielfreude, Humor, Selbstironie, Professionalität und Sicherheit im Umgang mit den theatralen Mitteln aus.

Untersuchung des Körpergefühls

Die Jury lobte insbesondere sein Solo «Benjamin de Bouillis», in dem er in Zusammenarbeit mit einem Neurologen das Thema des pathologisch gestörten Körpergefühls mit tänzerischen Mitteln untersuchte.

Foofwa d´Imobilité wurde 1969 als Sohn der Tänzerin Beatriz Consuelo und des Tänzers und Fotografen Claude Gafner geboren. Nach einer Karriere als klassischer Tänzer, trat er 1991 der Merce Cunningham Dance Company in New York bei. 1995 erhielt er den renommierten New York Dance and Performance Award (Bessie).

Zurück in Genf

Drei Jahre später verliess er die Compagnie, um seine eigene choreografische Arbeit zu verfolgen. Er gründete Neopostist Ahrrrt und choreografierte vier Solos, die er in New York und Europa zeigte. Es folgten 15 weitere Stücke mit Künstlern wie dem Tänzer und Choreografen Thomas Lebrun, dem bildenden Künstler Nicolas Rieben, dem Musiker Fast Forward oder dem Autor und Videokünstler Alan Sondheim. Foofwa d´Imobilité lebt seit 2002 wieder in Genf.

www.nachrichten.ch 22.04.2006

22.4.06

«Berns mächtige Zeit» im Kunstmuseum Bern

Zum dritten Band «Berns mächtige Zeit» in der Publikationsreihe «Berner Zeiten» zeigt das Kunstmuseum Bern eine kleine Ausstellung mit Kunst aus dem 16. und 17. Jahrhundert.

Zu sehen sind etwa Werke der Berner Künstler Josef Werner, Wilhelm Stettler, Johannes Dünz und Albrecht Kauw. Damit soll laut Medienmitteilung des Kunstmuseums gezeigt werden, «wie Künstler mit Porträts, Allegorien, Veduten und Stillleben die Wünsche der Berner Auftraggeberschaft erfüllt haben».

Die nach Themenbereichen gegliederte Werkauswahl stammt grösstenteils aus den Beständen des Kunstmuseums, wird aber durch Leihgaben aus dem Historischen Museum, dem Staatsarchiv, der Burgerbibliothek, der Stadt- und Universitätsbibliothek sowie aus Privatbesitz gezielt ergänzt.

www.espace.ch 21.04.06

21.4.06

Vogel des Jahres 2006: Eisvogel

Der Eisvogel, Vogel des Jahres 2006 des Schweizer Vogelschutzes SVS/BirdLife Schweiz, ist ein wahres Juwel unter unseren einheimischen Vogelarten. Dank seiner hübschen Erscheinung und seiner faszinierenden Lebensweise ist er so populär und beliebt wie kaum eine andere Vogelart – und doch ist sein Bestand in der Schweiz bedroht. Der SVS setzt sich im Rahmen seiner Kampagne Biodiversität für den Erhalt seiner Lebensräume und die Neuschaffung von Nistgelegenheiten ein.

www.birdlife.ch

20.4.06

Schwul ist nicht mehr cool

Lesbische Schauspielerinnen, schwule Politiker: Was früher provozierte, ist heute akzeptiert. Die homosexuelle Subkultur gehört zum Hetero-Alltag und ist reif fürs Museum geworden.

Die Schwester putzt sich fürs nächste Abenteuer heraus. Selbst wenn es nur das kleine Vergnügen ist, einen Balisto-Riegel zu knabbern – mit viel getreidehaltigem Ballaststoff für den Stoffwechsel. Konventionelle Werbung pur.

«Gay Chic – von der Subkultur zum Mainstream» heisst eine Ausstellung im Zürcher Museum für Gestaltung. Der schwule Auftritt ist Alltag und hat den Reiz des Exotischen längst verloren. Was einst als Avantgarde galt, ist heute museumsreif. «Früher hätten sich höchstens Schwule in einem Beau mit Schminke erkannt», sagt Cynthia Gavranic, Kuratorin der Ausstellung. «Heute ist das die Mehrheit der Männer.» Homosexualität als innovativer Trend ist passé.

Werbung, Mode, Design - Gay ist allerorts. Modeberater Clifford Lilley etwa freut sich über den Wandel von der Diskriminierung zur breiten Akzeptanz. «Noch vor ein paar Jahren hätte ich das nicht zu denken gewagt.» Schwulsein ist solchermassen mehrheitsfähig geworden, dass es eine Laufbahn fördert oder zumindest nicht behindert. Von Nationalratspräsident Claude Janiak über den frisch gewählten Berner Regierungsrat Bernhard Pulver bis zum Arboner Gemeindeammann Martin Klöti machen schwule Politiker Karriere. Sie sind nicht Trendsetter, weder in der Politik noch im Auftreten. Sie sind Normalos der Biederkeit wie die meisten ihrer Kaste.

Und damit alles andere als provozierend – zum Entsetzen der Hardcore- Schwulen. «Der assimilierte schwule Mittelstand träumt von einer allgemeinen Akzeptanz seiner Lebensweise», konstatiert der Regisseur Bruce La Bruce, der den Anspruch erhebt, in seinen Filmen Kunst und Pornografie zu vereinen.

Die Ausstellung in Museum für Gestaltung dokumentiert, wie die Subkultur der Schwulen und Lesben zum Hetero-Alltag gehört. «Heute herrscht die Freiheit, die eigene Identität zu wählen, man kann jede Rolle spielen», sagt Kuratorin Cynthia Gavranic. In einem Einführungstext wird «Gay Chic als Trend der heterosexuellen Kultur» gepriesen. Diese Stilwelt wird mit der «postmodernen Lust am Spiel mit Rollenbildern erklärt».

Uniformierte Schwule

Eine These, die zwar nahe liegt, aber deshalb nicht wahr sein muss. Der Fernsehtalker Kurt Aeschbacher hält die Schwulen nicht für die Treiber innovativer Trends, «sondern im besten Fall für die schnellsten, eklektischen Imitierer». Da kaum eine «andere Gruppe unserer Gesellschaft sich so sehr uniformiert, breiten sich diese Trends unter Schwulen als Imitat am schnellsten aus». Dadurch entstehe die irrige Meinung, «schwule Gruppen hätten den so genannten Schick erschaffen».

Selbstbewusste Schwule langweilt das omnipräsente Gay Label im besten Fall, oder sie lehnen es ab. Sie wenden sich gegen die zur Schau getragene Homosexualität der einstigen Kämpfer für die schwule Akzeptanz. «Die neue Generation polemisiert gegen die Integration in die Mainstream- Kultur, in die etablierte Politik und den Konsum», schreibt die amerikanische «Gay & Lesbian Review».

Noch hat sich dieses neue Selbstbewusstsein nicht überall durchgesetzt, wie Lifestyle-Berater Clifford Lilley bemerkt. «Ein eigenständiger Code der Schwulen ist kaum erkennbar.» Heute riskiere einer ein blaues Auge, wenn er einen Mann anmache, den er für schwul hält, «weil der bestimmt ein Hetero ist». Und einem Stil nachhängt, der seine sexuelle Präferenz verwischt. Die Angleichung zwischen schwul und hetero nimmt im Einzelfall groteske Formen an, beobachtet Lilley. Heteros wie Schwule fühlten sich gezwungen, möglichst weiblich zu erscheinen. «Die entwickeln sogar Essstörungen.»

Im Gegensatz zu den Schwulen setzte die Lesbenbewegung weniger auf den Mainstream. Aber auch sie hat das Flair des Exotischen verloren. «Vor Jahren musste ich mich mit einem Kurzhaarschnitt und der Hosenmode vom traditionellen Frauenbild abheben», erinnert sich Brigitte Röösli von der Lesben-Organisation Schweiz. Heute sei die Angleichung perfekt. «Aber wahrscheinlich kommt die Zeit, wo wir uns wieder distanzieren müssen », sagt Röösli. Und auf die eigene Identität setzen, wie «The Gay & Lesbian Review » postuliert: «Gay ist längst nicht mehr eine Identität, in der wir uns wohl fühlen. Die lesbische und schwule Identität hat sich im Konsum aufgelöst.»

Was früher provozierte, ist heute akzeptiert, selbst gegen den Willen der Kreativen. Das Londoner Künstlpaar Gilbert & George arbeitet seit Jahrzehnten an ihrer schwulen Gegenwelt; zuletzt mit der Parodie sakraler Bilder an der Biennale Venedig. Gilbert & George verstehen ihre Kunst noch immer als politische Opposition zu den Machtstrukturen, besonders den religiösen.So postulieren sie eine «lesbische, schwar-ze Päpstin». Eine Forderung, die höchstens noch traditionelle Katholiken irritiert.

Nicht weniger als 24 begleitende Veranstaltungen und Führungen sind an der Zürcher Ausstellung geplant. Deren Titel sind zum Teil verräterisch: So wird in einem Workshop die Behauptung diskutiert «Schwul macht cool». Diese Aussage wäre vor vierzig Jahren eine Kontroverse wert gewesen. Im 21. Jahrhundert erscheint sie harmlos. Es sei denn, selbstbewusste Schwule nützen die Gelegenheit, um das Gegenteil zu behaupten.

«Gay Chic – von der Subkultur zum Mainstream»,
Museum für Gestaltung,
Zürich, 26. April bis 16. Juli.

www.facts.ch Rolf Hürzeler 20.04.2006
www.museum-gestaltung.ch
GayCH

19.4.06

Bern Elfenau - Alte Blumensorten mit klingenden Namen

In der Berner Stadtgärtnerei in der Elfenau erblühen in diesen Wochen alte Blumensorten mit klingenden Namen. Für Frühlingsgefühle sorgen Tausendschönchen, Gelbveigelein oder Stiefmütterchen.

Die Stiftung Pro Specie Rara betreibt auf dem Gelände der Stadtgärtnerei einen Garten mit alten Pflanzensorten. Diese gehörten zum lebendigen Kulturgut des Landes, heisst es in einer Mitteilung der Stiftung vom Dienstag.

Besonderes Augenmerk gilt den Stiefmütterchen der traditionsreichen Züchterfamilie Roggli. In Bern heissen die farbenfrohen Blumen vornehm «Pensée», im Kanton Zürich dagegen «Dänkeli». Gezüchtet wurden und werden die Roggli-Pensées am Thunersee.

Ihre Namen erhielten die Züchtungen von den nahegelegenen Berner Bergen. So blühten in vielen Gärten etwa Eiger, Mönch und Jungfrau oder Niesen. Diese Sorten werden nach wie vor gehandelt, drohen aber von moderneren Sorten verdrängt zu werden, wie es in der Mitteilung weiter heisst.

Die Stiftung pro Spezie Rara setzt sich für die kulturhistorische und genetische Vielfalt von Pflanzen und Tieren ein.

www.espace.ch 18.04.2006

18.4.06

Bern - 200'000 Besucher in der Einstein-Ausstellung

Am Ostersamstag konnte das Historische Museum Bern den 200'000. Eintritt in die Einstein-Ausstellung verbuchen. Damit zählt die Einstein-Schau zu den erfolgreichsten je in der Schweiz produzierten kultur- historischen Ausstellungen.

Das Museum hatte in der regulären Laufzeit bis Ostermontag mit «nur» 150 000 Eintritten gerechnet, wie das Historische Museum Bern am Samstag mitteilte. Seit Ostersamstag ist auch der Erlebnispark Physik, der Publikumsmagnet vom vergangenen Jahr, wieder offen. Hier bieten Erfindungen und Entdeckungen von der Steinzeit bis zu Einsteins Wunderjahr 1905 Bildungsver-gnügen für die ganze Familie - alles zum Anfassen und Ausprobieren.

www.g26.ch Albert Einstein 1879-1955

17.4.06

Cupfinal in Bern

Bereit für die Party - Bern im Cupfinalfieber: Am Ostermontag ist mit hohem Fan, Verkehrs- und Alkoholaufkommen zu rechnen.

Ein wahrer YB-Fan macht sich am Cupfinaltag nicht erst um fünf vor Anpfiff auf den Weg zu seinem nummerierten Sitz. Stattdessen trifft er sich bereits mittags auf dem Kornhausplatz mit seinesgleichen zur Pilgerreise: Um 12 Uhr marschieren die YB-Fans Richtung Wankdorf los. Wer die Spielstätte nicht zu Fuss anpeilen mag, dem sei der öffentliche Verkehr ans Herz gelegt: Weil die Aufbauarbeiten der BEA weit fortgeschritten sind, stehen nur sehr wenige Parkplätze zur Verfügung. Auch in den Quartierstrassen ist das Parkieren nicht möglich, wie die Stadtpolizei mitteilt: Sie werden mit einem Fahrverbot belegt.

Ob Fan nun zu Fuss, per Tram und Bus oder mit dem Auto kommt: Weil das Stadion ausverkauft ist und rigorose Eintrittskontrollen angekündigt wurden, empfiehlt sich eine frühzeitige Anreise. Ebenfalls ratsam scheint dezentes Benehmen: Die Polizei droht, all jenen Personen den Zutritt zum Stadion zu verweigern, die «keine Gewähr bieten, sich anständig zu verhalten». Auch in der Innenstadt ist mit Schikanen zu rechnen: Die Grossleinwand-Übertragung des Cupfinals auf dem Bundesplatz beeinträchtigt den Verkehr. Die Achsen Bundesgasse-Bundesplatz-Kochergasse sowie Amthausgasse-Bundesplatz-Schauplatzgasse sind von Montag, 6 Uhr, bis Dienstagmorgen, 3 Uhr, für jeglichen Verkehr gesperrt. Die Busse von Bernmobil fahren ab 11.30 Uhr nicht mehr über den Bundesplatz.

Bei einem YB-Sieg ist in der Berner Innenstadt Freinacht angesagt.

16.4.06

Ostern

Fest der Auferstehung Christi, das älteste christliche Fest; seit dem 2. Jahrhundert als jährlich wiederkehrendes Fest bezeugt. Das Gedächtnis an das Leiden Christi vollzog sich in «Trauerfeiern», sie wurden in der Karwoche, der Woche vor Ostern, abgehalten. Ostern ist Höhepunkt des 'Osterfestkreises', der bis Pfingsten reicht. Es wird heute allgemein am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond gefeiert. Das österliche Brauchtum geht z. T. auf vorchristliche Bräuche zurück.

Ostereier

Der Brauch, zum Osterfest Ostereier zu färben, zu verstecken, zu suchen und zu essen ist bei uns sehr verbreitet. Das Ei ist ein Symbol des Lebens, der Fruchtbarkeit und der Lebenserneuerung. So wurden der Frühlingsgöttin Ostara Eieropfer gebracht. Später verloren die Eier die Bedeutung als Opfer, sie wurden vielmehr ein Zeichen der Freundschaft. Die Kelten und Germanen sahen im Ei ein Bild für die Natur, die aus dem Winterschlaf erwacht. Für die Christen ist das Ei ein Sinnbild für die Auferstehung. Die harte Schale des Eis steht für das Grab, aus dem etwas Lebendiges hervorgeht. Der Verzehr von Eiern zu Ostern sollte nicht nur der Manneskraft zuträglich sein, es sollte allgemein der Gesundheit dienen, wenn man Ostern Eier ass.

Während der Fastenzeit war das Essen von Eiern verboten. So wurden vierzig Tage lang keine Eier verbraucht. Um sie länger haltbar zu machen, kochte man die Eier. Man sagt, dass man Pflanzenteile zum Färben der Eier mit in das Kochwasser tat. So konnte man später besser unterscheiden, welche Eier schon gekocht waren. Bis Ostern hatten sich so viele Eier angesammelt, die dann verzehrt werden mussten.

Für Deutschland ist der Brauch des Eierfärbens seit dem 13. Jahrhundert belegt. Vorzugsweise am Ostersamstag wurden Eier verziert und geschmückt, um dann mit anderen Lebensmitteln in dekorierten Körben zu Ostern in der Kirche geweiht zu werden.

Die rote Farbe hat in vielen Ländern für die Eier eine besondere Bedeutung, weil sie an die rote Sonne erinnert und weil Rot die Farbe des Lebens und des Gewittergottes Donar ist. Andere bevorzugten das Rot als Erinnerung an den Tod Christi am Kreuz. Bei den Motiven, mit denen die Eier verziert wurden, bevorzugte man Engel sowie das Christkind oder das Lamm mit der Friedensfahne.

Die Techniken, die man bei der künstlerischen Gestaltung der Ostereier verwendet, sind ganz unterschiedlich. Heute haben künstliche Farben, in die die Eier getaucht werden, die pflanzlichen Eierfarben verdrängt. Früher färbte man Rot mit Rote-Bete-Saft (Randen), Braun mit Zwiebelschalen oder Tee, Grün mit Efeu und Brennnesseln und gelb mit Kümmel oder Safran. Mit Metallfedern und Salzsäure ritzt man Muster in die Eier und mit Wachs kann man die Muster auf dem Ei abdecken, die dann nicht mit gefärbt werden und weiss bleiben. Andere bunte Eier werden mit Blumen, Ranken, Rosetten, Herzen und Mustern bemalt und mit Wünschen und Sprüchen beschrieben.

Derart verzierte ausgeblasene Eier hängen mit bunten Bändern an den Osterzweigen, die das frische Grün des Frühlings tragen. Oft werden speziell zu Ostern kleine Osterbäume hergestellt. Ein Längsstab mit drei Querstreben wird mit reichlich Grün, meist Buchsbaum, umwickelt. An den Querstreben können dann viele geschmückte Ostereier an bunten Bändern aufgehängt werden.

Am Ostersonntag werden die bunten Eier, die der Osterhase versteckt hat, bei einem Spaziergang, im Garten und - bei schlechtem Wetter - auch im Haus von den Kindern gesucht.

Mit den gefundenen Eiern können verschiedene Spiele gemacht werden. Beim Eierticken werden zwei hart gekochte Eier mit den Spitzen aneinander «getickt». Das Ei, dessen Schale zerbricht, hat verloren. Das Eierrollen kann an einem Hügel oder einer anderen Schrägen gespielt werden. Die Mitspieler lassen ein Ei einen Hang herunter rollen. Das Ei, das am weitesten rollt, hat gewonnen, der Spieler darf die anderen Eier einsammeln.

Beim Suchen oder Finden der Eier blieb die Farbe nicht bedeutungslos. Wenn man zuerst ein blaues Ei fand, sollte das Unglück bringen, ein rotes Ei dagegen brachte drei Tage Glück.

Osterfeuer und Osterräder

In der Nacht von Ostersamstag auf Ostersonntag oder in der darauf folgenden Nacht werden vielerorts Osterfeuer angezündet. Das Abbrennen des Osterfeuers ist ein alter Brauch. Über den Winter werden Zweige und Holz gesammelt und aufeinander geschichtet. Ostern trifft man sich dann bei Anbruch der Dunkelheit um das Osterfeuer zu entzünden. Diesen Brauch kannten schon die Germanen. Das Feuer sollte den Winter, aber auch Dämonen und Geister vertreiben. Darum wurden häufig Strohpuppen in der Mitte des Holzhaufens aufgestellt und mit verbrannt. Der Schein des Osterfeuers sollte den Menschen, die ihn sahen, Glück bringen. Die Häuser, auf die der Schein fiel, sollten sicher sein vor Brandgefahr und die Menschen, die in den Häusern wohnten, sollten vor Krankheit geschützt sein. Um den Schein möglichst weit reichen zu lassen, wurden die Osterfeuer meist auf Hügeln aufgeschichtet.

Bis heute wird der Brauch, am Ostersonntag Feuerräder einen Berg herunter rollen zu lassen, gepflegt. Die Sonne hat eine besondere Bedeutung bei den alten Bräuchen. Die brennenden Räder sind ein Bild der Sonne und des ewigen Lebens. Am Karsamstag werden Wagenräder und Eisenreifen mit Stroh umwickelt. Am Ostersonntag geht man dann mit den Rädern auf einen Berg. Hier wartet ein aufgeschichteter Reisighaufen, der nun angezündet wird. Wenn das Feuer herunter gebrannt ist, werden an der Glut die Feuerräder entzündet. Danach lässt man sie ins Tal rollen.

Osterfrühstück

Zum Osterfrühstück wurden früher die geweihten Eier und sonstigen Speisen gegessen. Auch heute ist das bunte Osterei ein ganz wichtiger Bestandteil des Osterfrühstücks. Darüber hinaus findet sich auf dem Frühstückstisch oft ein frisch gebackener Hefezopf oder ein anderes frisches Osterbrot.

Osterhase

Bis zum 16. Jahrhundert wurden im Volksglauben die Ostereier von ganz unterschiedlichen Tieren gebracht. In einigen Regionen kam der Fuchs, in anderen der Hahn, der Storch oder der Kuckuck, aber auch der Kranich oder Auerhahn zu Ostern mit seinen Gaben. Spätestens ab dem 18. Jahrhundert ist nur noch der Hase als Frühlingsbote und Ostersymbol bekannt. Der Hase ist das Tier der Liebesgöttin Aphrodite sowie der germanischen Erdgöttin Holda. Er ist aber nicht nur Götterbote, er ist auch ein altes Zeichen für das Leben und für die Fruchtbarkeit, da Hasen im Frühjahr sehr vielen Jungen das Leben schenken. Wenn die Menschen früher die Hasenmütter mit ihren Jungen sahen, wussten sie, dass der Winter vorüber war und die Natur zu neuem Leben erwachte. Im Laufe der Zeit kamen der Osterhase und die Eier zusammen. Heute bringt er in seiner Kiepe die bunt bemalten Eier und Schleckereien.

Es gibt auch Vermutungen, der Osterhase sei eher aus Versehen der Osterbote geworden. Der Versuch der Bäcker, ein Osterlamm aus Teig zu backen, habe letztlich eher wie ein Osterhase ausgesehen. Das sich dieses missglückte Ergebnis jedoch als Vorstellung durchgesetzt habven soll, ist wenig wahrscheinlich.

Osterspaziergang

Auch der Osterspaziergang ist ein alter Brauch. Beim Osterspaziergang wurde nach der langen Winterzeit der Frühling und die sich erneuernde Natur begrüsst und aufs Beste genossen. Man machte sich schön für den Frühling, indem man neue Kleider trug.

Osterwasser

Dem Osterwasser kommt eine besondere, heilende oder Glück bringende Bedeutung zu, es galt als Symbol des Lebens, es hielt jung und schön. Einst haben sich junge Frauen im fliessenden Osterwasser gewaschen, sie holten schon früh am Ostersonntag Wasser aus der Quelle, weil dieses Osterwasser die Fruchtbarkeit förderte, wenn es schweigend nach Hause gebracht wurde. Selbst dem Ostertau, der mit grossen Laken aufgefangen wurde, kam diese wunderbare Bedeutung zu. Weil das Wasser so wertvoll war, wurden häufig die Quellen und Brunnen mit Grün und Blumen geschmückt.

www.wissen.de

15.4.06

StUB wird in Uni Bern integriert

Per 1. Januar 2007 soll in Bern ein einheitliches Bibliothekssystem geschaffen werden. Dafür wird die Stadt- und Universitätsbibliothek (StUB Bern) in die Uni Bern integriert. Das gemeinsame System wird die ehemalige StUB, alle Fakultäts- Fachbereichs- und Institutsbibliotheken der Universität umfassen.

Das Ziel dieser Integration sei es, näher an den verschiedenen Institutsbibliotheken zu sein, Synergien besser zu nützen und Doppelspurigkeiten zu vermeiden, sagte der Direktionsadjunkt der Stadt- und Universitätsbibliothek Bern Christian Lüthi auf Anfrage von espace.ch. «Für die Kundschaft ändert sich jedoch nichts», sagte Christian Lüthi weiter. Die StUB wird auch weiterhin eine öffentliche Kantonsbibliothek sein und der Standort an der Münstergasse soll beibehalten werden.

Der Integrationsprozess laufe schon seit einiger Zeit und habe nichts mit Sparmassnahmen zu tun führte Lüthi weiter aus. Im Gegenteil, der Service der Bibliotheken soll ausgebaut und optimiert werden.

Die Lösung sei im Konsens mit allen Parteien, also dem Kanton und der Stadt Bern, der Burgergemeinde, der Universität und der Stiftung StUB, gefunden worden. Finanziert wird die StUB jetzt und in Zukunft zu 80 Prozent mit Kantonsmitteln und zu 10 Prozent durch die Burgergemeinde. Die Stadt hat ihren Beitrag auf 120'000 Franken reduziert, was weniger als einem Prozent der Kosten entspricht.

www.espace.ch Tanja Kammermann 13.04.2006

14.4.06

Helmut Hubacher - SP-Doyen wird 80 Jahre alt

Helmut Hubacher, Doyen der Schweizer Sozialdemokratie, wird am 15. April 80 Jahre alt. Er blickt auf eine politische Laufbahn von rund einem halben Jahrhundert zurück, war 34 Jahre lang Nationalrat und 15 Jahre lang Präsident der SPS.

Hubacher ist aus dem bernischen Krauchthal gebürtig, seine politische Karriere begann er indes in Basel. Von 1956 bis 1968 gehörte er dem baselstädtischen Grossen Rat an. Später, 1972 und 1976, kandidierte er auch für einen Sitz in der Basler Regierung, blieb aber erfolglos.
1963 zog Hubacher in den Nationalrat ein. Dort machte er sich rasch einen Namen als Armeekritiker und nahm zahlreiche Beschaffungs- und Rüstungsvorlagen unter Beschuss wie jene für den Panzer 68, den Leopard II oder das Kampfflugzeug F/A-18. Dazu verfasste er die Bücher «Schwarzbuch EMD» und «Aktenzeichen EMD».

1975 wurde Hubacher zudem an die Spitze der SP Schweiz gewählt. In seine Zeit als SPS-Präsident fiel die Öffnung der Arbeiterpartei für die Generation der 68er-Bewegung und die Aufnahme neuer Themen wie Atomkraft, Umwelt oder Gleichberechtigung. Begleitet war dies indes auch von Spannungen mit dem rechten Parteiflügel.

Die SPS präsidierte Hubacher bis 1990. Aus dem Nationalrat trat er - inzwischen ältestes Mitglied der grossen Kammer - nach knapp dreieinhalb Jahrzehnten 1997 zurück. Beruflich war er schon 1991 in Pension gegangen, als er nach 19-jähriger Tätigkeit das Sekretariat des Basler Gewerkschaftsbundes (BGB) abgab. Seine Jugend hatte der 1926 geborene Hubacher in Zollikofen bei Bern verbracht.

www.bielertagblatt.ch 14.04.2006

13.4.06

Vatikanischer Barock in Berlin

Der Vatikan beherbergt einen einzigartigen Kunstschatz aus der Zeit des Barock. Und schickt ihn ausnahmsweise einmal auf Reisen. In Berlin eröffnet die Ausstellung «Barock im Vatikan.»

Eigentlich sind die Vatikanischen Sammlungen eine sehr exklusive Angelegenheit, so dass man sich den Weg nach Rom nicht ersparen kann, will man die päpstlichen Kunstschätze besichtigen. Und so ist es etwas Besonders, wenn im Berliner Gropius Bau vom heutigen Dienstag an etwa 300 Kunstwerke zum Thema «Barock im Vatikan – Kunst und Kultur im Rom der Päpste» zu sehen sein werden.
Bei den Kunstwerken handelt es sich um teilweise erstmalig verliehene Exponate aus der «Bibliotheca Apostolica Vaticana», der «Fabbrica di San Pietro» und den Vatikanischen Museen. Leihgaben aus mehreren europäischen Sammlungen ergänzen die Schau, die bis zum 10. Juli zu sehen sein wird.

Im Zentrum der Ausstellung steht die Bau- und Ausstattungsgeschichte des Petersdoms. Am Bau der Kathedrale waren die berühmtesten Künstler dieser Zeit beteiligt: unter ihnen Michelangelo, Bernini, Borromini, Sacchi, Guercino und Reni. So werden Berninis wichtigste Beiträge zum Bau des Doms, der Baldachin, die Cathedra, die Papstgräber und die Platzanlage durch Zeichnungen, Modelle und Skulpturen repräsentiert. Ausserdem sind die ursprünglichen Altarbilder aus St. Peter in Berlin zu sehen, die in Rom später durch Mosaikkopien ersetzt worden sind.

Im päpstlichen Rom des späten 16. und des 17. Jahrhunderts bündeln sich, wie die Ausstellungsmacher betonen, die religiösen, künstlerischen und wissenschaftlichen Strömungen der Epoche wie in einem Brennglas. Die Stadt war, wie es der venezianische Botschafter im Jahr 1623 formulierte, «aufgrund der antiken Überreste und auch wegen der modernen Sehenswürdigkeiten, die man besuchen kann und denen fast die gleiche Beachtung geschenkt wird, eine Art Marktplatz der Welt.»

Eigens für die Ausstellung wurde auch eine CD produziert, die an die Musikkultur des barocken Vatikans erinnert. Zu hören ist darauf unter anderem Giorgio Allegris «Miserere» aus dem Jahr 1638. Es galt als berühmtestes Musikstück der Epoche und durfte ausschliesslich in der päpstlichen Kapelle aufgeführt werden.

www.netzzeitung.de 11.04.2006

12.4.06

Kein Glasdach über Bahnhofplatz Bern

Der Glas-Baldachin über dem Bahnhofplatz in Bern kann nicht wie vorgesehen gebaut werden. Das vom Stimmvolk gutgeheissene Projekt verstösst gegen kantonale Bestimmungen zur Denkmalpflege.

Das bis zu 10 m hohe und rund 80 m lange Glasdach beeinträchtigt laut dem Regierungsstatthalter die geschützten historischen Gebäude am Bahnhofplatz, namentlich die barocke Heiliggeistkirche. Die Baubewilligung könnte deshalb nicht erteilt werden, hiess es weiter.

Die Stadt hat nun die Möglichkeit, entweder den Bahnhofplatz ohne Baldachin zu bauen oder eine denkmalpflegerisch verträgliche Variante zu planen.

news.search.ch 11.04.2006

11.4.06

Grün wird zum Motor der Linken

Berner Wahlen bestätigen landesweiten Trend: Rot-grüner Vormarsch in Parlamenten und Regierungen

Das gab es bisher noch nie: Mit dem rot-grünen Erfolg in Bern stellt die Linke neu gleich in vier Kantonsregierungen die Mehrheit. Sie wächst somit nicht nur in den Legislativen, sondern auch in den Exekutiven. Der Motor dabei sind die Grünen.

Es hätte der Auftakt für eine «bürgerliche Wende» sein sollen, als Ende 2003 mit Christoph Blocher und Hans-Rudolf Merz zwei Hardliner in den Bundesrat gewählt wurden. Doch zumindest bei den Wahlen ist davon inzwischen nichts mehr zu spüren. Das zeigte sich erneut am Wochenende in Bern: Einmal mehr jubelt die Linke, während die Bürgerlichen Wunden lecken müssen.

Urbanität stärkt Rot-Grün

Dass SVP und FDP ihre Mehrheit in der siebenköpfigen Berner Kantonsregierung verloren haben, hat für den Politologen Hans Hirter zum einen mit «taktischen Fehlern» zu tun. «Die Wähler goutierten es nicht, dass die Bürgerlichen sechs Sitze anstrebten und die Linke marginalisieren wollten.» Zum anderen bestätigen die Berner Wahlen für Hirter, was seit einiger Zeit schweizweit zu beobachten ist: In den Städten und Agglomerationen ist Rot-Grün zusehends mehrheitsfähiger. «Je urbaner und städtischer die Schweiz ist, desto stärker wird die Linke», sagt der Berner Politologe.

Vormarsch in den Exekutiven

Dieser Trend zeigt sich nicht nur in den grösseren und mittleren Städten, wo die Linke in den Exekutiven immer besser vertreten ist, sondern auch in den Kantonsregierungen. Nach Basel-Stadt, Neuenburg und Genf ist Bern nunmehr der vierte Kanton, der eine rot-grüne Regierung hat. Im nächsten Jahr folgt womöglich als fünfter Kanton auch die Waadt: Nach den Erfolgen von Rot-grün auf kommunaler Ebene wird dort mit einer rot-grünen Wende in der Regierung gerechnet. Nicht ganz auszuschliessen ist zudem, dass auch Zürich 2007 kippt und ein «linker» Kanton wird.

Dass die Linke von der Wählerschaft vermehrt als exekutivtauglich eingestuft wird, widerspiegelt sich auch in den Veränderungen bei den kantonalen Regierungsmandaten (siehe Grafik). SP, Grüne und CSP sind heute mit 44 Sitzen in den Exekutiven (rund 30 Prozent) repräsentiert und haben sich damit gegenüber früher klar verbessert: 1995 etwa verfügten sie erst über 33 Mandate. Damals hielten die Bürgerlichen mit FDP, CVP, SVP und Liberale noch 132 (heute 105) oder 80 Prozent der Sitze in den Regierungen. Verloren haben seither vorab FDP, CVP und Liberale. Die SVP dagegen konnte ihre Regierungsvertretung ausbauen – allerdings nur um drei auf 18 Sitze. Das ist wenig angesichts dessen, dass sie heute stärkste bürgerliche Kraft ist.

Darin liegt denn auch der Unterschied zwischen der SVP und der Linken: Der SVP gelang es zwar, in den Kantonsparlamenten massiv zuzulegen, sie blieb in den Exekutiven aber meist draussen. Das linke Lager dagegen gewinnt auf allen Ebenen: in den Regierungen wie in den Parlamenten.

Grüne Überraschung

Der eigentliche Motor sind dabei nicht die Sozialdemokraten, sondern die Grünen. Seit 1995 haben sie ihre Repräsentation in den Kantonsexekutiven von drei auf acht ausgebaut. Und in den kantonalen Legislativwahlen sind sie die einzige Partei (siehe Kasten), die trotz Verkleinerung vieler Parlamente über mehr Sitze verfügt als noch Anfang 2004. So steigerte sie ihre Mandatszahl seither von 141 auf 174. «Grün ist für liberal gesinnte Bürgerliche und parteipolitisch heimatlos gewordene Freisinnige inzwischen eine Alternative», sagt Hans Hirter. «Sie gelten gleichermassen als unverbraucht und regierungsfähig.»

Wie hoch wachsen die Bäume?

Der bürgerliche Block gerät somit von zwei Seiten unter Druck: Zur Rechten kann er trotz SVP nicht mehr wachsen, weil die Partei dort, wo sie 30-Prozent erreicht hat, Mühe zeigt, die Wähler zu halten. Und der bürgerlichen Mitte droht, Wähler an die Grünen und an die EVP zu verlieren.

Die Linke blickt somit zuversichtlich ins Wahljahr 2007. Hirter allerdings warnt: «Die Bäume wachsen auch für die Linke nicht in den Himmel.» Die Schweiz bleibe ein Land mit einer «satten bürgerlichen Mehrheit».

www.tagblatt.ch Walter Langenegger 11.04.2006

10.4.06

Bier

Gesellschaftliche Identität kann so schön berauschen, besonders, wenn sie die Kehle hinabrinnt.

Ist es möglich, Nationalitätsforschung durch die Erprobung diverser Alkoholika zu betreiben? Dann wären die Franzosen die Alchimisten Europas, mit ihren Likören, ihrem Pastis und Artischockenschnaps. Klar, naturverbunden und doch raffiniert die Italiener mit Barolo, Taurasi und Grappa - und wir mit unserem Bier? Denkbar einfach sind seine Zutaten und Zubereitung, aber das Bier ist für den Deutschen Wissenschaft. Er füllt es in hohe, schmale Gläser und in bauchige Krüge, er lässt es in Humpen schwappen und in Kelchen schäumen.

Zwischen Kölnern und Düsseldorfern könnten auch in Fragen der politisch korrekten Biersorte Glaubenskriege entbrennen; schaut man sich die Werbung an, muss man für den Genuss eines kühlen Blonden barfuss über friesische Strände laufen, während sich bayerisches Bier augenscheinlich nur in folkloristisch enthemmter Umgebung geniessen lässt. Kleinstaaterei früher, heute Föderalismus: Das Bier ist der authentische Ausfluss davon. Prost Deutschland.

Auszug aus «Der Kitt der Gesellschaft» Kölner Stadt-Anzeiger vom 08.04.2006 www.ksta.de

9.4.06

Punk-Ikone und Mode-Queen

Düsseldorf ehrt Vivienne Westwood mit einer Retrospektive

In der alternativen Londoner Modeszene war sie bereits eine Legende, als sie 1981 mit ihrer «Piraten»-Kollektion die Welt der Laufstege eroberte: die 1941 geborene Vivienne Westwood. In einer schicksalshaften Begegnung hatte die Primarlehrerin und künftige Wegbereiterin der Punk- Mode 1965 den damals 18-jährigen Kunststudenten und Revoluzzer Malcolm McLaren kennen gelernt, um bald darauf - wie David Bowies «Ziggy Stardust» - die platinblonde Provokation zu spielen. Sie und McLaren tauften ihre mit zerschlissenen und obszön bedruckten T-Shirts bekannt gewordene Boutique an der Kings Road 1974 um in «Sex» und forderten mit Leder- und Latex-Outfits das gesellschaftliche und kulturelle Establishment ebenso heraus wie mit der von McLaren formierten Punkband Sex Pistols. Für ihre schrägen Kreationen holte sich Westwood Anregungen auf Londons Strassen, nur um gleich darauf von den Punks, die sich die teuren Sicherheitsnadeln- und Bondage-Klamotten nicht leisten konnten, und bald auch von der etablierten Modewelt kopiert zu werden.

Kleider blieben für Westwood ein Mittel zur Gesellschaftskritik, auch nachdem sie sich von McLaren getrennt hatte und Mitte der achtziger Jahre dank dem Mini-Crini - einer Mischung aus Minirock und Krinoline - zur Göttin der englischen Modeszene aufgestiegen war. Das zeigt etwa das respektlose, 1989 im «Tatler» publizierte Bild «This woman was once a Punk», mit dem Westwood, wie Maggie Thatcher angezogen, auf die Täuschung durch Kleider aufmerksam machen wollte. Doch mehr noch als der Thatcher- Look waren ihr die Kapricen der Modegeschichte Inspiration, wie 1997 ihre phantastische Selbstinszenierung als Elizabeth I. für die «Five Century ago»-Kollektion bewies. Bis heute ist ihre oft als untragbar bezeichnete, von historischen Vorbildern, traditionellen Stoffen und unorthodoxen Schnitten geprägte Mode näher bei der künstlerischen Performance als beim Design.

Wenn nun am Eingang zur grossen Düsseldorfer Westwood-Retrospektive - einer aktualisierten Version der Londoner Schau von 2004 im Victoria & Albert Museum (NZZ 17. 4. 04) - die Uhr wie in ihrem Kings-Road-Geschäft rückwärts läuft, soll dies wohl heissen, dass Westwood stets anders tickt. Schon Anfang der achtziger Jahre antwortete sie auf eine männlich harte Damenmode mit einer neuen Romantik. Und ausgehend von Rokoko-Träumen, verstand es die neben der «schockierenden» Schiaparelli wohl exzentrischste Modekünstlerin immer wieder, mit Korsetten, Reifröcken, Culs de Paris, verrückten Hüten und atemberaubend hohen Schuhen ihr Motto «Fashion is about Sex» zu demonstrieren, ohne aber die Frau zum Objekt zu machen. Damit ebnete sie John Galliano und Alexander McQueen, den englischen Grossmeistern der mittleren Generation, das Terrain.

Auch wenn die jüngst von Königin Elizabeth geadelte Dame Vivienne, die heute Samstag ihren 65. Geburtstag feiern kann, neuerdings hochgeschlossen und stilvoll ergraut statt leicht geschürzt und rot geflammt über Mode und Gesellschaft philosophiert, sind ihre Kreationen so frech und schön wie eh und je: etwa die an die siebziger Jahre erinnernden Bondage-Abendkleider oder die duftigen, mit Petticoats unterfütterten Miniröcke der «Exhibition»-Winterkollektion 2005/06. Sie bilden neue Höhepunkte in einem Rausch der Farben und der Formen, welcher derzeit das Düsseldorfer NRW-Forum in ein Reich der Sinne verwandelt.

www.nzz.ch Roman Hollenstein 08.04.2006

Bis 14. Mai im NRW-Forum Düsseldorf. Katalog: Claire Wilcox: Vivienne Westwood. Nicolai-Verlag, Berlin 2005. 225 S., Euro 34.90.

8.4.06

Bern - Cupfinal auf Grossleinwand

Der Swisscom-Cupfinal vom Ostermontag zwischen den Young Boys und dem Challenge-League-Verein Sion wird auf dem Bundesplatz in Bern auf einer Grossleinwand übertragen. Die Stadt Bern und verschiedene Sponsoren organisieren diesen Anlass, der für jene Fans gedacht ist, die kein Ticket für die Partie im Stade de Suisse ergattern konnten. Die Stadtberner Regierung kündigte bereits eine Freinacht an für den Fall, dass die Young Boys den Cup gewinnen sollten.

7.4.06

Bern - Blinde und Sehbehinderte

Blinde und sehbehinderte Menschen erhalten in Bern die Möglichkeit, das UNESCO Welterbe mit professioneller Hilfe zu erlauschen, ertasten und erschnuppern. Begegnungen mit Menschen, Gespräche und kulinarische Erlebnisse schaffen mit diesem Angebot eine bleibende Erinnerung an die Bundeshauptstadt. Das Projekt wurde gemeinsam von Bern Tourismus und dem Schweizerischen Blinden- und Sehbehindertenverband ins Leben gerufen.

Kontakt Informationen
Bern Tourismus
Tourist Center im Bahnhof
www.berninfo.com

6.4.06

Max Beckmann – Traum des Lebens

Das Zentrum Paul Klee beginnt sein Ausstellungsprogramm 2006 im Frühjahr mit der monografischen Ausstellung «Max Beckmann – Traum des Lebens». Die Ausstellung wird exklusiv für Bern und das Zentrum Paul Klee konzipiert und realisiert. Gezeigt wird eine Auswahl von rund 60 Kunstwerken, die aus Beständen namhafter Museen Europas und der USA sowie aus privaten Sammlungen zusammengetragen werden konnten.

Max Beckmann ist nicht nur einer der bedeutendsten Zeitgenossen von Paul Klee und wie dieser deutscher Staatsbürger, er setzt in seinem bildnerischen Werk zum Teil auch dieselben Schwerpunkte. Beide Künstler berühren sich in ihrem Interesse an der Welt des Theaters, der Masken, des Varietés, der Akrobatik und der Musik, an mythologischen, psychologischen und weltanschaulichen Fragen. Die Aspekte von Traum und Wirklichkeit, von individuellen und gesellschaftlichen Existenzformen, thematisieren sie jedoch auf sehr unterschiedliche Weise. Dabei zeigt sich, dass die Kunst von Max Beckmann in der Darstellungsform und in der Härte der Malweise ein extremes Gegenbild zum Werk von Paul Klee entwirft.

Mit Blick auf Max Beckmann setzt das Zentrum Paul Klee gezielt neue Akzente in der Präsentation seiner Sammlung und ermöglicht so seinen Besucherinnen und Besuchern, an einem Dialog zwischen zwei der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts teilzuhaben.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Texten von Cornelia Homburg, Anabelle Kienle, Tilman Osterwold, Sean Rainbird, Reinhard Spieler und Barbara Stehlé Akhtar.

Paul Klee Zentrum Bern 1. April 2006 – 18. Juni 2006

5.4.06

König Harald V. und Königin Sonja besuchen die Schweiz

Der norwegische König Harald V. und Königin Sonja beginnen heute ihren zweitägigen Staatsbesuch in die Schweiz. Die Visite soll die guten Beziehungen der beiden Länder zum Ausdruck bringen.

Auf dem Bundesplatz wird das königliche Paar am Nachmittag von Bundespräsident Moritz Leuenberger, Aussenministerin Micheline Calmy-Rey und Bundeskanzlerin Annemarie Huber-Hotz empfangen. Nach den militärischen Ehrenbezeugungen treffen sie sich im Bundeshaus mit dem Gesamtbundesrat.

Themen der Gespräche sind die Beziehungen der beiden Nicht-EU-Länder, ihr Verhältnis zu Europa sowie aktuelle internationale Fragen, wie das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) mitteilte.

Hier dürften die Gastgeber aus erster Hand Informationen über die erfolgreiche Vermittlungspolitik Norwegens in Konflikten erhalten. Ebenfalls heute finden zwei Expertentreffen statt: Eines zu Menschenrechten und Friedensverhandlungen, ein weiteres zu Strassen-, Tunnel- und Lawinensicherheit.

Morgen begeben sich Bundespräsident Leuenberger und seine Gattin Gret Loewensberg Leuenberger zusammen mit den königlichen Gästen in die Kantone Zürich, Appenzell Innerrhoden und St. Gallen.

Der letzte und zugleich einzige frühere Staatsbesuch aus Norwegen geht auf 1968 zurück, damals besuchte der damalige König Olaf V. die Schweiz. Im Januar 2000 kam König Harald zu einem Privatbesuch in die Schweiz. Er wurde vom damaligen Bundesrat Adolf Ogi empfangen.

sda 05.04.2006

4.4.06

Frau tötet Kuh und muss zwölf Jahre büssen

Sie tat das, was in vielen Ländern normal ist, für Hindus aber gänzlich unvorstellbar: Eine Nepalesin schlachtete eine Kuh. Nun kommt sie ins Gefängnis.

Wegen Schlachtens einer Kuh ist eine Frau in Nepal zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden. Die 50-Jährige habe das den Hindus heilige Tier getötet und das Fleisch getrocknet, um es später zu essen, berichtete die Zeitung «Kantipur» am Montag.

Ein Gericht in Sankhuwasabha im Osten des Landes verhängte die für diese Tat gesetzlich zulässige Höchststrafe. Anders als die Mehrheit der Nepalesen ist die Angeklagte dem Bericht zufolge nicht hinduistischen Glaubens.

Im Hinduismus spielen Tiere im Allgemeinen eine grosse Rolle, aber die Kuh besitzt eine besondere Stellung. Sie ist völlig in die Religiosität eingebunden.

Für das Verhalten gegenüber Kühen gibt es klare Regeln. Kühe sollen demnach nicht für die Feldarbeit genutzt werden, sie sollen zudem weder geschlagen noch gegängelt werden. Das Schlagen von Tieren wird mit Gefängnis geahndet. Da das Schlagen einer Kuh aber wie eine Tötung des Tieres gesehen wird, können dem Verantwortlichen auch die Hände und Beine abgeschlagen werden.

www.netzeitung.de 03.04.2006

Anmerkung: Alle Religionen und Sekten haben so ihre Schmankerl - bei den meisten werden aber früher oder später Menschen abgeschlachtet.

3.4.06

CoverArtCulture 2 im Kornhaus

Die Ausstellung «CoverArtCulture 2» thematisiert die Schallplattenhülle als Kunst- und Kultgegenstand.

Die Schallplatte, in der Vinylform 65 Jahre alt, erfüllte zuerst nur einen Zweck: Musik der Hörerin, dem Hörer weiterzugeben. Doch bald wurde die Schallplatte zum Symbol und Ausdrucksmittel einer rebellischen Jugend. Mit den schwarzen Scheiben wurde nicht nur Musik «verkauft»: Ganze Botschaften, politische Aussagen oder surrealistische Bilder zierten die Plattenhülle. Sie wurde zum Kunst- und Kultgegenstand und zum begehrten Sammlerobjekt.

«CoverArtCulture» fand im August 1998 erstmals in der Dampfzentrale statt. Die jetzt gezeigten Covers sind nicht identisch mit der Ausstellung vor acht Jahren. Die in der Ausstellung gezeigten Plattenhüllen stammen aus der Privatsammlung von Daniel Sutter aus Bern. Sutter ist DJ, Buchautor, Schallplattensammler und Inhaber eines Plattenvertriebs.

5. April bis 29. April
Vernissage: Do 6.4.06, 21 Uhr.
Öffnungszeiten: Di-Fr 10-19 h, Do bis 20 h, Sa 10-16 h.
Vernissage: 6.4. um 21 h.
Do 13.4. bis 16 h, Karfreitag 14.4. und Ostersamstag 15.4. geschl.
Eintritt frei

www.kornhausforum.ch

2.4.06

Hans Holbein im Kunstmuseum Basel

Die Ausstellung versammelt einen Grossteil aller erhaltenen Werke aus Holbeins Basler Schaffensjahren zwischen 1515 und 1532. Nach fast einem halben Jahrhundert – die letzte grosse Holbeinausstellung fand 1960 in Basel statt – wird das reiche und vielfältige Werk, das der Künstler während dieser Zeit geschaffen hat, wieder zu sehen sein.

Mit rund vierzig Gemälden, einhundert Zeichnungen und zahlreichen druckgraphischen Werken wird sein hochrangiges Oeuvre vor Augen geführt. Zu den bedeutenden Leihgaben gehören der «Oberried-Altar» aus dem Münster in Freiburg i. Br., die «Solothurner Madonna» und die «Darmstädter Madonna». Hinzu kommen Bildnisse aus Holbeins erstem Englandaufenthalt wie das der Anne Lovell aus London, der Lady Mary Guildford aus St. Louis (USA) und des Thomas Godsalve mit seinem Sohn John aus Dresden.

Die Zeichnungen, die in der Basler Sammlung reich vertreten sind, werden durch Leihgaben aus Augsburg, Berlin, Braunschweig, Leipzig, Lille, London, München, Paris und Windsor Castle ergänzt, so dass das zeichnerische Werk nahezu vollständig gezeigt werden kann.

So wird die einzigartige Möglichkeit bestehen, die sonst verstreuten Werke nebeneinander zu sehen, sie unmittelbar zu vergleichen und ihre Besonderheit besser und anders wahrzunehmen.

Biographie: Von Augsburg nach Basel

Hans Holbein d. J. gehört zu den bedeutendsten Künstlern des frühen 16. Jahrhunderts. Sein Name steht gleichrangig neben Albrecht Dürer und den am Oberrhein tätigen Hans Baldung Grien und Matthias Grünewald. Damals blühten hier die Künste der Malerei, der Zeichnung und des Buchdrucks.

Aus Augsburg stammend, kamen Hans Holbein d. J. und sein Bruder Ambrosius im Jahr 1515 nach Basel. Ihre künstlerische Ausbildung hatten sie bei ihrem Vater Hans Holbein d. Ä. erhalten, der in Augsburg eine grosse Malerwerkstatt leitete.

In Basel konnte Hans früh schon seine Begabung als Porträtist und Maler von Fassadendekorationen unter Beweis stellen. Er erhielt den Auftrag von der Stadt, den Grossratssaal mit Wandbildern auszumalen und führte bald schon Aufträge für religiöse Tafelbilder aus. Er stand in engem Kontakt mit Druckern, für die er Entwürfe für Buchillustrationen lieferte, und den in Basel wirkenden Humanisten, unter ihnen kein geringerer als Erasmus von Rotterdam, den er mehrmals porträtierte.

Frankreich und England

Nicht nur die beginnende Reformation in Basel und deren negative Auswirkung auf die Kunstproduktion, sondern auch der Anspruch, den der Künstler an sich selber stellte, bewogen ihn schon bald, sich nach anderen Wirkungsstätten umzuschauen. So wandte er sich 1523/1524 nach Frankreich und dann nach England, um eine Tätigkeit als Hofmaler anzustreben. Während seines ersten Englandaufenthaltes zwischen 1526 und 1528 malte er Dekorationen für die Feste am Hof Heinrichs VIII. (1491–1547). Es gelang ihm, Aufträge für Bildnisse von Angehörigen der englischen Aristokratie aus dem Umkreis des Hofs zu erhalten.

Zu den herausragendsten künstlerischen Leistungen dieser Zeit zählt das Familienbild des Thomas More (1478–1535), das den Kanzler Heinrichs VIII. im Kreis seiner Familie zeigt – es ist das früheste Gruppenbildnis nördlich der Alpen. Erhalten haben sich der Entwurf Holbeins und Porträtstudien (im Kupferstichkabinett Basel und in der Royal Collection in Windsor Castle, England); das Gemälde selbst verbrannte im 18. Jahrhundert.

Für kurze Zeit zurück in Basel

Holbein kehrte 1528 für wenige Jahre nach Basel zurück, wo seine Familie lebte. Damals malte er das Bildnis seiner Frau mit den beiden älteren Kindern. Noch unmittelbar vor der Reformation, die 1529 zum Durchbruch gelangte, könnte er die Orgelflügel für das Basler Münster ausgeführt haben. Die gezeichnete Passionsfolge im Kupferstichkabinett Basel gehört jedenfalls zu den letzten Aufträgen mit religiösen Themen. In dieser Zeit vollendete Holbein auch die Ausmalung des Basler Grossratssaals.

Im Jahr 1532 wandte er sich erneut nach London. Dort hatte er Kontakt zu der deutschen Handelsniederlassung im Stalhof, für deren Mitglieder er Porträts ausführte und deren «Guildhall» er mit Wandgemälden schmückte. 1535 wurde er Hofmaler Heinrichs VIIII. Ein Jahr vor seinem unerwarteten Tod 1543 in London bezeichnete er sich auf dem Selbstbildnis, das in den Uffizien in Florenz aufbewahrt wird, als Bürger von Basel, der Stadt, der er innerlich stets verbunden blieb.

Die Sammlung im Kunstmuseum Basel

Das Kunstmuseum Basel birgt weltweit die grösste Sammlung an Gemälden, Zeichnungen und druckgraphischen Werken dieses bereits zu Lebzeiten hochgeschätzten Künstlers.

Bereits im Jahr 1661 konnte mit dem Ankauf des «Amerbach-Kabinetts» der grösste Teil dieses bedeutenden Ensembles von Holbein-Werken für Basel gesichert werden. Das Amerbach-Kabinett ist die in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts entstandene Sammlung des Basler Juristen Basilius Amerbach (1533–1591), die auch den ererbten Besitz seines Vaters Bonifacius Amerbach (1495–1562) und eine grosse Bibliothek beinhaltete. Im Jahr 1823 kamen mit der Übergabe des «Museum Faesch» an die Sammlung der Universität weitere wichtige Werke hinzu, so u. a. das Doppelbildnis des Jakob Meyer und seiner Frau Dorothea Kannengiesser von 1516 mit den dazugehörenden Vorzeichnungen.

Holbeins frühe Wertschätzung

In Basel ist man sich schon lange der Bedeutung des Künstlers und der hohen Qualität seiner Werke bewusst. Noch 1538 hatte der Rat der Stadt versucht, Holbein nach Basel zurückzulocken, und dies obwohl zahlreiche Bilder des Künstlers während des Bildersturms 1529 zerstört und beschädigt worden waren. Manche Werke sind Basel auch durch andere Umstände verloren gegangen. Sie wurden aus Furcht vor Zerstörung ins angrenzende Deutschland gebracht und blieben daher unvollendet (wie beispielsweise der «Oberried-Altar» in Freiburg im Breisgau); die berühmte «Darmstädter Madonna» veräusserten die Erben der Auftraggeber im 17. Jahrhundert ins Ausland.

Das Kunstmuseum Basel zeigt vom 1. April bis zum 2. Juli 2006 eine grosse Ausstellung, die Hans Holbein dem Jüngeren (Augsburg 1497/1498–1543 London) gewidmet ist. Sie befasst sich mit dem Werk des Künstlers, das zwischen 1515 und 1532 in Basel entstand. Holbein wandte sich dann nach England und wurde Hofmaler Heinrichs VIII.

Die Tate Britain in London veranstaltet wenig später, vom 28. September 2006 bis zum 7. Januar 2007, eine zweite Holbein-Ausstellung. Sie bringt das Schaffen des Künstlers aus seiner Zeit in England zur Darstellung. Beide Ausstellungen ergänzen sich gegenseitig und berücksichtigen Holbeins ersten Englandaufenthalt zwischen 1526 und 1528. Den Besuchern beider Ausstellungen bietet sich im Jahr 2006 also die nicht wiederholbare Möglichkeit, eine Vorstellung vom Gesamtwerk des Künstlers zu erhalten.


www.kunstmuseumbasel.ch

1.4.06

Berlusconi in Bern - Italienische Obsessionen

In einer Woche entscheidet Italien, ob die Ära Berlusconi zu Ende geht. Das bringt auch Berner Gemüter in Wallung – weil wir so gerne ein bisschen italienisch sind. Am liebsten italienischer als die Italiener.

Italien ist hier. In Bern. In uns. Aber jetzt das: Zwei Herzen schlagen in unserer Brust. Das eine für unsere Sehnsucht nach dem südlichen Licht, nach ein bisschen Chaos, nach Stil, Eleganz und grossartigem Essen. Das andere schlägt gegen Berlusconi, den Inbegriff des schmierigen Machtmenschen, zynischen Demagogen und gelifteten Milliardärs. Deshalb sind die Wahlen in Italien auch für Bern von Bedeutung – weil sie unsere italienischen Obsessionen berührt.

Bruno Moretti ist Professor für Italienische Sprache und Literatur an der Universität Bern und pendelt als Tessiner routiniert zwischen Italianità und Deutschschweiz. Aber Italien macht es ihm nicht leicht. Moretti liebt das Land – aber das Entsetzen über die politische Entwicklung ist ihm anzusehen. Befreundete italienische Juristen sagen ihm, eine weitere Ära Berlusconi wäre für den Rechtsstaat eine Katastrophe.

In seinem kleinen Büro im vierten Stock der Unitobler blickt Moretti tief in die Italien-Sehnsucht: «Viele Schweizer», sagt Moretti, «haben irgendwie das Gefühl, Italien sei eine Schweizer Entdeckung.» Die gar nicht so alt ist: In den 60er- und 70er-Jahren brachen die Schweizer, plötzlich automobil, auf, fuhren nach Italien, eroberten den Süden als Touristen und brachten Sehnsüchte zurück.

Juventus und Panna cotta

Italienische Einwanderer, zuvor diskriminierte «Tschinggen» und «Spaghettifresser», gehörten plötzlich zu uns und schoben eine Mediterranisierung an, die bis heute anhält – beim Essen, in der Mode, im Alltagsverhalten. Wir sind Juventus-Fans, sitzen in Gartenbeizen, die sich Riviera nennen, rühren die Salatsauce mit Balsamico an und essen längst nicht mehr nur Spaghetti und Pizza, sondern Bruschette, Focaccia, Panna cotta. Und fühlen uns grossartig. «Wir holen Italien laufend zu uns», kommentiert Moretti, was aber nur unseren Entdeckungsdrang befeuere: «Wir Schweizer suchen immer wieder ein neues, ein anderes Italien.»

Unser Italien

Am liebsten in Bern. «Buongiorno.» Monika De Simone bittet in ihr Büro, drückt auf den Knopf der Lavazza-Kaffeemaschine, zündet sich eine Zigarette an. Sie ist seit 18 Jahren Mitinhaberin und Geschäftsführerin des traditionellen italienischen Delikatessengeschäfts Ferrari an der Münstergasse – und eine aufmerksame Beobachterin der Berner Italianità. Sie überblickt einen eindrücklichen Wandel der Italo-Obsessionen.

1921 eröffnete die Gründerfamilie Ferrari – etwa zeitgleich mit Barisi – das erste Italo-Food-Geschäft in Bern, ausgerichtet auf die eingewanderten italienischen Gastarbeiter. Jahrzehntelang standen die Leute am Samstag bis auf die Gasse hinaus Schlange, um Zutaten für den Sugo oder die Pasta einzukaufen, die in der Schweiz nicht erhältlich waren. «Das hat sich radikal verändert», sagt De Simone. Italienische Secondos und Terzos interessieren sich weniger für die Feinheiten der italienischen Küche.

Schweizer Italiener

Die Kundschaft ist vorwiegend schweizerisch – und ausgerechnet die ist es, die mit persönlichem Einsatz in der Küche dafür besorgt ist, echt italienische Traditionen weiterzutreiben.

Wir überholen die Italiener auf italienisch: Das spezielle Mehl für selber gemachte Pasta, Gnocchi oder Polenta, das früher ausgewanderte Italienerinnen aus Heimweh kauften, verlangen heute Schweizer aus Sehnsucht nach Italien.

Genau deshalb darf sich Monika De Simone keine Halbheiten leisten. Alle Angestellten sind Italiener, denn «um Italianità zu verkaufen, muss man zumindest Italienisch grüssen und mit dem Herz dabei sein». Dass heute alle Grossverteiler italienische Linien führen, ist für das Traditionsgeschäft Ferrari eine Herausforderung: «Wir suchen ständig nach neuen italienischen Produkten, die exklusiv und qualitativ hochwertig sind.»

Für Ostern etwa hat De Simone «Colombe» – Tauben aus Hefeteig – im Sortiment, die von einem norditalienischen Kleinbetrieb exklusiv für Ferrari verpackt und mit grandiosen Schleifen verziert werden. Wer bei Ferrari einkauft, will sich einen Moment lang in Italien fühlen – in seinem Italien.

Zum Italien-Gefühl in den Lauben Berns gehören lockere Sprüche zur italienischen Politik. «Natürlich sprechen mich die Kunden im Geschäft ständig auf Berlusconi an, oft mit spöttischem Unterton», sagt Monika De Simone. Sie selber, die zehn Jahre lang in Italien gelebt hat, verfolgt die italienische Politik lustvoll «wie ein sagenhaftes Theater». Ihr Wahlrecht wird die Doppelbürgerin wahrnehmen – und ihre Stimme dem Lager von Berlusconi-Konkurrent Romano Prodi geben.

Das freut Peter Eichenberger, Co-Leiter des Kornhausforums Bern, Autor im Fussball-Blog «Zum runden Leder» und Italien-Gänger seit den 70er-Jahren. Mindestens einmal im Jahr reist er nach Italien – obwohl er in den letzten Jahren ein kleines Problem hatte. Eichenberger, der Linke, ist Fan des Mailänder Arbeiter-Fussballclubs Milan – dessen Besitzer aber sein erklärtes Feindbild ist, Premierminister Silvio Berlusconi.

«Forza Silvio!»

Eichenberger ist das Problem offensiv angegangen – er hat im «Runden Leder» den ironisch gemeinten «Forza Silvio!»-Fanclub gegründet, dessen Mitgliederzahl er als Präsident im Vorfeld der Wahlen in Italien indessen unter Verschluss hält. Eichenbergers Italien wandelte sich ständig – die Sehnsucht blieb stark. Er erinnert sich an die 70er- und 80er-Jahre, als Italien auf Linke einen ungeheuren Reiz ausübte. Der Kommunismus, das Gespenst des Kalten Kriegs, ging in Italien um, und man konnte mit ihm reden. Kommunistische Arbeiter und Studenten liefen massenhaft, unbeschwert und landesweit auf den Strassen herum. Als politischer Sehnsuchtsort hat Italien längst ausgedient – selbst, wenn Berlusconi in einer Woche die Macht an die Linke, die sich ohnehin sofort zerstreitet, verlieren sollte.

Heute geht Eichenberger gerne zum Coiffeur, wenn er in Italien ist, und ihn fasziniert, dass «die Pasta in jeder Beiz im hintersten Winkel des Landes al dente ist». Aber es ist der Fussball, der ihn mit dem Italien der Ära Berlusconi versöhnt. Der «Cavaliere» führe Milan hervorragend, anerkennt Eichenberger – und menschlich: Im gnadenlosen Menschengeschäft bewahre Milan eine familiäre Wärme, indem verdiente Spieler nicht einfach ausgemustert, sondern oft selbst übers Karriereende hinaus weiterbeschäftigt würden.

Das zeichnet die Berner Italien-Obsession aus: Immer einen Weg zu finden, im wirklichen Italien auch sein Italien zu erkennen. Italien lässt harte Ideologen plötzlich sanft werden, in unserer Italien-Sehnsucht erlauben wir uns Wiedersprüche, die wir uns im Berner Leben verbieten.

Zum Glück reichen ein paar Handgriffe, zu unserer Italianità zu kommen. Mit der rosaroten «Gazzetta dello Sport» im Anschlag an die Bar gelehnt einen «Latte macchiato» bestellen – und schon fühlt man einen Moment lang grandios italienisch. Obwohl der «Latte macchiato», der mit geschäumter Milch im Glas verdünnte Caffè, Italianità made in Switzerland ist. «Egal», sagt Adrian W. Iten, Initiant und Mitbesitzer der «Adriano’s»-Bar am Theaterplatz, «alles, was nach Italo aussieht, ist einfach extrem cool.»

Itens hervorragend laufende Bar ist eine Art Laboratorium der verselbständigten Berner Italianità. Iten ist Schweizer, nach eigener Einschätzung eher mässiger Italien-Kenner und macht überhaupt nicht auf Italo. Sein Lokal atmet zwar den schlichten Charme italienischer Grossstadt-Bars und setzt auf erstklassisgen italienischen Kaffee, ist auf der Speisekarte aber international. Es sind die Berner Kunden, die bei «Adriano’s» unbedingt die Italos geben wollen.

Italienische Urbanität

Mit Begeisterung beobachtet Iten die wachsende Zahl von Business-Leuten aus den umliegenden Büros, die über Mittag in die Bar hetzen, in italienischer Art schnell einen Espresso hinunterstürzen und mit Münzen aus dem Hosensack bezahlen. «Wir kaufen mit dem Espresso ein Stück italienischer Lässigkeit», sagt Iten und demontiert in drei Sätzen den Irrglauben an die unübertreffliche italienische Kaffeekultur: «Die Italiener machen nicht den besten Kaffee. Sie zelebrieren eine von vielen Arten der Kaffeezubereitung, nämlich heisses Wasser mit Druck durch fein gemahlenes Kaffeepulver pressen, was den intensiven Espresso ergibt. Den machen Norweger heute aber besser.»

Der Caffè hat einen anderen Mehrwert. «In meiner Bar verkaufe ich letztlich soziale Kontakte», sagt Iten. Wenn Berner in ihre Italianità schlüpfen, fällt ihnen das leichter. Und über die italienische Lässigkeit findet Bern nach Itens Einschätzung auch zu etwas grossstädtischem Flair. Die Piazza Kornhaus-/Theaterplatz mit dem «Adriano’s», dem neuen «Cesary» und dem legendären «Lorenzini» ist inzwischen so etwas wie eine kleine urbane Meile Berns.

Das Kleid Italianità

Die Italianità ist in Bern eine Art Verständigungsmodus geworden. Jeder ist ein bisschen italienisch – aber nur so viel, dass er sich selber nicht verlassen muss. Als Temporär-Italiener kann man aufbrechen, sich lässig und weltläufig geben, ohne Bern verraten zu müssen.

Wir verpflichten uns zu nichts. Italianità verstehen wir als Kleid, in dem wir eine gute Falle machen, das wir aber jederzeit ausziehen können.

Salvatore Casaluci eröffnete vor 18 Jahren neben dem Burgerspital die erste Berner Kleiderboutique mit Italo-Labels wie Fiorucci, Energy, Replay oder Diesel.

Heute behauptet er sich mit seinem Trend-Laden «Casalucis» hartnäckig, obschon die grossen Bekleidungsketten durchweg auf Italianità setzen. Natürlich, sagt Casaluci, ziehen sich die Berner heute besser an als früher, viele nehmen den italienischen Style auf. Aber man könnte mehr machen – bei den Bernern hört die Italianità meist am Hosensaum auf.

«Qualität und Eleganz der italienischen Schuhmode haben sich hier noch nicht durchgesetzt», stellt Casaluci fest – genau so wenig wie bei den Kinderkleidern. «Die italienischen Designer haben immer auch Kinderlinien, und zumindest am Sonntag zieht man die Bambini in Italien schön an.»

Casaluci vermisst in Bern manchmal die Poesie, die Lebensfreude, das Selbstbewusstsein, die Unbeschwertheit, die für ihn Italianità ausmacht. «Man muss das Leben als Bühne sehen», sagt er. Genau das habe einer extrem gut begriffen: Silvio Berlusconi.

«Berlusconi ist ein Vorbild für mich als Unternehmer», sagt Doppelbürger Casaluci, der dem «Cavaliere» die Stimme geben wird: «Er ist gepflegt, immer gut angezogen, ein bisschen korrupt. Wie ein richtiger Italiener eben.»

Der unser Italien manchmal in Frage stellt.

www.espace.ch Jürg Steiner 31.03.2006

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