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15.2.09

AKW

Die Zukunft ist erneuerbar – Nein zu neuen AKW!

Schon heute könnte mit den energieeffizientesten Geräten der Stromverbrauch in der Schweiz bis zu einem Drittel gesenkt werden. Bis ins Jahr 2035 könnte mit erneuerbaren Energien so sogar ein jährlicher Stromüberschuss erzeugt werden, ohne neue Atomkraftwerke. Die Technologien sind vorhanden – was fehlt, sind der politische Wille und die Rahmenbedingungen, die ihnen zum Durchbruch verhelfen. Neue Atomkraftwerke verhindern diesen Durchbruch und blockieren eine zukunftsfähige und nachhaltige Stromversorgung in der Schweiz. Das zeigte die Allianz «Nein zu neuen AKW» heute an einer Medienkonferenz auf.

In einigen Jahren müssen die Atomkraftwerke Mühleberg, Beznau I und II altersbedingt vom Netz genommen werden. Die Stromkonzerne Axpo, BKW und Alpiq (vorher «Atel») wollen die alten AKW ersetzen und haben 2008 beim Bund drei Rahmenbewilligungsgesuche für den Bau neuer AKW eingereicht. Nur so könne die Zukunft der Schweizer Stromversorgung gesichert werden, behaupten sie. Das Gegenteil trifft zu: Auch ohne neue Atomkraftwerke kann der Strombedarf der Schweiz bei weitem gedeckt werden und dies erst noch langfristig und nachhaltig.

Sichere Stromversorgung ohne neue Atomkraftwerke

Sabine von Stockar von der Schweizerischen Energie-Stiftung SES stellte anhand des Stromszenarios IV E des Bundesamtes für Energie (BFE) klar: «Ohne neue Atomkraftwerke kann die Schweiz bis im Jahr 2035 einen Stromüberschuss von mindestens 13'000 GWh pro Jahr produzieren. Eine so genannte Stromlücke ist also nicht in Sicht. Dabei rechnet das BFE konservativ. Möglich ist noch viel mehr!»

Enormes Potenzial ungenutzt: Wirtschaft und Politik müssen handeln

Dass Energieeffizienz die günstigste, umweltverträglichste und effizienteste Strategie zur sicheren Stromversorgung ist, machte Hans-Peter Fricker, CEO WWF Schweiz, deutlich. Jede dritte Kilowattstunde wird heute verschwendet. Fricker präsentierte einen Katalog von Massnahmen, die das ändern helfen und die alle heute umgesetzt werden könnten, so etwa im Rahmen der laufenden Revision der Energieverordnung. Mit zielführenden Verbrauchsvorschriften bei Stromfresser-Geräten und -Anlagen liesse sich zehnmal mehr Strom sparen als der Bund vorschlägt.

Sophie Michaud Gigon, Geschäftsleitungsmitglied von Pro Natura, betonte das enorme Potenzial von erneuerbaren Energien in der Schweiz, die umweltverträglich genutzt werden könnten. Durch die Optimierung der Leistung des Wasserkraftwerkes Laufenburg/AG z. B. können dort 128 GWh mehr Strom pro Jahr erzeugt werden.

SP-Nationalrat und Co-Präsident der Organisation NWA, Ruedi Rechsteiner, und der Grüne Regierungs- und Ständerat Robert Cramer aus Genf zeigten die Vorteile von Energiesuffizienz und neuen erneuerbaren Energien für den Wirtschaftsstandort Schweiz auf. In Deutschland wird der Sektor erneuerbare Energien schon 2015 mehr Arbeitsplätze bieten als die Autoindustrie. Ähnliches ist mit den nötigen Rahmenbedingungen für die Schweiz zu erwarten. Zudem werden Investitionen in Millionenhöhe ausgelöst, so zum Beispiel in Genf.

nein-zu-neuen-akw.ch
Kernenergie (Wikipedia)

1 Kommentare:

Blogger juejoss said...

"In einigen Jahren müssen die bestehenden AKW stillgelegt werden." Tja, diese Aussage ist für mich, der ich in der Nähe von Mühleberg lebe, bereits eine Schreckensvision. Die risikoreichen alt-Reaktoren Mühleberg 37Jährig und Beznau 1+2 40+39 Jährig sollen noch weitere 11-13 Jahre betrieben werden. Einfach nur weil dann 2022 laut AKW-Lobby die neuen AKW stehen sollen. Das glauben aber auch nur AKW-Gläubige, der AKW Neubau in Finnland zeigt dass neue AKW zu bauen nicht so einfach ist.
Probleme zeigen sich bereits bei Beton und Stahl, Bauverzögerungen und Spaltung des Erbauerteams Areva/Siemens. Der Bau von Oilkiluoto wird sich weiter verzögern und die Kosten noch mehr steigen (Verkaufspreis 3.5Mia., aufgelaufene Kosten bereits 5,5Mia., fertigstellung >2012).
Angesichte der Realität dass Mühleberg und Beznau veraltete Kraftwerke mit nicht nachrüstbaren Sicherheitsmängeln und zusätzlich Riss- Stromversorgungsproblemen, nicht Flugzeugabsturzsicher, nicht Erdbebensicher sind. Fürchte ich mich vor der Vision dass dies AKW noch 10 Jahre älter werden sollen. Ich empfehle die Platzkundgebung vom 26.4.2009 "Kein Tschernobyl in Mühleberg" auf dem Münsterplatz Bern zu Besuchen. Infos demnächst unter www.keintschernobylinmuehleberg.ch

8:55 nachm.

 

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