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28.8.09

Verkehrstag

9. Berner Verkehrstag 2009: heute Freitag 28.08.09.

Rund 260 Fachleute diskutierten am neunten Berner Verkehrstag in Bern die Bedeutung der Energieeffizienz für die Verkehrspolitik. «Wir wollen nicht die Mobilität einschränken, sondern die Fortbewegung energiearmer gestalten», stellte die bernische Verkehrsdirektorin, Regierungsrätin Barbara Egger-Jenzer, in ihrem Eröffnungsreferat klar. Es gehe darum, auch im Verkehr mehr Energieeffizienz zu erzielen. Denn immerhin entfällt ein Drittel des gesamten Energieverbrauchs in der Schweiz auf den Verkehr. Dazu kommt, dass 96 Prozent der Mobilität auf der endlichen Ressource Erdöl basiert.

Kantonale Strategie für einen nachhaltigen Verkehr

Deshalb müsse der Verkehr in Zukunft effizienter werden und vermehrt auf erneuerbare Energiequellen setzen. Nötig sei neben sparsamen Fahrzeugen und effizienten Motoren auch ein intelligentes Verkehrsmanagement, das einen regelmässigen und stetigen Verkehrsfluss ermöglicht. Zudem muss die Mobilität wo zweckmässsig auf weniger energieintensive Verkehrsträger wie Bahn, Bus und Tram oder den Langsamverkehr umgelagert werden. Schliesslich kann auch die Raumplanung dazu beitragen, dass unnötiger Verkehr vermieden wird. «Die kantonale Strategie, um den Verkehr in Richtung einer Nachhaltigen Entwicklung zu bringen, lautet: Vermeiden, verlagern, verträglich gestalten», schloss die Verkehrsdirektorin ihre Ausführungen.

Ende des Erdölzeitalters

Konkretisiert wurde die Thematik in den nachfolgenden Referaten. Daniel Ganser von der Universität Basel sprach über das sich abzeichnende Ende des Erdölzeitalters. Nach dem Fördermaximum ginge die weltweite Produktion für immer zurück. Die Schweiz ist deshalb gezwungen, rechtzeitig nach Alternativen zu suchen. Hansruedi Kunz, Leiter der Energiefachstelle des Kantons Zürich, zeigte den Zusammenhang zwischen der Siedlungsstruktur und dem Energieverbrauch auf. Die höhere Energieeffizienz von Gebäuden werde durch den Trend zu mehr Wohnfläche pro Person und die längeren Wege weitgehend kompensiert. Alexander Erath vom Institut für Verkehrsplanung und Transportsysteme der ETH Zürich, stellte die Ergebnisse einer neuen Studie über den Einfluss von Treibstoffpreisen auf das Mobilitätsverhalten vor. Demnach beeinflussen höhere Treibstoffpreise die Wahl des Verkehrsmittels und des Autotyps durchaus, veranlassen aber kaum jemanden, seinen Wohnort zu ändern.

Hoffnung auf sparsame Fahrzeuge

Prof. Lino Guzzella vom Institut für Mess- und Regeltechnik der ETH Zürich, stellte die technischen Möglichkeiten im Automobilbau vor. Er erwartet zwar, dass neue Energieträger an Boden gewinnen werden, setzt aber vor allem auf sparsamere Fahrzeuge. Eine «magische Lösung» des Energieproblems gebe es aber nicht. Dr. Peter de Haan vom Institut für Umweltentscheidungen der ETH Zürich zog einen Vergleich der Energieeffizienz der verschiedenen Transportmittel. Klar am meisten Energie verbrauchen Fahrzeuge, die auf fossilen Energieträgern basieren. Die hohen Sparpotentiale liegen deshalb beim klassischen Verbrennungsmotor, der zunehmend hybridisiert werde.

Verkehrspolitische Massnahmen tragen zum Erfolg bei

Die Möglichkeiten und Grenzen der Energieeffizienz der Bahn zeigte Rémy Chrétien von den SBB auf. Mit einem umfassenden Massnahmenpaket will sein Unternehmen den Energieverbrauch um rund 15 Prozent senken. Das grösste Potenzial liegt in einer flüssigen Betriebsabwicklung. Der Direktor von Bernmobil, René Schmid, stellte die Anstrengungen seines Unternehmens vor. Bernmobil fördere den Elektroantrieb und versuche die Bevölkerung mit Informationskampagne zum Umsteigen zu bewegen. Es brauche aber vor allem verkehrspolitische Massnahmen, damit mehr Leute Tram und Bus benutzen.

Verbindliche Zielsetzungen erforderlich

Zum Schluss der Veranstaltung wurde der Handlungsspielraum der öffentlichen Hand erörtert. Michael Kaufmann, Programmleiter EnergieSchweiz, präsentierte Neuerungen bei der Mobilitätsstrategie des Bundes. Es brauche nun griffige und verbindliche Zielsetzungen und ein gutes Zusammenspiel von Bund, Kanton und Gemeinden. Der Kanton Bern sei in der Energiepolitik vorbildlich, müsse aber auch die Mobilität darin aufnehmen. Die Handlungsmöglichkeiten der Gemeinden legte Monika Tschannen von Energiestadt/EnergieSchweiz für Gemeinden dar. Wichtig sei ein umfassendes Mobilitätskonzept. Bei der Umsetzung würden die Gemeinden von Energiestadt und dem Kanton finanziell unterstützt. Antonio Bauen, Gemeinderat von Münsingen, stellte das konkrete Beispiel seiner Gemeinde vor.

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