g26.ch

14.4.09

Meister Petz

85 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer befürworten die Rückkehr des Bären in die Schweiz. Dies zeigt eine neue Umfrage, die der WWF anlässlich des Todestages von «JJ3» in Auftrag gegeben hat.

Sein trauriges Ende hat vor einem Jahr die Schweiz bewegt: JJ3 wurde am 14. April oberhalb von Thusis GR von Wildhütern erschossen. Der berühmteste Bär der Schweiz ist nun ausgestopft im Bündner Naturmuseum in Chur zu bewundern. Doch Bären haben ein besseres Schicksal verdient als in Museen zu stehen oder auf Wappen und Wirtshausschildern verewigt zu werden.

Der Bär gehört in unser Land und die Schweizerinnen und Schweizer sind auch bereit, die Rückkehr dieses Grossraubtieres zu akzeptieren. Dies zeigt eine repräsentative Umfrage des WWF Schweiz. Das LINK Institut für Markt- und Sozialforschung hat 1012 Personen befragt. Resultat: 85 Prozent befürworten die natürliche Rück-Einwanderung des Bären. Besonders gross ist die Akzeptanzrate in der Deutschschweiz (87 Prozent), etwas geringer fiel sie in der Romandie aus (81 Prozent). In der Voralpen- und Alpenregion liegt die Zustimmung mit 85 Prozent genau im schweizerischen Schnitt. «Der Bär wird nicht nur schweizweit, sondern auch von der Bevölkerung in der betroffenen Region gut akzeptiert», freut sich Joanna Schönenberger, Bärenexpertin beim WWF Schweiz.

Der nächste Bär kommt bestimmt

Dass nach JJ3 weitere Bären in die Schweiz kommen werden, gilt als sicher: In der italienischen Alpenregion sind zurzeit etwa vier Jungtiere wanderbereit. «Deshalb muss die Schweiz endlich bärentauglich werden», fordert Schönenberger. Konkret braucht es einen besseren Herdenschutz, damit die Schafe auf den Alpweiden sicher sind. Zudem muss ein konsequentes Abfallmanagement realisiert werden.

So wie zum Beispiel in der Biosphärenregion Münstertal: «Das Aufstellen von bärentauglichen Abfalleimern und die Entfernung anderer Futterquellen ist vorbildlich und vielversprechend», sagt Joanna Schönenberger. «Jetzt muss das bärensichere Abfallkonzept auch in anderen künftigen Bärenregionen konsequent umgesetzt werden.» Mit einem besseren Abfallmanagement und einem flächendeckenden Herdenschutz kann in Zukunft vermieden werden, dass Bären dem Menschen zu nahe kommen oder grössere Schäden anrichten und sich so die Geschichte von JJ3 wiederholt.

Weitere Informationen zum Bär:
www.wwf.ch/baer

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