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27.5.09

Felsenau

Erfrischendes Original aus Bern.

Niemand küsst so gut wie die Brauerei Felsenau: Ihr «Bärner Müntschi» ist ein stadtbekanntes Bier und gerade im Sommer sehr gefragt. Gebraut wird seit 1881 direkt an der Aare. Doch das Wasser für das Bier stammt nicht von dort, sondern aus einem unterirdischen See.

Es ist eine riesige Baustelle: Wer die Brauerei FeLsenau besucht, sieht zuerst nur Bagger, Schutt und Stahlelemente. Seit Wochen wird hier in der Felsenau – direkt an der Aare – eine unterirdische Dicht- und Uferwand gebaut. Mit diesem Millionenprojekt soll das Quartier und somit auch die Brauerei künftig vor Hochwasser geschützt werden.

Die Quelle des Gründers

Gerade im Sommer gönnt man sich gerne ein Felsenau-Bier, sei es ein Lagerbier, Junkerbier, Bärni, Bügel-Spez, Schümli oder das weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannte und beliebte «Bärner Müntschi». Es ist aber nicht Aarewasser, das durch die durstigen Kehlen der Bierliebhaber fliesst. Martin Thierstein sitzt am grossen Sitzungstisch in einem der markanten Backsteingebäude und sagt: «Für unsere Produkte verwenden wir Quellwasser aus einem unterirdischen See.»

Verblüffend, aber wahr: Es handelt sich um unterirdisch fliessendes Wasser im Rossfeldquartier. Geschichtlich bewanderte Bernerinnen und Berner kennen dieses Gewässer auch als Hemmann'sche Quelle, benannt nach Johann Gustav Hemmann. Er hatte 1881 damit begonnen, in der Felsenau Bier zu brauen, und sich dafür die Rechte an der Quelle gesichert. Heute steht die Brauerei unter der Leitung von Martin Thierstein und Stefan Simon. Als Nachkommen von Johann Gustav Hemmann führen sie das Unternehmen in der 5. Generation.

Bier brauen aus Leidenschaft

Als «delikat, vortrefflich und fein» sei es beschrieben worden, das Bier von 1881. So steht es in den Geschichtsbüchern der Brauerei Felsenau. Damals wurde auch noch an anderen Orten in der Stadt Bier produziert. Heute ist die Felsenau die älteste selbstständige Brauerei auf Stadtberner Boden. Sie beschäftigt 10 Mitarbeitende und produziert jährlich rund 10'000 Hektoliter Bier. Nur im Vertrieb kooperiert das KMU mittlerweile mit einem Giganten: Heineken. «Wir können uns somit darauf konzentrieren, was uns am meisten Spass macht, nämlich Bier brauen», sagt Thierstein.

Seit er und Stefan Simon 1993 die Leitung übernommen haben, ging ein Innovationsschub durch das Unternehmen. Nicht nur neue Biersorten wurden produziert, sondern auch Spezialitäten wie SWAF, ein Bierschnaps. Seit letztem Sommer gehört das «Bärner Weizenbier» zum Sortiment: ein obergäriges Getränk, gebraut mit feiner Hefe und sonnengereiftem Weizen, würzig, kräftig, süffig. «Es ist eine richtige Sommerfreude», sagt Martin Thierstein, und wenn er beschreibt, wie gut eine Bretzel oder ein Paar Weisswürste dazu passen, ist seine wahre Leidenschaft für das Bier(-brauen) deutlich spürbar.

Partnerschaft mit Energie Wasser Bern

Im Brauprozess spielt auch Energie Wasser Bern eine wichtige Rolle. Denn die Brauerei Felsenau verwendet zwar ihr eigenes Quellwasser für die Getränke. Bei der Reinigung von Fässern und Flaschen, bei der Kühlung der Würze und des Lagerkellers oder für die sanitären Anlagen ist aber Wasser von Energie Wasser Bern gefragt. Die Partnerschaft gilt genauso für die Stromlieferung: «Die Brauerei Felsen-au ist wie Energie Wasser Bern ein eigenständiges Berner Unternehmen. Deshalb ist dies unser Partner für die Stromlieferung, auch wenn wir durch die Marktliberalisierung einen anderen Lieferanten hätten auswählen können», so Thierstein.

Im Lagerkeller der Brauerei sorgen grosse Umluftkühler für eine Temperatur von konstant +1 Grad Celsius. Versorgt werden die Kühler mit Kaltwasser aus einem erst kürzlich neu gebauten Eisspeicher. Früher war die Kühlung ein richtiger «Chrampf»: Mit einem Karren wurde damals Natureis vom Moos- und vom Egelsee in die Felsenau geschafft. Und wenn der Winter zu mild war, pickelte man das kostbare Gut eben von den Gletschern im Berner Oberland.

Solch ein mühseliges Unterfangen ist heute nicht mehr notwendig. Doch handwerkliches Geschick ist nach wie vor gefragt. Nur so bleibt garantiert, dass es auch in Zukunft würzig und gut schmeckt, wenn man ein «Bärner Müntschi» erhält.

www.ewb.ch Direkt 2/2009 Reto Wüthrich
www.felsenau.ch
Berner Brauereien

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